«Ich bin überzeugt: Jugendförderung wirkt»

ALTDORF ⋅ Der Kanton Uri führte während dreier Jahre ein Kinder- und Jugendförderungsprojekt durch. Am Samstag zogen die Verantwortlichen nun Bilanz – mit einem filmischen Höhepunkt.
20. März 2017, 07:21

Uri soll ein kinder- und jugendfreundlicher Kanton sein. Dieses Ziel hat sich die Urner Regierung vor einiger Zeit auf die Fahne geschrieben. Während dreier Jahre hat sie nun mit verschiedenen Partnern intensiv an diesem Ziel gearbeitet – im Rahmen des kantonalen Programms zur Weiterentwicklung Kinder- und Jugendförderung 2014–2016. Am Samstagnachmittag fand im Cinema Leuzinger in Altdorf nun die Abschlussveranstaltung dieses Förderprogramms statt. «Jetzt ist es Zeit, um zu schauen, was es eigentlich gebracht hat», sagte Josef Schuler, Vorsteher des Amts für Kultur und Sport.

Auslöser des Förderungsprogramms war die Feststellung, dass die Anzahl Kinder im Kanton Uri seit Jahren rückläufig ist. «Uri verliert auch jedes Jahr viele junge Fachkräfte, die abwandern», sagte Regierungsrat Beat Jörg. «Offenbar besteht generell der Eindruck, dass es in Uri zwar schön zum Wohnen wäre, aber die Karrierechancen nicht intakt sind. Hier müssen wir Gegensteuer geben.» Er erhoffe sich, dass Fachkräfte mit Kindern dank eines jugend- und kinderfreundlichen Umfelds mit ihren Familien künftig viel eher im Kanton Uri bleiben oder hierhin zurückkehren werden.

Bundesamt unterstützte das Projekt

Im vergangenen September stimmte das Urner Volk einem kantonalen Kinder- und Jugendförderungsgesetz zu. Doch dies war nur ein Teilprojekt auf dem Weg zu einem jugend- und kinderfreundlichen Kanton. Das kantonale Förderprogramm bestand aus vielen kleinen Teilprojekten, bei denen sich auch Gemeinden, Vereine oder Private engagierten. Die Palette der Projekte reichte von Mitwirkungstagen für Jugendliche über Präventionsveranstaltungen bis hin zur Unterstützung von Jugendlokalen oder verschiedenen Vereinen. Zudem hat das Bundesamt für Sozialversicherungen die Urner Bestrebungen im Kinder- und Jugendbereich auch finanziell unterstützt.

Höhepunkt der Schlussveranstaltung am Samstag in Cinema Leuzinger war aber die Präsentation des Films «Jugendförderung wirkt!»von Florian Arnold. Der 28-jährige Präsident des Vereins Politcast Uri hat während dreier Jahre viele Teilprojekte des kantonalen Programms in rund 25 unterschiedlichen Kurzfilmen festgehalten. Aus diesen kurzen Sequenzen ist nun eine halbstündige Dokumentation entstanden. Diese stellt einerseits eine Bilanz des kantonalen Förderprogramms dar. Andererseits liefert sie auch Denkanstösse.

Darin kommt unter anderem Christian Imfeld zu Wort, der das Projekt seitens des Kantons intensiv begleitete. Ingenieur Jonas Nowak und der ehemalige Vorsitzende der EWA-Geschäftsleitung, Jörg Wild, erzählen im Film aber auch, warum sie nach ihren Lehr- und Wanderjahren mit ihren Familien wieder ins Urnerland zurückgekehrt sind. Die angehende Elektroinstallateurin Michaela Brand und Damian Furrer, Präsident des Vereins Freestyle Uri, zeigen zudem auf, was sie sich für die Zukunft des Kantons wünschen. Anschliessend diskutierten Initianten von einigen Teilprojekten darüber, wie es nun weitergeht. Abschliessend sagte Regierungsrat Beat Jörg: «Wir sind unserer Vision ein schönes Stück näher gekommen. Die Richtung stimmt.» Aber es gebe in allen Bereichen noch viel zu tun. Doch er ist überzeugt: «Jugendförderung wirkt.»

 

Elias Bricker

elias.bricker@urnerzeitung.ch

Hinweis

Den Film «Jugendförderung wirkt!» kann man auf der Online-Videoplattform Youtube oder auf der Website www.politcast-uri.ch anschauen. Mehr zum kantonalen Programm zur Kinder- und Jugendförderung 2014–2016 lesen Sie in der morgigen Ausgabe.

Video: Jugendförderung im Kanton Uri wirkt - der Film

Jetzt ist er fertig, der Film „Jugendförderung wirkt!“. Florian Arnold zeigt in der 27-minütigen Dokumentation, wo der Kanton Uri in Sachen Jugendförderung steht und wo es hingehen könnte, was Chancen sind, und woran Uri arbeiten sollte. (Youtube / Politcast Uri, 20.03.2017)




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