Schüler entdecken Kulturvielfalt

ALTDORF ⋅ 11 kulturelle Institutionen in Altdorf öffneten gestern ihre Türen für die zweiten und dritten Klassen des Kantons. Jede Klasse konnte drei verschiedene Aufführungen, Workshops oder Führungen besuchen.
15. März 2017, 09:13

Auf die Frage von Kunstvermittlerin Lotti Etter, ob sie schon einmal hier waren, meldete sich niemand. Alle 16 Schüler der zweiten Klasse aus Silenen waren gestern zum ersten Mal im Haus für Kunst Uri. Die Situation zeigt das Ziel auf, das die Organisatoren des Kulturtages haben. «Es ist wichtig, dass auch Kinder mit kulturell weniger interessierten Eltern das Kulturangebot kennen lernen», sagt Martin Giese, Leiter der Musikschule Uri.

Der Tag der Kultur wurde gestern zum ersten Mal durchgeführt und ist auf Initiative der Musikschule Uri entstanden. Unter dem Patronat von Bildungs- und Kulturdirektor Beat Jörg planten die Musikschule Uri und Vertreter des Kantons das Programm. Giese erklärt, die Stufe der Zweit- und Drittklässler sei ausgewählt worden, weil in diesem Alter das Interesse für Kultur erwache und daran, selber ein Instrument zu lernen.

Kinder tragen selber zum Konzert bei

Im Mittelpunkt stand das Konzert «Das Musik-Zauberschloss» im Theater Uri. In der Geschichte zauberte ein Zauberer alle Instrumente hervor. Die Musiklehrer traten als Spieler auf. Die Schüler konnten die Aufführung mitgestalten. Sie durften mitsingen und mitraten. Die Idee war, sagt Giese, dass alle Kinder in der Schule mit den verschiedenen Instrumenten in Berührung kommen. Sonst hätten diese Möglichkeit nur Kinder, die mit ihren Eltern den Instrumenten-Parcours der Musikschule Uri besuchen. Neben dem «Musik-Zauberschloss» besuchte jede Klasse zwei weitere Institutionen.

Im Haus für Kunst zeigte ­Etter den Schülern das Gebäude und erklärte ihnen spielerisch den Unterschied zwischen den Kunstformen Malerei, Zeichnung, Fotografie, Skulptur, ­Objekt und Performance. Die Schüler machten interessiert mit. «Es war cool, das ganze Haus zu ­sehen», meinte der 8-jährige Joel Gnos aus Silenen, und auch seine Amsteger Klassenkame­radin Amani Lussmann fand: «Es war eine tolle Ab­wechslung zu normalen Schultagen.»

Josef Schuler, Amtsvorsteher vom Amt für Kultur und Sport, war auch an der Planung beteiligt und sagt, die Lehrer würden den Schülern bereits im Unterricht wertvolle kulturelle Techniken, wie zum Beispiel Gesang näherbringen. «Aber so professionell wie die Institutionen ihr kulturelles Angebot selber vermitteln, können das die Lehrer nicht.» Trotz der lobenden Worte sagt Giese, der Aufwand, der die Organisation mit sich bringe, sei zu gross, dass der Tag in Zukunft jedes Jahr durchgeführt werden könnte.

Zum Abschluss fragte Etter in die Runde, ob sie wieder einmal ins Haus für Kunst kämen. Alle Kinder bejahten die Frage laut.

Film, Konzert, Theater

Neben der Musikschule Uri mit einem Konzert und einem Perkussions-Workshop sowie dem Haus für Kunst Uri boten noch weitere Altdorfer Institutionen Programme für die Schüler an: das Kino Leuzinger, die Ludothek, die Kantonsbibliothek Uri, das Haus der Volksmusik, die Tanzschule that’s it, das Historische Museum Uri, das Kellertheater im Vogelsang, das Kulturkloster und die Kirche Sankt Martin. (si)


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