Neue Pläne für Urner West-Ost-Verbindung

URI ⋅ Keine Tempo 30-Zone in Schattdorf, deutliche Verbesserungen für Velofahrer und Fussgänger und nur die notwendigsten Massnahmen beim Urnertor: Das sind die Kernelemente der überarbeiteten Vorlage zur West-Ost-Verbindungsstrasse (WOV).

09. April 2015, 14:46

Die WOV ist ein Schlüsselelement des regionalen Verkehrskonzepts des Kantons Uri. Dieses soll in den nächsten sechs Jahren verwirklicht werden und rund 20 Millionen Franken kosten.

Primäres Ziel des Projekts ist es, die am dichtesten bewohnten Siedlungsgebiete im Urner Talboden vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Der Landrat hatte die Vorlage Mitte November 2014 an die Regierung zurückgewiesen (Zum Artikel »). Bereits zuvor hatten Umweltverbände den Bau der WOV abgelehnt (Zum Artikel »).

Einigung erzielt

Nun hat der Kanton in Absprache mit den Gemeinden Schattdorf, Bürglen und Altdorf die Vorlage überarbeitet und eine Einigung erzielt. Insbesondere sind die flankierenden Massnahmen auf der Gotthardstrasse in Schattdorf und beim Urnertor in Bürglen überarbeitet worden (siehe Box). Die Massnahmen werden - sofern der Landrat und die Stimmbüger Ja zum Baukredit sagen - mit der Inbetriebnahme der WOV im Jahr 2021 umgesetzt. Für Markierungen und Signalisationen sind Kosten in der Höhe von 200'000 Franken vorgesehen.

Regierung steht hinter Vorlage

Der Urner Regierungsrat stehe geschlossen hinter der überarbeiteten Vorlage, teilt der Kanton mit. Er sei überzeugt, dass die vom Landrat geforderten Nachbesserungen erfüllt werden können. Mit der überarbeiteten WOV-Vorlage legt der Regierungsrat auch das Unterhaltsprogramm für die Kantonsstrassen 2016 bis 2020 auf. In den letzten Jahren hat Uri pro Jahr bis zu 10 Millionen Franken für Investitionen in die Strasse ausgegeben.

Nun im Landrat, dann vors Volk

Eng mit der WOV verbunden ist der vom Bundesamt für Strassen (Astra) geplante A2-Halbanschluss im Raum Altdorf/Attinghausen. Damit sei neu eine schnelle Verbindung aus den Siedlungsräumen direkt zur Autobahn sichergestellt. Das Astra sei bereit, den A2-Halbanschluss Altdorf Süd zu finanzieren und den Bau auf die Eröffnung der WOV abzustimmen.

Die Vorlage kommt am 27. Mai in den Urner Landrat. Das letzte Wort zum Baukredit hat das Stimmvolk an der Urne.

Das ist in Schattdorf vorgesehen

  • Auf der Gotthardstrasse Schattdorf wird keine Tempo 30-Zone eingerichtet. Auf der ganzen Strecke gilt generell Tempo 50.
  • Die Gotthardstrasse bleibt im Besitz des Kantons und wird in absehbarer Zeit nicht an die Gemeinde abgetreten. Damit bleibt der Unterhalt Sache des Kantons.
  • Die Velofahrer erhalten auf der Gotthardstrasse zwischen Kreisel Rynächt und der Schächenbrücke ein durchgehender Velostreifen. Beim Knoten Schächen wird dem Langsamverkehr besondere Beachtung geschenkt. Richtung Norden ist ein Bypass vorgesehen, Richtung Süden wird eine neue Velounterführung geprüft.
  • Zur Sicherung der Schulwege werden auf dem Abschnitt zwischen Texaid und Adlergarten drei Fussgängerstreifen neu mit Inseln ausgerüstet.
  • Im nächsten Unterhaltsprogramm 2016 bis 2020 ist eine Verbesserung beim Knoten Adlergarten geplant. Die unübersichtliche Kreuzung muss dringend saniert werden. Neu wird die Verbindung Gotthardstrasse Süd – Adlergartenstrasse vortrittsberechtigt sein.

Das ist beim Urnertor in Bürglen vorgesehen

  • Neu kommt das Rechts-Rechts-System nur auf einem kurzen Abschnitt zum Zuge, nämlich zwischen Kreisel Kollegi und Grundgasse.
  • Der Abschnitt Grundgasse bis Langmattgasse bleibt für den motorisierten Individualverkehr unverändert.
  • Verbessert wird das Fussgängerangebot mit einem neuen Gehweg über das Kollegi-Areal. Das heutige Trottoir vor der Mittelschule wird neu zum Veloweg ummarkiert. Zudem hat der Gemeinderat Bürglen darauf hingewirkt, dass in die Schulwegsicherheit beim Knoten Langmatt investiert wird. Erste Verbesserungen sollen noch vor der Inbetriebnahme der WOV umgesetzt sein, das könnten beispielsweise verbesserte Fussgängerstreifen, Schülerlotsen oder zusätzliche Haltestellen für den Schulbus sein. Mit einem Monitoring wird die Verkehrsentwicklung überwacht. Zeigt sich, dass weitergehende Massnahmen notwendig sind, werden diese gemeinsam mit der Gemeinde Bürglen geplant und umgesetzt.

pd/rem


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