Für Atemschutzeinsatz gerüstet

URI ⋅ Am Grundkurs für Atemschutzgeräteträger in Erstfeld wurde nicht nur Theorie gebüffelt. Das neu erworbene Wissen wurde auch bei gezielten Übungen in der Praxis umgesetzt.
19. April 2017, 08:21

Philipp Estermann

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25 Teilnehmer aus elf Gemeinde- und Betriebsfeuerwehren liessen sich vom 11. bis 13. April in Erstfeld in die Grundkenntnisse des Atemschutzhandwerks einweihen. Der Kurs beinhaltete folgende Ziele: einheitliche Ausbildung der Atemschutzgeräteträger mit Pressluftatmer, Sicherheit in der Handhabung und Wartung von Atemschutzgeräten sowie taktische Schulung im Atemschutzeinsatz.

Der Kurs stand unter der Leitung von Hauptmann Philipp Estermann, Erstfeld. Als Kurskommandant-Stellvertreter amtierte Major Stefan Tresch, Silenen, als Kursinspektor Oberstleutnant Bruno Achermann, Flüelen. Als Instruktoren waren die Hauptmänner Patrick Wipfli, Wassen, Stefan Dahinden, Andermatt, René Wipfli, Silenen, Josef Kägi, Andermatt, und Christof Nietlisbach, Schattdorf, im Einsatz. Für die Kursverwaltung sorgte Karin Huggenberger, Altdorf.

Von der Theorie bis zur Einsatzübung

Das dreitägige Kursprogramm umfasste Lektionen, in denen theoretische Grundlagen vermittelt wurden, aber auch Einsatzübungen mit realistischen Bränden. Die Kursinhalte waren vom Kurskommandanten und den Instruktoren am Kadervorkurs vorbereitet worden. Am zweiten Kadervorkurs vom 10. April wurde das benötigte Kursmaterial bereitgestellt und die Arbeitsplätze eingerichtet.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Theorie, der Grundlagen und der Angewöhnung. Schritt für Schritt wurde dabei die korrekte Inbetriebnahme des Atemschutzgerätes bis zur einsatzmässigen Bereitstellung unter Zeitdruck vermittelt, was für einen schnellen und sicheren Einsatz unabdingbar ist. Dabei wurde immer auch das Schwergewicht auf Sicherung, Überwachung und Verbindung gelegt. Diese drei Komponenten müssen zwingend eingehalten werden, sonst darf der Atemschutzeinsatz nicht erfolgen. Am Nachmittag wurden im Seilparcours Hindernisse auf dem Trümmerfeld bewältigt. Dies geschah mit zugeklebter Atemschutzmaske und bei völliger Blindheit des Geräteträgers. Bei dieser Übung wurden der Tastsinn und die Kommunikation innerhalb des Trupps trainiert, um sich bei einem Einsatz mit Rauch und ohne Sicht trotzdem fortbewegen zu können. Danach versuchte man bei einem Angewöhnungsmarsch unter erschwerten Bedingungen, die Teilnehmer an ihre körperliche Leistungsgrenze zu führen.

Die am ersten Tag vermittelten Grundlagen wurden am zweiten Tag gefestigt: Die Teilnehmer konnten verschiedene Kommunikationsmittel im Atemschutz kennen lernen und einsetzen. Dazu wurden taktische Elemente vermittelt. Es ging etwa darum, wie ein Gebäude systematisch und effizient abgesucht werden muss oder wie im Brandfall ein Innenangriff mit einer Wasserleitung richtig zu erfolgen hat. Auf sehr grosses Interesse stiess auch die Sanitätslektion, wobei die Teilnehmer mit verschiedensten Mitteln einen Notfall während des Atemschutzeinsatzes üben konnten.

Dreifacher Löschangriff wird thematisiert

Fünf Einsatzübungen und ein schriftlicher Test prägten den letzten Tag. Dazu gehörte unter anderem der dreifache Löschangriff mit Wasser, Schaum und Pulver bei einem Flüssigkeitsflächenbrand. Im sogenannten Brandhaus bekamen die Feuerwehrleute die thermische Belastung bei einem Brand im Gebäude am eigenen Körper zu spüren. Bei den Einsatzübungen («Rettung» und «Franzosenstollen») musste in extrem engen Platzverhältnissen und unter echtem Rauch bis zu 60 Kilogramm schwere Übungspuppen geborgen und zusätzliche Hindernisse überwunden werden. Bei der Übung mit verschiedenen Wärmebildkameras bekamen die Teilnehmer die Möglichkeit, die teuren Hightech-Geräte in einer Bunkeranlage auszuprobieren und dabei Erfahrungen zu sammeln.


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