Neues Urner Zentrum für überbetriebliche Kurse in Seedorf

BILDUNG ⋅ Für die metallverarbeitende Industrie und das Gewebe im Kanton Uri ist die Ausbildung von Poly- und Produktionsmechanikern ausserordentlich wichtig. Ein neues Zentrum für überbetriebliche Kurse in Seedorf hilft nun mit, den Beruf des Mechanikers zu fördern und die Lehrbetriebe in der Ausbildung zu unterstützen.
15. März 2017, 09:38

Polymechaniker und Produktionsmechaniker verzeichneten im Kanton Uri traditionell eine sehr grosse Anzahl Lernende. Dabei haben die beiden Grossbetriebe Dätwyler und Ruag einen wichtigen Beitrag in der Berufsausbildung geleistet und einen Grossteil der Lernenden im Kanton Uri in ihren Lehrwerkstätten ausgebildet. Die Ruag beispielsweise stellte ihre Lehrwerkstätte auch anderen Lernenden für die überbetrieblichen Kurse (üK) zur Verfügung. Mit dem Verkauf der mechanischen Fertigung der Ruag und damit auch der Lehrwerkstatt änderte sich die Situation bei der Durchführung der üK indes für viele Lehrbetriebe in Uri grundlegend. Heute müssen die Lernenden, die ihre Lehre nicht bei Dätwyler machen, die üK ausserhalb des Kantons absolvieren. Das ändert sich nun.

Programmvereinbarung genehmigt

Im Dezember 2016 wurde der Verband Technische Berufe Uri (VTB Uri) als Verein gegründet. Der Verein bezweckt die Durchführung von überbetrieblichen Kursen in den Berufen Polymechanikerin/ Polymechaniker EFZ und Produktionsmechanikerin/Produktionsmechaniker EFZ ab dem Schuljahr 2017/2018. Die überbetrieblichen Kurse werden in Räumlichkeiten des Berufs- und Weiterbildungszentrums Uri (BWZ Uri) in Seedorf durchgeführt. Die betreffende Programmvereinbarung mit dem Verband Technische Berufe Uri – analog zu den Vereinbarungen mit den anderen Organisationen der Arbeitswelt – hat der Regierungsrat am 7. März 2017 genehmigt.

Hilfestellung für Lehrbetriebe

Mit dem Start des neuen üK-Zentrums in Seedorf wird die Ausbildung der Lernenden für die Urner Lehrbetriebe künftig kostengünstiger und effizienter. Es werden geringeren Reise- und Unterkunftsspesen anfallen und die Koordination mit dem üK-Zentrum und der Berufsfachschule wird einfacher. Zudem können die Lehrbetriebe dank der Nähe zum Urner Ausbildungszentrum viel effektiver als bisher Einfluss nehmen auf den Ausbildungsprozess.

Für den Kanton selber entstehen aus dem Abschluss der Programmvereinbarung mit dem Verband Technische Berufe Uri keine Mehrkosten. Die vom Kanton entrichteten üK-Pauschalbeiträge werden künftig dem VTB Uri ausbezahlt statt wie bisher den ausserkantonalen Leistungserbringern. Aus den Mitteln der Neuen Regionalpolitik (NRP) leistet der Kanton indes einen substanziellen Beitrag an die Investitionen von insgesamt 350'000 Franken, die der Verband in den Jahren 2017 bis 2020 tätigt. Die NRP-Mittel erstrecken sich auf ein zinsloses Darlehen in Höhe von 120'000 Franken und einen Afonds- perdu-Beitrag von 30'000 Franken.

Stärkung des Ausbildungsstandorts Uri

«Über den erfolgreichen Abschluss der Programmvereinbarung und die finanzielle Hilfe bei den Investitionen sind wir sehr glücklich», sagt Felix Muheim, Präsident des Verbands Technische Berufe Uri. «Mit seinen Beschlüssen hat der Regierungsrat wesentlich dazu beigetragen, dass wir unser neues Zentrum in Seedorf zu tragbaren Konditionen errichten und so einen wertvollen Beitrag für den Ausbildungsstandort Uri leisten können.»

pd/zim


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