Forstbetriebe sollen fusionieren

KORPORATION ⋅ Die Forstbetriebe von Attinghausen und Seedorf sollen zusammenspannen. Und in Zukunft könnte das Forstrevier Attinghausen-Bauen-Seedorf mit dem Revier Isenthal zusammengeführt werden.
19. April 2017, 08:14

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

An der Korporationsbürgergemeinde Attinghausen vom Donnerstagabend wird ein richtungsweisender Entscheid gefällt. Neben der Genehmigung des Budgets 2017 und den Wahlen geht es um die Vorlage und Orientierung der Gemeindestrukturreform, die Zusammenarbeit der Forstbetriebe Attinghausen, Seedorf, Bauen und Isenthal.

Seit 2014 befasst sich eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Korporationsbürgerräte Attinghausen, Bauen, Isenthal und Seedorf, der Korporation Uri sowie des kantonalen Amts für Forst und Jagd mit den künftigen Strukturen und der Zusammenarbeit der Forstbetriebe Attinghausen, Bauen, Isenthal und Seedorf. Auslöser der Gespräche waren die bevorstehenden Pensionierungen des Revierförsters des Forstreviers Attinghausen-­­Bauen-Seedorf und weiterer Forstbetriebsmitarbeiter sowie das Projekt Korporationsbürgergemeindestrukturreform (KGSR) der Korporation Uri.

Die Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit den Fragen, wie die hoheitliche Beförsterung in den vier beteiligten Gemeinden organisiert wird und wie die Revierförster angestellt werden. Zudem wurde diskutiert, wie viele eigenständige Forstbetriebe es in Zukunft geben soll und wie sich die Zusammenarbeit gestaltet. Sämtliche Fragen wurden jeweils in den Korporationsbürgerräten behandelt, heisst es in der Botschaft des Korporationsbürgerrats von Attinghausen.

Isenthal beharrt auf eigenem Forstbetrieb

Anfänglich wurde die Variante geprüft, ob die vier heutigen Forstbetriebe Attinghausen, Bauen, Isenthal und Seedorf zu einem gemeinsamen neuen Forstbetrieb zusammengeschlossen werden sollen. Aufgrund der unterschiedlichen Ausgangslagen der aktuellen Forstbetriebe sprachen sich aber alle Korporationsbürgerräte gegen diese Lösung aus. Da insbesondere Isenthal an der Weiterführung des eigenen Forstbetriebes festhielt, stellte sich die Frage nach einem Zusammenschluss der Forstbetriebe Attinghausen, Bauen und Seedorf. In der Folge entschied sich auch der Korporationsbürgerrat Bauen gegen eine Beteiligung an einem gemeinsamen Forstbetrieb, da er nicht über eigene Angestellte und Forstbetriebsmittel verfügt.

Aufgrund der ähnlichen Voraussetzungen sowie der anstehenden personellen Veränderungen entschlossen sich die Korporationsbürgerräte Attinghausen und Seedorf, ihre Forstbetriebe künftig zu einem Forstbetrieb Attinghausen-Seedorf zusammenzuführen. «In den beiden Gemeinden sind die Betriebe sehr klein. Deswegen macht eine Fusion Sinn», äussert sich Alois Zurfluh zur Vorlage. Er ist Präsident der Korporationsbürgergemeinde Attinghausen. Vor allem bei der Nutzung von Maschinen sei eine effizientere Zusammenarbeit begrüssenswert. «Auch beim Austausch des Personals sehen wir durchaus Potenzial», ergänzt Alois Zurfluh. Ab dem 1. Januar 2018 soll die Reform in Kraft treten.

Mit dem Korporationsbürgerrat Bauen einigten sich die Korporationsbürgerräte Attinghausen und Seedorf dahingehend, dass die Beförsterung des Waldes sowie die Waldbewirtschaftung des Korporationswaldes in Bauen sowie die innerhalb der Gemeinde Bauen notwendige Waldpflege in den Jahren 2018 und 2019 vollständig durch den Forstbetrieb Attinghausen-Seedorf vorgenommen wird. Dies aufgrund der Programmvereinbarung mit dem Kanton.

Die Verträge kommen überall zur Abstimmung

Der heutige Revierförster des Forstreviers Attinghausen-Bauen-Seedorf wird voraussichtlich per Ende 2018 in Pension gehen. Der aktuelle Revierförster in der Gemeinde Isenthal möchte die Beförsterung von Isenthal auch nach 2019 weiterhin wahrnehmen. Deshalb haben sich die vier Korporationsbürgerräte auf ein Vorgehen geeinigt, das die hoheitliche Betreuung des Forstreviers Attinghausen-Bauen-Seedorf durch einen neuen Revierförster und die Betreuung des Forstreviers Isenthal durch den bisherigen Revierförster vorsieht.

Da zu einem späteren Zeitpunkt die Zusammenführung der beiden Forstreviere in ein gemeinsames Forstrevier Attinghausen-Bauen-Seedorf-Isenthal denkbar ist und ein Mitarbeiter des Forstbetriebs Isenthal zurzeit die Försterausbildung absolviert, sehen die Korporationsbürgerräte der vier Gemeinden vor, dass die Beförsterung des Forstreviers Attinghausen-Bauen-Seedorf ab 2019 durch einen bei der Korporationsbürgergemeinde Isenthal angestellten Revierförster in einem 42-Prozent-Pensum erfolgen soll. Ebenfalls soll die überbetriebliche Zusammenarbeit zwischen dem Forstbetrieb Attinghausen-Seedorf und dem Forstbetrieb Isenthal verstärkt und vertraglich festgehalten werden.

Die Korporationsbürgerräte Attinghausen, Seedorf, Bauen und Isenthal sind überzeugt, mit der vorgeschlagenen Lösung eine ideale Organisationsstruktur für ihre Forstbetriebe sowie die hoheitliche Beförsterung schaffen zu können, die auf die Bedürfnisse der Korporationsbürgergemeinden abgestimmt ist und Flexibilität für künftige Entscheide offenlässt. Da die erwähnten Verträge inhaltlich voneinander abhängen, werde sie im Frühjahr 2017 bei allen beteiligten Korporationsbürgergemeinden an der Versammlung zur Abstimmung vorgelegt.

Hinweis

Die Versammlung findet am Donnerstag, 20 Uhr, im Singsaal des Schulhauses Attinghausen statt.


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