Jungfischer lernen ihr Handwerk

KANTON URI ⋅ Wer fischen will, muss über Fachwissen verfügen und Fertigkeiten beherrschen. 91 angehende Fischer nutzten die Gelegenheit, dies unter fachkundiger Anleitung zu erlernen und zu vertiefen.
15. März 2017, 09:18

Nach der Begrüssung durch Vereinspräsident Markus Gisler wurden die Kursteilnehmer in Gruppen aufgeteilt. Die 91 Neu- und Jungfischer wurden durch 29 Instruktoren des Urner Fischereivereins (UFV) während des Tages in die Grundlagen des Fischens eingeführt. Jede Gruppe hatte pro Posten eine Stunde Zeit zur Verfügung, um sich mit den Anforderungen, die heute für die Ausübung der Fischerei gefordert werden, zu beschäftigen.

Am Posten Material- und ­Gerätekunde wurden nebst den gebräuchlichen Angelmethoden, Geräten und Ködern auch weniger bekannte Techniken vor­gestellt. So beispielsweise das Schleppfischen mit dem Seehund oder der Tiefseeschleike sowie das Hegenenfischen auf Albeli und Felchen. Die zum Teil kniffligen Fischerknoten wurden in Theorie, aber auch in der Praxis demonstriert und geübt.

Vorschriften wurden praxisnah besprochen

Beim Fischen sind nicht wenige gesetzliche Vorschriften zu beachten. Diese wurden anhand von Beispielen praxisnah erläutert und besprochen. Weitere Themen dieses Postens waren das korrekte Ausfüllen der Fischfangstatistik, die Anatomie der Fische sowie die Vorsichtsmassnahmen und das Verhalten am Wasser.

Die Zusammensetzung der Nahrungskette wurde den Teilnehmern mit einer umfangreichen Sammlung präparierter Fischnährtiere sehr naturgetreu aufgezeigt. Hilfsmittel wie das Elektrofanggerät, welches beim Laichfischfang Verwendung findet, wurden ebenfalls gezeigt und erklärt. An einem weiteren Posten wurden nebst anderen Themen die Gewässertypen, die Gewässerökologie und die spezifischen Lebensräume, welche die verschiedenen Fischarten besiedeln, behandelt. Die Kursteilnehmer lernten, wie ein gefangener Fisch tierschutzgerecht betäubt und durch einen fachmännisch ausgeführten Kiemenschnitt ausgeblutet werden muss. Den zukünftigen Fischern wurde wärmstens ans Herz gelegt, dass der so versorgte Fisch nicht in einem Plastiksack, sondern besser in einem feuchten Tuch aufbewahrt werden soll. Auch die weiteren Verarbeitungsmöglichkeiten, wie das Filetieren, die verschiedenen Zubereitungsarten oder das Tiefgefrieren wurden thematisiert. Ein Lehrfilm vertiefte das Wissen der angehenden Fischer über die Ethik der Fischerei und den tierschutzgerechten Umgang mit dem Fisch.

Den praktischen Umgang mit Rute und Rolle erlernten die Teilnehmer am Posten Wurftechnik. Hier ging es vor allem darum, mit einem Wurfgewicht möglichst genau in einen vorgegebenen Bereich zu treffen. Dabei machten einige bereits erste Bekanntschaft mit Schnurperücken, Schnurbrüchen und anderen Widrigkeiten.

Zum Kursschluss gab es eine Erfolgskontrolle

Zum Abschluss des Kurstages war die Prüfung an der Reihe. Denn seit 2009 kann ohne Sachkunde-Nachweis im Kanton Uri kein Fischerpatent mehr gelöst werden, welches länger als einen Tag gültig ist. Um den Sachkunde-Nachweis Fischerei zu erlangen, musste jeder Teilnehmer 40 von 50 Fragen richtig beantworten. Der Praxistag, der auch zum Jungfischerkurs gehört, kann dank dem Entgegenkommen des EWA am 3. Juni 2017 wieder auf dem Arni durchgeführt werden. (red)


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