Probestart des Musicals «Pippin»

ALTDORF ⋅ Regisseur Rolf Sommer hat für das Musical «Pippin» ein motiviertes Team auf der Bühne. Dieses muss jetzt Vollgas geben, um in zehn Monaten bei der Premiere bereit zu sein.
16. März 2017, 07:44

Paul Gwerder

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«Ich habe eine Riesenfreude, denn schon lange habe ich auf diesen Tag gewartet», sagte der Präsident der Theatergruppe ­Eigägwächs Martin Blaser am vergangenen Dienstagabend. «Heute können wir mit der ersten Probe des anspruchsvollen Musicals ‹Pippin› starten.» Dabei gratulierte er allen Schauspielern sowie den Musikern.

Die Theatergruppe Eigä­gwächs ist eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Theaterbegeisterten. Viele von ihnen haben bereits Erfahrungen in der Urner Theaterszene gesammelt, manche stehen aber bei diesem Stück zum ersten Mal auf der Bühne. Für Martin Blaser ist es erfreulich und auch ein Muss, dass in diesem Stück wieder acht Behinderte von der Stiftung Behindertenbetriebe Uri (SBU) auf der Bühne stehen werden. «Nun gilt es, die vielen Erwartungen zu erfüllen. Wir müssen gemeinsam auf das Ziel hinschaffen und wenn nötig einander helfen, damit es bei der Premiere am 13. Januar 2018 auch wirklich klappt», forderte der Präsident an der Probe. Aber er zeigte sich zuversichtlich, denn er habe schon bald festgestellt, dass zwischen den anwesenden Theaterleuten die Chemie stimme.

«Das beste Team» steht auf der Bühne

Regisseur Rolf Sommer erklärte nach einer einjährigen Vorbereitungszeit: «Nach dem Casting sehe ich hier das beste Team, das ich mir wünschen kann. Für mich als Urner ist es absolut cool, dass ich die Möglichkeit habe, hier dieses Musical aufzuführen.» Als Erstes gab es am Probestart ein paar spielerische Übungen zur Teambildung. Zum Beweis, wie die Theatergruppe heute schon harmoniert, mussten sich alle am Schluss auf den Boden legen, die Augen schliessen und sich voll konzentrieren. Danach musste durchgezählt werden. Irgendjemand musste die erste Zahl eins rufen, eine andere Person die zwei und so weiter. Sobald zwei zusammenriefen, fing das Spiel wieder von vorne an. Die ersten paar Mal kam man mit Zählen kaum auf zehn, aber am Schluss klappte es, und die Zahl 40 wurde erreicht. Rolf Sommer dazu: «Ich kenne dieses Durchzählen schon lange, und es ist für mich jedes Mal ein Rätsel, wieso es funktioniert, aber es funktioniert immer.»

Ab heute wird die Gruppe jeden Dienstag proben. «Ich habe den Text des Musicals in unsere Umgangssprache übersetzt, aber es ist noch längst nicht jeder Satz in Stein gemeisselt, denn die schwierigen Sätze muss jeder so sprechen, wie sie für ihn stimmen», erklärte Rolf Sommer.

Nicht mehr viel Zeit bis zur Premiere

Für die Musiker, die anfangs allein unter der musikalischen Leitung von Michel Truniger üben werden, gilt: Das Notenmaterial ist jetzt vorhanden, aber wenn nötig muss man einzelne Teile kürzen oder sogar die Tonarten wechseln. «Wir haben nicht mehr viel Zeit, obwohl es noch zehn Monate bis zur Premiere geht. Deshalb verlange ich von jedem Einzelnen grosse Disziplin und dass er sich immer gut vorbereitet, denn es wird anstrengend», so der Regisseur mit Blick auf alle Mitwirkenden.

Für die Hauptrolle des «Pippin» ist der junge Fabian von Mentlen vorgesehen. «Ich wurde von Rolf Sommer für diese Rolle persönlich angefragt, obwohl ich selber noch keine grosse Erfahrung mit Musicals habe. Ich spielte zwar ab und zu im Kollegi­­theater und singe in einem Chor», erklärte von Mentlen, der momentan die 6. Maturaklasse besucht, bescheiden. Nach dem Theaterstück «Die Hochzeit» von Bertolt Brecht spielt die leidenschaftliche Theaterspielerin Madlen Arnold auch bei diesem Musical wieder mit: «Ich spiele in jedem Theaterstück gerne mit, sofern das Team stimmt, und hier ist dies garantiert der Fall.»


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