Im Rynächt ist man für Radioaktivität gewappnet

SCHATTDORF ⋅ Ein Gefahrenschild für Radioaktivität verunsichert die Bevölkerung. Landrat Alex Inderkum von der SP stellte Regierungsrätin Barbara Bär Fragen dazu. Die Umweltdirektorin beschwichtigte jedoch.

30. September 2016, 05:00

Ein Gefahrenschild verweist bei der Eingangskontrolle der Ruag im Schattdorfer Rynächt auf radioaktive Stoffe. Landrat Alex Inderkum (SP, Schattdorf) wurde aus der Bevölkerung vermehrt auf dieses Schild angesprochen und wollte darum wissen, was es mit dem Gefahrensymbol für Radioaktivität auf sich hat.

In der Fragestunde vom Mittwoch nahm Gesundheits-, Sozial- und Umweltdirektorin Barbara Bär zu den entsprechenden Fragen des Schattdorfer SP-Vertreters Stellung. «Bei der Ruag werden grundsätzlich keine radioaktiven Abfälle gelagert», betonte Bär. Trotzdem könne es vorkommen, dass im Elektroschrott ab und zu radioaktive Bauteile enthalten seien. Altmetallhändler und Kehrichtverbrennungsanlagen würden deshalb über Messgeräte oder fix installierte Sensoren verfügen, die solche Bauteile entdecken sollten. Die Ruag mache das ebenfalls.

Das Schild ist mit Sensoren ausgerüstet

Inderkum leitete mit der Frage ein, ob das Schild lediglich dazu diene, vor radioaktiven Gefahren zu warnen. «Nein», antwortete Barbara Bär. «Es handelt sich um ein Warnschild, das mit Sensoren verbunden ist.» Bär erklärte, dass bei sämtlichen Materialkontrollen beim Ein- und Ausgang des Schrottaufbereitungsareals der Ruag Radioaktivität detektiert wird. «Mit der Ein- und Ausgangskontrolle soll sichergestellt werden, dass kein radioaktives Material in die Aufbereitungsanlage gelangt oder von dort abtransportiert wird», meinte Bär.

Keine Entgegennahme von radioaktivem Abfall

Inderkums Frage, ob das Unternehmen radioaktive Abfälle entgegennehmen darf, verneinte Bär. «Das Unternehmen verfügt über keine kantonale Bewilligung für die Entgegennahme, Zwischenlagerung oder Verarbeitung von radioaktiven Abfällen.» Abschliessend wollte der Landrat von Bär wissen, wie das Unternehmen sicherstellt, dass für Mensch und Umwelt keine Gefahr bestehe. Die Gesundheits- Sozial- und Umweltdirektorin betonte nochmals, dass grundsätzlich keine radioaktiven Teile an- oder abgeliefert werden. «Sollte trotzdem einmal radioaktives Material gemessen werden, so werden die zuständigen Stellen von Kanton und Bund alarmiert», versicherte Bär . Zudem betonte sie, dass diese dann zusammen mit der Strahlenwehr für eine fachgerechte Entsorgung des Materials sorgten. Es sei bisher kein Fall bekannt, bei dem der Kanton oder der Bund beigezogen worden sei.

Die zuständige Regierungsrätin erwähnte zudem weiter, dass die Ruag auch über einen Raum verfüge, in dem solche Materialien zwischengelagert werden könnten, falls Bedarf bestehe. Dieser Raum sei von den zuständigen Behorden abgenommen worden.

 

Remo Infangerredaktion@urnerzeitung.ch


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