Landrat Uri macht 11 Millionen locker für Kantonsbahnhof in Altdorf

ALTDORF ⋅ Am Mittwoch sprach sich der Landrat klar dafür aus, dass sich der Kanton mit 10,87 Millionen Franken am Ausbau des Bahnhofs Altdorf beteiligt. Es gab aber auch kritische Voten.

Aktualisiert: 
15.03.2017, 19:00
15. März 2017, 10:59

Die Landräte waren sich am Mittwoch einig. Beim Bahnhof Altdorf soll investiert werden. Auch die Schlussabstimmung liess an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Mit 59 Ja (2 Enthaltungen) stimmten die Landräte einem Kredit von 10,87 Millionen Franken für den Kantonsbahnhof Altdorf zu. 

Den grössten Teil werden die SBB beisteuern. Rund 40 Millionen Franken kosten die Verlängerung des Bahnperrons und die Anpassungen der Weichen und Gleise. Die Gemeinde Altdorf soll sich mit 3,19 Millionen Franken beteiligen (Abstimmungstermin: 21. Mai). Zudem will die Urner Kantonalbank in ein neues Gebäude am Bahnhofplatz 1 investieren. 

«Der Bahnhof Altdorf bietet künftig den Pendlern ein deutlich besseres ÖV-Angebot», sagte Alois Arnold, Präsident der Volkswirtschaftskommission. Der Kanton Uri habe die Chance, mit einer gezielten Investition den Lebens- und Wirtschaftsraum zu verbessern. Céline Huber (CVP, Altdorf) sprach von einer einzigen und einmaligen Chance.

Uri könne sich mit einer optimalen Verkehrserschliessung Richtung Norden und Süden Mailand, Lugano, Locarno im ÖV-Bereich für Wirtschaft und Bevölkerung positionieren. «Die Anpassungen sind zwingend notwendig, damit wir künftig von den Halten hochwertiger Züge wie IC, EC und vor allem von Interregio-Zügen im Kanton Uri profitieren können.» Der Verpflichtungskredit von 10,87 Millionen Franken stehe in einem vernünftigen Verhältnis zum Nutzen. Auch bei der SP war der Kredit unbestritten. «Diskussionen gab es jedoch zum Begriff Kantonsbahnhof», so Nora Sommer (SP, Altdorf). «Zentralbahnhof oder Hauptbahnhof Altdorf wäre eine passendere Bezeichnung.» Kantonsbahnhof impliziere, dass es in Zukunft nur noch einen Bahnhof geben werde.

FDP will Kredit nun doch nicht vors Volk bringen

Von einem wichtigen Eckpfeiler für Uri und das gesamte Verkehrskonzept sprach Marcel Bachmann (FDP, Silenen). Die geplanten Massnahmen seien bei der FDP-Fraktion grundsätzlich gut angekommen. «Die Verhandlungen der Regierung mit den SBB waren nicht einfach und haben für den Kanton Uri gute Resultate ergeben.» Mit acht IC-Halten pro Richtung ab 2021 sei man in Uri sehr gut bedient. 

Nach einer Informationsveranstaltung (siehe unsere Zeitung vom 8. März) und den Klärungen rechtlicher Fragen hat sich die FDP-Fraktion mehrheitlich entschieden, den Kredit nicht dem Volk vorzulegen. Trotz der hohen Kosten, die dem Kanton verbleiben würden, stelle sich auch die SVP gegen einen Urnengang. «Bei den Vorarbeiten hat man sich klar für den Standort Altdorf entschieden», so Hans Gisler (SVP, Schattdorf). Verena Walker (CVP, Wassen) forderte, dass die ÖV-Verbindungen ins Oberland nicht schlechter werden dürften. Unterstützung erhielt sie von Peter Tresch (FDP, Göschenen). 

Urner Seitentäler und Oberland nicht vergessen

Besorgt zeigte sich Ruedy Zgraggen (CVP, Attinghausen). «Die SBB sind im Moment kein verlässlicher Partner.» Er sprach von einer vergoldeten Infrastruktur, die man beim Bahnhof plane. Seitentäler und Oberland würden hingegen oft kein Gehör finden. Auch auf das Gewerbe werde zu wenig Rücksicht genommen. Das zeige sich bei der geplanten Sanierung des Verkehrsknotens Kastelen in Schattdorf.

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch


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