Erstfeld erhält ein Tourismusbüro

VERSAMMLUNG ⋅ Erstfeld kann für 2017 mit einem Überschuss von 27000 Franken rechnen. Darin enthalten ist auch eine Steuerfusssenkung auf 103 Prozent. Zu reden gab der finanzielle Beitrag an die Musikgesellschaft.

25. November 2016, 05:00

Gemeindepräsident Werner Zgraggen konnte 135 Personen zu seiner letzten Gemeindeversammlung begrüssen. «Nach 134 Jahren geht am 11. Dezember 2016 in Erstfeld eine Ära zu Ende, denn dass Cargo Depot schliesst seine Tore. Die verbleibenden Lokführer haben neu ihren Arbeitsplatz in Goldau», informierte der Präsident. Wenigstens können die 20 Personenzugslokführer hierbleiben und bald ihre neuen Räumlichkeiten im Bahnhof beziehen.

Zum Projekt Pfaffenmatt meinte Werner Zgraggen: «Das Projekt läuft in vollen Zügen und soll im Februar zur Abstimmung kommen. Es ist wichtig, dass die Erstfelder voll hinter der neuen Fussballanlage stehen.»

Neue Schulhausplanung ist noch offen

Nach der Ablehnung des Ersatzneubaus Schulhaus im Juni 2015 ist nach einer Auslegeordnung mit den Ortsparteien eine Planungskommission unter der Leitung von Schulrat Roger Inderkum eingesetzt worden. «Wir hatten bis heute an zwölf Sitzungen eine Auslegeordnung mit einer Gesamtschau über sämtliche Liegenschaften erstellt. Zurzeit gibt es zwei Probleme: Das Kirchmattschulhaus ist zurzeit im Isos aufgeführt, das heisst im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder. Zum anderen prüft die Kommission, ob die Räumlichkeiten der Feuerwehr genutzt werden könnten. «Dies bedingt aber, dass die Feuerwehr an einen anderen Standort wechselt», erklärte Inderkum. Inzwischen stehen vier mögliche Varianten zur Diskussion, mit oder ohne Kirchmattschulhaus und mit oder ohne Feuerwehrlokal.

Als Nachfolger für Walter Marty, der in den Gemeinderat wechselt, wählte die Versammlung Heinz Habermacher zum neuen Präsidenten der Baukommission und Erich Zgraggen zum neuen Mitglied. In die Rechnungsprüfungskommission gewählt wurden neu Cyrill Amherd, Lukas Epp und Christine Rufener. Sozialvorsteher Paul Gwerder wurde für zwei weitere Jahre in den regionalen Sozialrat Urner Oberland gewählt.

Erstfelder stehen hinter der Musikgesellschaft

Bei einem Aufwand von 12,078 Millionen Franken schliesst das Budget mit einem Gewinn von 27000 Franken ab. Darin enthalten ist eine Steuerfusssenkung von 108 auf 103 Prozent. Zu reden gab einzig der Beitrag an die Musikgesellschaft, die gemäss dem neuen Budget nur noch 3000 Franken erhalten soll, also 2000 Franken weniger als bisher. Verwalter Theo Bissig begründete diese Kürzung damit, dass der Beitrag an die Musikgesellschaft im Vergleich mit anderen Vereinen relativ hoch ist. Damit waren einige Redner überhaupt nicht einverstanden, und sie erklärten der Versammlung, was die Musikgesellschaft alles im Dorf leistet. Paul Jans stellte den Antrag, den Beitrag bei den bisherigen 5000 Franken zu belassen. Dem stimmten die meisten Stimmbürger zu.

Neues Tourismusbüro für Erstfeld

Das Budget des «Spannorts» präsentierte Verwaltungsratspräsident Bernhard Indergand. «Nachdem die Aufenthalts- und auch die Pflegetaxen unverändert bleiben, müssen wir die Betreuungspauschale von 26 Franken auf 29 Franken pro Tag erhöhen. Im Budget 2017 rechnen wir mit durchschnittlich 76 belegten Betten, und damit können wir die angestrebte schwarze Null erreichen», so Verwaltungsratspräsident Bernhard Indergand.

Pia Tresch, Gemeindevizepräsidentin, informierte die Erstfelder zum Neat-Infocenter: «Dieses wird Ende Jahr rückgebaut. Deshalb plant der Gemeinderat einen nahtlosen Weiter­betrieb der Tunnelführungen.» Erstfeld wird Ausgangspunkt für die ganzjährigen Führungen zum Gotthard-Tunnelfenster in Amsteg. Deshalb ist eine Umnutzung des früheren Billettschalters sowie des heutigen Wartesaals im Bahnhofgebäude vorgesehen. Darin wird ein Infopoint geschaffen, der von Uri Tourismus betrieben werden soll. Das ganze Projekt kostet 446500 Franken. Die Gemeinde Erstfeld beteiligt sich mit 100000 Franken am Umbau im Bahnhof Erstfeld. Das restliche Geld kommt von der regionalen Wirtschaftsförderung Uri, den SBB und der Alptransit sowie von Tourismus Uri.

An die Betriebskosten von 225000 Franken soll Erstfeld jährlich 7000 Franken beisteuern. Es wird gerechnet, dass 150000 Franken an Eintrittsgelder zusammenkommen. Dem Gemeinde- und Betriebskostenbeitrag wurde zugestimmt.

Paul Gwerder


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