Expo-Monolith ist bald in Luzern zu sehen

URI ⋅ Der Gotthard-Monolith geht als Dauerleihgabe ans Nationalmuseum in Zürich. Zuvor wird er aber noch im Verkehrshaus präsentiert.

04. März 2016, 05:00

Anian Heierli

Das Mini-Gotthardmassiv, das an der Weltausstellung in Mailand die Besucher staunen liess, geht nach Zürich. Damit ist das Gerangel um den 20 Tonnen schweren Granit-Monolithen beendet. Vertreter der Kantone Uri, Wallis und Tessin wollten das Kunstwerk bei sich aufstellen. Auch Vinzenz Arnold (SVP, Schattdorf) hätte den Granitblock gerne in der Gotthardregion gesehen. Er forderte die Regierung dazu auf, dass der Monolith entweder beim Oberalppass in der Nähe der Skiarena Andermatt–Sedrun, auf dem Gotthardpass oder entlang des Vierquellenwegs präsentiert würde.

Verkehrshaus zeigt Mini-Massiv

Doch dazu wird es nicht kommen: Zwar bleibt der Monolith im Besitz der vier Gotthardkantone. Er wird jedoch ab Spätherbst 2016 als Dauerleihgabe ans Landesmuseum nach Zürich gehen, heisst es in einer Regierungsantwort auf den Vorstoss von Arnold. Bis dahin zeigt das Verkehrshaus der Schweiz in Luzern den Monolithen temporär im Rahmen der Neat-Sonderausstellung im Zugangsbereich der Halle Schienenverkehr. Wie es auf Anfrage beim Verkehrshaus hiess, könne der Stein trotz Sonderausstellung zwischenzeitlich ausgeliehen werden. Die Ausstellung «Neat – Tor zum Süden» beginnt am 24. März und dauert bis zum 23. Oktober. Neben dem Monolithen kann in der Arena auch die Nachbildung eines Originalabschnitts des Neat-Tunnels im Massstab 1:1000 betrachtet ­werden.

Studie spricht für Zürich

Der gemeinsame Entscheid der Gotthardkantone, den Monolithen dem Landesmuseum zu übergeben, basiert auf einer Nutzwertanalyse. Die Analyse zeigt, dass insbesondere die ganzjährige Erreichbarkeit, die erwarteten Besucherfrequenzen, die Eigenleistungen des künftigen Standorts sowie die Kostenfolge für eine städtische, zentral gelegene Institution sprechen. Die Standorte Sasso San Gottardo, Gotthardpass und Gletsch können mit der geografischen Lage im Gotthardraum und dem ­Inszenierungspotenzial punkten, vermögen damit die niedrigen Werte bei den übrigen Kriterien aber nicht wettzumachen. Der Urner Regierungsrat räumt aber ein, dass man sich für einen Standort im Gotthardraum starkgemacht und dabei den Gotthardpass favorisiert hätte. Man trage aber die Resultate der Nutzwertanalyse und damit den Entscheid für das Landesmuseum mit.

Kantone regeln Zukunft

Zudem oblag der Standortentscheid keineswegs allein dem Urner Regierungsrat. Graubünden, Uri, Wallis und Tessin traten mit ihrer Ausstellung gemeinsam an der Expo Milano 2015 auf. Ihr Programm San Gottardo 2020 wurde zu je 50 Prozent über die beteiligten Kantone einerseits und des Bunds andererseits finanziert. Da der Bund auf seinen Eigentumsanspruch verzichtet, sind die vier Gotthardkantone Eigentümer des Monolithen. Vor diesem Hintergrund haben alle vier beteiligten Kantonsregierungen Kompetenz über die weitere Verwendung des Monolithen. Die Volkswirtschaftsdirektoren der Gotthardkantone haben deshalb folgende Entscheide gefällt:

  • Der Monolith bleibt im Eigentum der vier Kantone. Sie behalten so die Entscheidungshoheit über den Einsatz des Monolithen.
  • Als Ausstellungsstandort kommen ausschliesslich nicht kommerzielle Institutionen wie beispielsweise Museen in Frage.
  • Der Monolith wird an einem festen Standort platziert. Aus Kostengründen wird von einer mobilen Lösung Abstand genommen. Zudem ist das Schadensrisiko beim Transport, Auf- und Abbau zu gross.

Expo Milano 2015

red. Die vier Gotthardkantone Graubünden, Uri, Tessin und Wallis präsentierten sich an der Expo 2015 in Mailand mit der Ausstellung «Acqua per l’Europa». Die Ausstellung zum Element Wasser wurde mit einem sechs Meter langen, drei Meter breiten und 20 Tonnen schweren Granitblock inszeniert, der das Gotthardmassiv als Botschafter für eine nachhaltige Nutzung des Wassers darstellte. Ein Wasserspiel mit einem nachgebauten Holzkanalsystem, so genannte Suonen, und Informationstafeln stellten das «Wasserschloss Europas» vor.


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