Altdorfer Sieg in letzter Minute

FUSSBALL ⋅ Der FC Altdorf reitet weiterhin auf einer Erfolgswelle. Beim 2:1-Heimerfolg gegen Küssnacht steht allerdings das Glück des Tüchtigen auf der Seite der Urner.
15. April 2017, 08:42

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Das am Donnerstagabend auf einem schwer zu bespielenden Terrain unter Flutlichtbedin­gungen ausgetragene Duell ­zwischen dem Ranglistenvierten Altdorf und dem Tabellenvor­letzten Küssnacht war definitiv nichts für schwache Nerven. Die Schlussphase bot Dramatik und Spannung pur. Letztlich schafften es die mit viel Herzblut spielenden Urner, das Glück auf ihre ­Seite zu zwingen.

Die auf die Suworowmatte gepilgerten Zuschauer erlebten zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten. Im ersten Durchgang herrschte über weite Strecken gähnende Langeweile. Zwar dominierten die Platzherren zumindest optisch das Geschehen, so richtig zwingende Torchancen konnten sie sich jedoch nicht erarbeiten. Schuld an der unattraktiven Partie war nicht zuletzt die sehr defensive Taktik der Gäste, die den Platzherren kaum Räume liessen und ganz auf schnelle Konter setzten. Im Abschluss agierten sie allerdings sehr harmlos. Beide Torhüter hatten in den ersten 45 Minuten kaum etwas zu tun und mussten sich zum Teil mit Dehnübungen warmhalten.

Lustenberger vergibt Penaltychance

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild jedoch schlagartig. Die Gastgeber schraubten das Tempo enorm hoch und versuchten so, den Abwehrriegel auszuhebeln und die Küssnachter Hintermannschaft in Bedrängnis zu bringen. Das Ganze mit Erfolg, denn in der 50. Minute holte Pirmin Baumann, der im Strafraum in guter Abschlussposition umgesäbelt wurde, einen Penalty heraus. Diesen allerdings konnte Captain Samuel Lustenberger nicht versenken, weil Küssnacht-Keeper Noel Schweizer seinen platzierten Schuss auf miraku­löse Art parierte. Nur Momente später scheiterte auch Markus Zurfluh nach einem fulminanten Solo­vorstoss an Schweizer, dem klar besten Akteur in den Reihen des Underdogs.

Starke Reaktion nach kalter Dusche

In der 62. Minute folgte dann eine richtig kalte Dusche für die Elf von Trainer Pedro Somoza: Elias Ulrich münzte die erste Torgelegenheit der Gäste gleich in den Führungstreffer um, was den Spielverlauf völlig auf den Kopf stellte. Aber die Altdorfer liessen sich durch diesen Tiefschlag nicht unterkriegen und machten nun noch mehr Dampf. Goalgetter Calderon Mavembo, den man bis dahin kaum wahrgenommen hatte, war es schliesslich, der in der 77. Minute mit einem technischen Kabinettstückchen den hochverdienten 1:1-Ausgleich ­bewerkstelligte. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit erlebten die Gelb-Schwarzen dann noch ­einen weiteren Schockmoment: Der Küssnachter Roberto Tarzia hatte den Matchball auf dem Fuss, brachte jedoch das «Kunststück» fertig, das Leder aus etwa fünf Metern Distanz über den Kasten zu spitzeln. Gleich im Gegenzug rächte sich dies bitter für die ganz dringend auf Punkte angewiesenen Schwyzer. Joker Ali Mourad, der kurz zuvor für Dennis Faccenda aufs Feld gekommen war, markierte nach ­toller Vorarbeit von Lustenberger das 2:1, woran sich in der Nachspielzeit nichts mehr änderte.

«Wir haben den Gegner über weite Strecken dominiert. Deshalb ist dieser Sieg vollauf verdient, auch wenn wir zum Schluss etwas Glück in Anspruch nehmen mussten», bilanzierte Somoza nach dem Schlusspfiff. Dann ­fügte er noch an: «Meine Mannschaft hat eine tolle Leistung ­gezeigt, vor allem auch in läu­ferischer und kämpferischer ­Hinsicht. Dadurch ist es uns ­gelungen, in der zweiten Halbzeit den Druck gewaltig zu erhöhen und den Gegner so letztlich in die Knie zu zwingen.»

Der FC Altdorf ist durch diesen vierten Sieg in Folge bereits auf den dritten Platz nach vorne gerückt. Nun beträgt der Rückstand auf den zweitplatzierten FC Gunzwil nur noch drei Punkte. Nächster Gegner der Urner ist Schlusslicht Nottwil. Die Chancen stehen also gut, dass der Höhenflug noch weitergeht.

Hinweis

Telegramm, Resultate und Tabelle auf Seite 35.


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