Vorstoss

Ereignisbewältigung Bahnunfall: «Die Strukturen und Abläufe haben sich bewährt»

INTERPELLATION ⋅ Für die Regierung hat sich die Ereignisbewältigung beim Bahnunfall vom 11. September 2017 in Andermatt bestens bewährt. Es seien nur geringe Konzeptanpassungen nötig.
28. Dezember 2017, 04:40

Am 11. September ereignete sich in Andermatt ein Bahnunfall. ­Dabei wurden von den 100 Fahrgästen 33 verletzt. In Spitalpflege begeben mussten sich 24 Personen, 23 konnten gleichentags wieder nach Hause.

«Die Ereignisbewältigung durch Polizei, Feuerwehr, Sanität und Fachspezialisten der MG-Bahn hat gut funktioniert», schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine entsprechende Interpellation von Landrätin Claudia Gisler (CVP, Bürglen). «Das regelmässige interdisziplinäre Training hat sich bewährt und muss weitergeführt werden.»

Alle Patienten hätten innert nützlicher Frist in eine angepasste medizinische Institution transportiert werden können.

Keine Änderungen als nötig erachtet

«Bezogen auf den Ablauf des Einsatzes als Ganzes gibt es aus Sicht der Blaulichtorganisationen keine Erkenntnisse, aufgrund derer bei einem ähnlichen Ereignis die Strukturen oder Abläufe geändert werden müssten», betont der Regierungsrat.

«Bezogen auf den Rettungsdienst wurde hingegen eine ­zusätzliche Checkliste für das Personal des Rettungsdienstes des Kantonsspitals Uri für den Bereich Grossalarm erstellt», heisst es in der Antwort. Zudem müsse noch zusätzliches Absperrmaterial für Grossereignisse angeschafft werden. Auf Stufe Einsatzleiter Sanität sei auf zentralschweizerischer Ebene eine zusätzliche Checkliste für die Funktion «Chef Warteraum» geschaffen worden. «Aus polizeilicher Sicht wurde Handlungs­bedarf in Bezug auf die Führungsunterstützung, die Ausrüstung des Einsatzleitfahrzeugs sowie die Organisation der Hotline geortet.

Gemäss Antwort der Regierung sind beim Unfall drei in Andermatt stationierte First Responder eingesetzt. Die mobile Sanitätshilfsstelle (Mob San Hist) Uri sei beim Unfall in Andermatt nicht alarmiert worden. «Die Mob San Hist Uri bietet grosse Behandlungs-, jedoch nur eingeschränkte Transportkapazitäten an», so die Regierung. «Zudem dauert die Erstellung der Einsatzbereitschaft der Mob San Hist Uri mit ihren Milizangehörigen unter optimalen Bedingungen rund eine Stunde. Am Standort Andermatt hätte die Erstellung der Einsatzbereitschaft jedoch aufgrund der längeren Anfahrtsdistanz mindestens 1? Stunden gedauert.» Deshalb habe der Einsatzleiter Sanität entschieden, dass die Alarmierung der Mob San Hist Uri als Ganzes keinen Sinn mache. Zwei Angehörige der Mob San Hist Uri hätten aber die Rettungsdienste mit dem Mob-San-Hist-Fahrzeug beim Transport von drei sitzenden Patienten unterstützt. Bis zum Abtransport in die verschiedenen Spitäler seien die Patienten durch Mitarbeitende der Rettungsdienste der Kantonsspitäler Uri und Nidwalden, der Rega sowie von den drei First Respondern betreut worden.

«Die Gesamtkosten der sanitätsdienstlichen Leistungen können nicht genau eruiert werden», so die Regierung, «denn die Aufwendungen für die Patienten­behandlung vor Ort sowie für die Patiententransporte werden von den Rettungsdiensten direkt an die Unfallversicherer verrechnet», heisst es in der Antwort. Die Kosten für den Personalaufwand, der nicht direkt den Patienten verrechnet werden kann (Einsatzleiter Sanität, Koordinator Sanitätsnotrufzentrale et cetera), werden der Matterhorn-Gotthard-Bahn durch das Kantonsspital Uri in Rechnung gestellt. (red)


Leserkommentare

Anzeige: