Die Mitglieder der FDP erhalten Fehlinformationen

SCHATTDORF ⋅ Entgegen den Aussagen an der FDP-Versammlung kann der motorisierte Verkehr die Gotthardstrasse auch nach der WOV-Eröffnung befahren. Knacknüsse bleiben die Knoten Langmatt und der Coop-Kreisel.

29. November 2016, 08:58

An der Versammlung der FDP-Ortspartei Schattdorf vom 16. November gab vor allem die West-Ost-Verbindung (WOV) zu reden. «Besonders die Führung des Langsamverkehrs und der Umstand, dass die Gotthardstrasse oberhalb des Restaurants Grüner Wald und die Grünenwaldstrasse beide für den motorisierten Verkehr gesperrt werden sollen, wurden kritisiert»: Das schreibt Präsident Werner Bachmann im Versammlungsbericht (siehe unsere Zeitung vom 25. November).

Die Redaktion der «Urner Zeitung» hat diesbezüglich bei der Baudirektion Uri nachgefragt. Das Resultat: Die Mitglieder der FDP Schattdorf sind falsch informiert worden. «Die Gotthardstrasse bleibt auch nach der WOV-Eröffnung für den motorisierten Verkehr mit Tempo 50 befahrbar», schreibt die Baudirektion Uri in ihrer schriftlichen Antwort. «Wie es zu diesen Fehlinformationen kommen konnte, entzieht sich der Kenntnis der Baudirektion Uri.»

Gotthardstrasse ist wichtiger Zubringer

«Wie mehrfach bestätigt und auch in der Botschaft zur WOV-Abstimmung vom 18. Oktober festgehalten, ist die Gotthardstrasse ein wichtiger Zubringer in die Siedlungsgebiete von Schattdorf», heisst es in der Antwort der Baudirektion Uri weiter. «Deshalb bleibt die Strasse jederzeit durchgängig befahrbar.» Bei der Grünenwaldstrasse handle es sich um eine Gemeindestrasse. «Für allfällige Verkehrsbeschränkungen ist deshalb der Gemeinderat Schattdorf zuständig.»

Knoten Schächen wird etappiert

Mit dem Bau der WOV soll Ende 2018 begonnen werden. Die Eröffnung ist Anfang 2021 vorge­sehen. Seit Ende Oktober ist bekannt, dass die Planung des Knotens Schächen etappiert wird. Aktuell läuft die öffentliche Ausschreibung der Ingenieurarbeiten für den Kreisel Schächen und die dazugehörigen Strassenanpassungen. In einem weiteren Schritt wollen die Baudirektion Uri sowie die Gemeinden Schattdorf und Bürglen gemeinsam Lösungen suchen, um – wie von den Gemeinden gefordert – die Verkehrssicherheit für Velofahrer und Schulkinder im Bereich Schächenbrücke mit finanziell tragbaren Kosten zu verbessern.

Gemeinde Bürglen will Unterführung

Für die Gemeinde Bürglen muss die Verkehrssicherheit beim Knoten Langmatt unbedingt erhöht werden. In diesem Zusammenhang wurde unter anderem eine Unterführung geprüft. Der Kanton favorisiert aber derzeit eine oberirdische Lösung. «Diese hat bei den Benutzern vermutlich eine höhere Akzeptanz als ein unterirdischer Durchgang», so die Baudirektion.

Gemäss Gemeindepräsident Markus Frösch hat der Kanton Uri der Gemeinde Bürglen die Unterführung Langmatt versprochen (siehe UZ vom 26. November). Auf die Frage, was es mit diesem Versprechen auf sich habe, schreibt die Baudirektion: «Wir haben mit der Gemeinde verbindlich vereinbart, dass alle Vorschläge, die technische und finanzielle Realisierbarkeit betreffend, überprüft werden.» Und zur Finanzierbarkeit und zu möglichen Alternativen zur Unterführung heisst es: «Die Kosten sind je nach Ausbaustandard sehr unterschiedlich und nur ein Aspekt der Betrachtung. Wichtig ist, dass die Fussgänger, Schulkinder und Velofahrer das Angebot auch tatsächlich nutzen.» Die Suche nach Alternativen laufe.

Auch für Ungeübte eine sichere Verkehrsführung

Die Gemeinde Schattdorf ihrerseits möchte beim geplanten Kreisel Schächen eine auch für ungeübte Velofahrer sichere Verkehrsführung.

In diesem Zusammenhang wurden bereits diverse Varianten einer Velounterführung und ei­nes Velobypasses diskutiert. «Richtung Norden wird ein Bypass erstellt», so die Baudirektion. «Für den Bypass Richtung Süden wird eine Lösung gesucht.» Der Kanton favorisiert eine Führung der Velofahrenden durch den Kreisel, analog zur Lösung beim Kreisel Poli und beim Kollegi-Kreisel. «Mit den Gemeinden Bürglen und Schattdorf werden zurzeit weitere Gespräche geführt», betont die Baudirektion abschliessend.

 

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch


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