Erstfelder können den Steuerfuss erneut senken

VERSAMMLUNG ⋅ Das Budget 2017 der Gemeinde sieht ein Plus vor. Beraten wird an der Gemeindeversammlung auch ein Kreditbegehren für das Projekt «Gotthardtunnel-Erlebnis».

22. November 2016, 05:00

Mit der Wahl von Baukommissionspräsident Walter Marty-Jauch zum neuen Gemeinderat ist das Baukommissionspräsidium per 1. Januar 2017 neu zu besetzen. Weiter steht an der Gemeindeversammlung morgen Mittwoch die Wahl des Erstfelder Vertreters im regionalen Sozialrat Erstfeld/Urner Oberland an.

An der Budgetgemeindeversammlung werden auch Orientierungen zu laufenden Geschäften abgegeben. So informiert die Planungskommission über den Stand der Schulhausplanung. Zudem werden die abtretenden Behördenmitglieder verabschiedet.

Bahnhof soll einen Infopoint erhalten

Im Zusammenhang mit dem Projekt «Gotthardtunnel-Erlebnis» beantragt der Gemeinderat als Beitrag für den Umbau des Bahnhofs Erstfeld einen Kredit von 100000 Franken. Mit dem «Gotthardtunnel-Erlebnis» sollen ab dem Frühjahr 2017 Besucherführungen zum Tunnelfenster in Amsteg angeboten werden. Ausgangspunkt für die Führungen ist der Bahnhof Erstfeld. Geplant ist, in den Räumlichkeiten des ehemaligen Billettschalters einen Infopoint mit gleichzeitiger Aussenstelle der Uri Tourismus AG einzurichten. Die Infostelle im Bahnhof soll an fünf Tagen in der Woche geöffnet sein.

Getragen wird das Projekt von der Interessengemeinschaft «IG Gotthardtunnel-Erlebnis» aus SBB, Kanton Uri sowie den Gemeinden Erstfeld und Silenen. Für den operativen Betrieb ist die Uri Tourismus AG verantwortlich. Nebst den Führungen zum Tunnelfenster sollen auch Führungen/Besichtigungen des Depots Erstfeld/SBB Historic, EIZ Erstfeld, des Kraftwerks Amsteg sowie theater- und bahnhistorische Dorfführungen in Erstfeld erfolgen.

An die einmaligen Beschaffungs- und Investitionskosten des Projekts von 446500 Franken hat die Gemeinde Erstfeld einen Beitrag von 100000 Franken zu leisten. Der jährliche Betriebskostenbeitrag in der Aufbau­phase 2017 bis 2019 beläuft sich auf 7000 Franken. Gemäss Botschaft des Einwohnergemeinderates kann der Bahnhof mitten im Dorf mit dieser Investition neu belebt und nachhaltig genutzt werden. Die Energiestadt Gold Erstfeld soll damit zu einem Mekka für Bahnfreaks und Gotthard-Fans werden.

Ausgeglichene Budgets werden für das Alters- und Pflegeheim Spannort und die Wasserversorgung Erstfeld präsentiert. Das Budget 2017 des Spannort weist einen Ertrag und einen Aufwand von je 6,425 Millionen Franken aus. Mit dem Budget wird beantragt, Investitionen in der Höhe von 255500 Franken zu genehmigen. Erfreulicherweise können die Pensions- und Pflegetaxen im «Spannort» im Jahr 2017 unverändert beibehalten werden. Die Betreuungspauschalen werden von 26 auf 29 Franken je Tag erhöht. Ebenfalls ausgeglichen präsentiert sich das Budget der Wasserversorgung Erstfeld. Die Bruttokosten belaufen sich auf 682400 Franken. Nach Abzug der Erträge der beiden Trinkwas-serkraftwerke Flüe und Helltal sowie der erhobenen Anschlussgebühren ergeben sich Nettokosten von 479900 Franken. Diese werden mit den Gebühren­einnahmen von gesamthaft 480000 Franken gedeckt. Dank den Mehreinnahmen durch die im März 2016 vom Souverän be-schlossene Tariferhöhung kann das Budget der Erstfelder Wasserversorgung ausgeglichen gestaltet werden.

Gewinn von 27000 Franken wird budgetiert

Das Budget 2017 der Einwohnergemeinde schliesst bei einem Aufwand von 12,078 Millionen Franken und einem Ertrag von 12,105 Millionen Franken mit einem Gewinn von 27000 Franken ab. Die Investitionsrechnung 2017 weist Ausgaben von 2,48 Millionen Franken und Einnahmen von 60000 Franken aus. Die Nettoinvestitionszunahme beträgt somit 2,420 Millionen Franken. Ins Gewicht fallen die Investitionen für den Erweiterungsbau Feuerwehrlokal (270000 Franken) sowie eine erste Etappe für den Neubau der Sportanlage Pfaffenmatt. Das Kreditbegehren wird der geheimen Abstimmung vom 12. Februar 2017 vorgelegt.

Aufgrund der sehr positiven Abschlüsse in den vergangenen Jahren hat sich die Finanzlage der Energiestadt Gold Erstfeld positiv entwickelt. Der Gemeinderat beantragt daher eine weitere Senkung des Steuerfusses um 5 Prozent auf neu 103 Prozent.

Die Erkenntnisse der Finanzplanung 2018 bis 2020 zeigen, dass diese Steuerfusssenkung auch mit Blick auf die anstehenden Grossprojekte vertretbar ist. Die Finanzplanung wird ebenfalls an der Gemeindeversammlung von morgen Mittwochabend präsentiert .

Hinweis

Die Gemeindeversammlung Erstfeld findet morgen Abend, 20 Uhr, im Casino-Saal statt. Die Unterlagen und Anträge zu den einzelnen Geschäften können am Schalter der Gemeindekasse bezogen werden.

Markus Herger


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