Kirchenrat bittet Bischof erneut zum Gespräch

URI ⋅ Der Kirchenrat von Bürglen bleibt dabei: Pfarrer Wendelin Bucheli soll auch nach der Segnung eines lesbischen Paares Pfarrer in der Urner Gemeinde bleiben. Der Kirchenrat hat Bischof Huonder erneut zum direkten Gespräch für eine Lösung aufgefordert.

26. Februar 2015, 22:12

Der Kirchenrat von Bürglen gelangte am Mittwoch mit einem weiteren Brief an den Churer Bischof Vitus Huonder, wie Kirchenratsvizepräsident Peter Vorwerk am Donnerstagabend an einer ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung in der Pfarrkirche Bürglen erklärte. In dem Schreiben habe der Kirchenrat den Bischof um ein persönliches Gespräch auf «neutralem Gebiet» gebeten.

Nur im direkten Gespräch könnten gute Lösungen erarbeitet werden, sagte Vorwerk. Der Kirchenrat setze auf den Dialog mit dem Bischof. Ziel sei, den Konflikt zu lösen und Schaden von der Gemeinde, dem Bistum und der christlichen Glaubensgemeinschaft im Allgemeinen abzuwenden. Man wolle der ganzen Welt zeigen, wie das Problem «christlich» gelöst werden könne, sagte Vorwerk weiter.

Der Kirchgemeindeversammlung wohnten geschätzt rund 200 Personen bei. Sie spendeten längeren Applaus für ihren Pfarrer. Bucheli selbst sagte lediglich: «Schön, seid Ihr hier». Danach sprach er ein Gebet.

In Bürglen hat der Kirchenrat über den Stand des Zerwürfnisses zwischen ihrem Pfarrer Wendelin Bucheli und dem Churer Bischof Votus Huonder informiert. Die Botschaft an die Gläubigen: Für das funktionierende Kirchenjahr hat die Kirchgemeinde alles organisiert. (Christian Volken, 27. Februar 2015)

Auszeit im Sommer

Pfarrer Bucheli soll die Geschäfte der Pfarrei bis im Sommer weiterführen. Er ist nach einem Schlaganfall zu 50 Prozent krankgeschrieben. Im Sommer will er wie geplant eine viermonatige Auszeit nehmen und in den Nahen Osten reisen. Im Advent soll er schliesslich als Pfarrer nach Bürglen zurückkehren, bekräftige Kirchenratsvertreter Vorwerk.

Ob dies allerdings der Fall sein wird, ist weiter unklar. Der Churer Bischof Vitus Huonder hatte Bucheli nach Bekanntwerden der Segnung des lesbischen Paares zur Demission aufgefordert. Seiner Ansicht nach widerspricht die Segnung von homosexuellen Paaren der offizillen Kirchenlehre. Der Churer Bischof einigte sich mit Lausanner Bischof Charles Morerod darauf, dass Bucheli in das Westschweizer Bistum zurückgerufen wird, wo er geweiht worden war. Huonder sieht sich in dem Fall für nicht zuständig.

In der Bevölkerung herrsche eine grosse Verunsicherung, sagte die Bürgler Kirchenratspräsidentin Susanne Bätscher-Planzer, in der Pfarrkirche. Es sei dem Kirchenrat wichtig, dass nun wieder Ruhe einkehre in Bürglen und dass sich das Pfarreiteam wieder um seine eigentliche Aufgabe - die Seelsorge - kümmern könne.

Das Statement des Bistums Chur

Bischof Charles Morerod wird als nächstes ein Gespräch mit Pfarrer Bucheli führen. Pfarrer Bucheli ist Priester des Bistums Lausanne-Genf-Freiburg. Das Bistum Chur respektiert diesen Ablauf und wird vorläufig keine öffentlichen Aussagen dazu machen. Bezüglich des Wunsches seitens Bürglen nach einem Gesprächs mit dem Bischof von Chur gilt das Gleiche. Bischof Huonder hat in seiner bereits erfolgten Antwort ebenfalls auf das Gespräch zwischen Bischof Charles Morerod und Pfarrer Bucheli verwiesen und festgehalten, dass dieses nun Vorrang habe. Und dass man nachher weiterschauen könne.

sda/rem

In Bürglen hat der Kirchenrat über den Stand des Zerwürfnisses zwischen ihrem Pfarrer Wendelin Bucheli und dem Churer Bischof Votus Huonder informiert. Die Botschaft an die Gläubigen: Für das funktionierende Kirchenjahr hat die Kirchgemeinde alles organisiert. (Christian Volken, 27. Februar 2015)




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