Erstfeld unterstützt Anliegen der Schützen

GEMEINDEVERSAMMLUNG ⋅ Die Erstfelder haben 50000 Franken für die Kleinkaliberanlage gesprochen. Nun wollen die Sportschützen Uri auf die betroffenen Anwohner zugehen.

17. März 2017, 06:58

Zwei Kreditanträge zu je 50000 Franken standen an der Gemeindeversammlung in Erstfeld vom Mittwoch, 15. März, zur Debatte: der eine für die Schiessanlage ­Bärenboden, der andere für die Verlegung der Neat-Aussichtsplattform der Alptransit Gotthard (ATG) AG.

Die Sportschützen Uri hatten den Erstfelder Gemeinderat um eine finanzielle Unterstützung der 500 000 Franken teuren Sanierung und Erweiterung der 50-Meter-Kleinkaliberanlage im Bärenboden ersucht. Geplant ist, die bestehende Schiessanlage gegen Norden zu erweitern und um ein Stockwerk zu erhöhen.

Ängste der Anwohner werden ernst genommen

Adi Arnold von den Sportschützen Uri erklärte an der Gemeindeversammlung, dass das Vor­haben in erster Linie der Jugend- und Sportförderung dienen soll. Dass Anwohner der Schiessanlage vermehrte Lärmemissionen und Mehrverkehr befürchten, nehme man ernst. So werde man die Anwohner in einer Projektgruppe mit einbeziehen und mit ihr unter anderem die Parkplatzbewirtschaftung planen.

Hanspeter Schuler, Präsident der FDP-Ortspartei, wies darauf hin, dass es in Erstfeld bis 2004 einen intensiven Schiessbetrieb von Pistolen- und Jagdschützen gegeben habe. «Im Vergleich dazu sind die Lärmemissionen bei Kleinkaliberanlagen deutlich kleiner», so Schuler. Weitere ­Voten aus der Versammlungsmitte blieben aus. Schliesslich wurde dem Kreditantrag grossmehrheitlich zugestimmt.

Bauarbeiten sollen noch 2017 beginnen

Die Pistolenschützen Uri haben auch andere Gemeinden und Institutionen um Beiträge ersucht. Ist die Finanzierung gesichert, wird das Detailprojekt ausgearbeitet. «Wenn alles gut läuft, können wir bis Ende April die Baueingabe machen und noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen», freute sich Adi Arnold.

Der zweite Kreditantrag hatte einen deutlich schwereren Stand bei der Bevölkerung. Der Gemeinderat zeigte sich zwar überzeugt, dass die Beibehaltung der ATG-Aussichtsplattform in Erstfeld als zusätzlicher Anziehungspunkt die Attraktivität der Gemeinde steigern würde. Anderseits blieb die Zukunft der Plattform bis zuletzt ungewiss. So war bis zur Gemeindeversammlung unklar, wo die Aussichtsplattform überhaupt zu stehen kommen könnte. Der Gemeinderat liebäugelte mit einer Ver­legung der Plattform ins Depotareal. Die SBB konnten sich bis zuletzt nicht zu einer Genehmigung durchringen und machten sie zuletzt gar vom Kauf mehrerer Gebäude durch die Gemeinde abhängig, wie Gemeindepräsidentin Pia Tresch erklärte. Dass der Gemeinderat nicht länger zuwarten wollte und deshalb der Kreditantrag von 50000 Franken für die Verlegung der Plattform mit so viel Ungewissheit behaftet war, begründete Tresch damit, dass die ATG die Plattform bis Ende April wegräumen müsse. Ein Zuwarten bis zur nächsten Gemeindeversammlung wäre also nicht möglich gewesen. Und ist nun auch nicht mehr nötig: Mit grossem Mehr und einigen Enthaltungen wurde der Kreditantrag abgelehnt.

Kommissionsmitglieder sind gewählt

Nachdem die Erstfelder Stimmbevölkerung im Februar dem Kredit von 4 Millionen Franken für das Projekt für eine neue Sport- und Freizeitanlage Pfaffenmatt zugestimmt hat, galt es an der Gemeindeversammlung, die Baukommission zu wählen. Der Gemeinderat präsentierte Wahlvorschläge, die grossmehrheitlich gutgeheissen wurden. In die Baukommission gewählt wurden Josef Zgraggen als Präsident, Markus Zgraggen-Grepper, Richard Gisler, Markus Frei und Norbert Gisler als Mitglieder sowie Bauamtleiter Pietro Caviglia und Gemeindekassier Christian Schuler als beratende Mitglieder.

Wahlen standen auch in der Planungskommission Schulhausbauten an. Aufgrund von Behördenwechseln, Änderungen in der Ressortverteilung und einer Pensionierung mussten vier Mitglieder ersetzt werden. Auch hier folgte die Gemeindeversammlung den Vorschlägen des Gemeinderats. Als Ersatz für Robert Indergand wurde Philipp Erstermann gewählt, Alt-Schulverwalterin Antoinette Arnold wird durch Schulratsmitglied Markus Feubli ersetzt, Gemeinderätin Rebekka Wyler ersetzt ihren Gemeinderatskollegen Flavian Levy, und als beratendes Mitglied übernimmt Pietro Caviglia die Funktion von Alt-Bauaufseher Hansruedi Marti.

Einbürgerungen werden gutgeheissen

Der Gemeindeversammlung wurden ausserdem zwei Einbürgerungsanträge vorgelegt: Derien Salih und ihr Kind Amez aus dem Irak und Maslum Tekdemir aus der Türkei hatten um das Gemeindebürgerrecht ersucht und stellten sich an der Gemeindeversammlung persönlich vor. Nachdem keine Gegenstimme aus der Versammlungsmitte kam, wurden die beiden Gesuche gutgeheissen.

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch


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