Erstfeld sagt Ja zu Landerwerb und besserem Schutz von Trinkwasser

ABSTIMMUNG ⋅ Die Stimmberechtigen von Erstfeld haben sich für einen besseren Schutz der Trinkwasserquellen im Gemeindegebiet ausgesprochen. Einem Landerwerb wurde ebenfalls zugestimmt.

08. März 2015, 14:10

Die Erstfelderinnen und Erstfelder stimmten dem Kreditbegehren von 1,4 Millionen Franken für den Landerwerb von 27'700 Quadratmeter von der Alptransit Gotthard AG und den SBB für die Sport- und Freizeitanlage Pfaffenmatt mit einem Ja-Anteil von 78 Prozent zu (978 Ja- zu 271 Nein-Stimmen). Die Stimmbeteiligung lag bei 50,2 Prozent.

Die Fläche wird frei, sobald der Neat-Basistunnel in Betrieb und die Stammlinie der SBB zurückgebaut ist. Nun können von den SBB 12'363 und von der Alptransit Gotthard AG 15'337 Quadratmeter erworben werden.

Die Erstfelder sagten mit 94,8 Prozent Ja zum Gegenvorschlag zur im Juni 2014 eingereichten und inzwischen zurückgezogenen Volksinitiative «Zum Schutz unserer Trinkwasserquellen». Der Gegenvorschlag wurde mit 1'207 gegen 66 Stimmen angenommen. Die Stimmbeteiligung lag bei rund 51 Prozent.

Der Gemeinderat muss nun einen Rechtserlass zum ausdrücklichen Schutz der gemeindeeigenen Trinkwasserquellen schaffen. Demgemäss sollen die bestehenden Quellen erhalten bleiben und im Interesse der öffentlichen Wasserversorgung vor negativen Einflüssen geschützt werden.

Hintergrund der Abstimmung sind Bestrebungen in Erstfeld für ein Wasserkraftwerk am Alpbach. Das Initiativkomitee "Kraftwerk Alpbach AG" fürchtet durch das Projekt negative Auswirkungen auf das Trinkwasser und verlangt ein Verbot für die Wasserentnahme oberhalb von Trinkwasserquellen.

Der Gemeinderat lehnte die Initiative ab und arbeitete einen Gegenvorschlag aus. Die Initianten zogen danach die Initiative im Januar zurück.

Laut Gemeinderat wäre die Initiative zu weit gegangen und hätte gleichzeitig das Schutzziel nicht erreicht. Sie habe jegliche Wasserentnahme oberhalb von Quellen ungeachtet der Umstände verbieten wollen. Gleichzeitig habe sie das Augenmerk einseitig auf Wasserentnahmen und nicht generell auf die Vermeidung von Gefahren der Trinkwassergewinnung gelegt.

rem/sda


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