Eine Reise durch Uris «Haute Cuisine»

GASTRO ⋅ Am vergangenen Montag ist der neue Gault Millau Guide 2017 erschienen. Acht Urner Restaurants schafften es in den bekannten Schweizer Gourmetführer. Das «Chedi» führt die Spitze an, und das Gasthaus im Feld gewinnt einen Gault-Millau-Punkt dazu.

14. Oktober 2016, 05:00

Die Gault-Millau-Reise beginnt im Urschnertal, genauer in Andermatt. Auch in diesem Jahr ist «The Chedi Andermatt» vorne mit dabei. Nebst dem Prestige-Preis «Hotel des Jahres 2017» konnten die beiden Restaurants des Luxusresorts in diesem Jahr wieder viele Gault-Millau-Punkte verbuchen, 31 insgesamt. 16 von 20 Punkten gab es für «The Japanese Restaurant»- einen mehr als im Jahr davor.

«Überzeugt hat das Kaiseki-Menü mit Fischvariationen, Gänseleber oder Sushi, welches am meisten nachgefragt wird», schreibt der Gastroführer. Zudem vergab Gault Millau der zweiten Gastronomie vom Andermatter Luxushotel «The Restaurant» 15 Punkte. Nebst asiatischer Küche werden dort auch Urner Köstlichkeiten serviert. Jean-Yves Blatt, General Manager, und Dietmar Sawyere, Executive Chef, sind begeistert: «Das Ergebnis ist absolut genial. Wir freuen uns riesig.» Blatt betont, dass die Auszeichnung nicht nur für das Hotel gut ist, sondern auch für die ganze Region eine Bereicherung sei.

Lukratives Andermatt für die Gastronomie

Nebst den beiden Restaurants vom Luxusresort konnte in Andermatt auch der «Bären» wieder mit seiner Küche überzeugen. 13 Punkte, gleichviel wie im letzten Jahr, gab es für die Gastronomie von Francesco und Guerino Coldesina, die einen Mix aus Tessiner, Italienischer und Französischer Küche anbieten. Von einem Konkurrenzkampf mit dem «Chedi» ist aber nichts zu spüren. «Wir pflegen zum Team vom ‹Chedi› eine sehr freundschaftliche Beziehung», so Francesco Coldesina. «Ihre Kundschaft ist auch unsere Kundschaft.» Der Tessiner ist stolz und freut sich über den Eintrag. Er will auch den möglichen Grund für die Auszeichnung kennen: «Qualität wird bei uns grossgeschrieben.»

Durch die Schöllenen führt die «Gourmet-Tour» weiter bis nach Wassen zum Restaurant «À la fine bouche» im Hotel Krone. Gault Millau vergab dort wieder 14 Punkte. Damian Fry, der vor zwei Jahren in seine Urner Heimat zurückgekehrt ist, kombiniert zusammen mit seinem Team einheimische mit exotischer Kost. «Fry ist ein leidenschaftlicher Koch, der keinen Aufwand scheut und seine Gäste bei jedem Besuch verblüfft», so die Tester von Gault Millau.

Gasthaus im Feld als Aufsteiger

Gurtnellen einen Besuch abzustatten, lohnt sich laut dem Gourmet-Wegweiser gleich aus zwei Gründen. Der erste ist das Gasthaus im Feld, das sogar von 14 auf 15 einen Punkt zulegen konnte. Chefkoch Beat Walker freut sich über den zusätzlichen Gault-Millau-Punkt: «Das bestätigt die Arbeit, der wir mit viel Leidenschaft das ganze Jahr nachgehen». 2013 wurde das Gasthaus im Feld von Gault Millau zur «Entdeckung des Jahres in der Deutschschweiz» gekürt.

Im anderen Gemeindeteil steht das «Gotthard», das zweite Restaurant in Gurtnellen, das Gault Millau für bemerkenswerte Küche auszeichnete. 14 sind es insgesamt. In Sachen Konstanz macht dem Restaurant niemand etwas vor. Das Schwesterntrio Leonie, Eva und Greta Sicher zaubern dort seit rund 50 Jahren köstliche Menüs auf den Tisch. «Das Restaurant Gotthard serviert einfach gutes Essen in der goldenen Mitte zwischen klassisch, französisch und streng regional», schreibt der Reiseführer für Gourmets etwa.

Edle Fische aus dem Urnersee

Im Reusstal lädt das Schlossrestaurant A Pro in Seedorf zu kulinarischen Höhenflügen ein. Das Restaurant zwischen den alten Schlossmauern bekam 13 Gault-Millau-Punkte verliehen, gleich viel wie im Jahr davor. In historischem Ambiente werden Fischspezialitäten aus heimischen Gewässern angeboten. Rene und Cornelia Gisler führen das Schlossrestaurant seit 2009.

Am See entlang geht es nach Flüelen. Im «Sternen» ist man zuversichtlich, trotz eines verlorenen Punktes von 14 auf 13. «Natürlich bedauern wir den verlorenen Gault-Millau-Punkt», meint Andrea Bonetti, «doch wir geben nach wie vor unser Bestes für unsere Kundschaft.» Der «Sternen» beweist Kontinuität an guter Küche, denn seit vielen Jahren wird die Küche der Hostellerie im Gault Millau aufgelistet. «Wir legen besonders grossen Wert auf die Frische unserer Produkte», betont Bonetti. Der «Sternen» ist vor allem für seine Fischspezialitäten und edlen Desserts bekannt. Und damit endet die Gault-Millau-Reise durch Uri.

Remo Infanger


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