Schüler erleben Klassik

ANDERMATT ⋅ Urner Schulklassen besuchten das Klassik-Osterfestival. Die Musiker des Ensembles Arte Diversa brachten den Schülern klassische Musik auf witzige Weise näher.
15. April 2017, 08:39

Salome Infanger

salome.infanger@urnerzeitung.ch

Primar- und Oberstufenschüler finden klassische Musik in der Regel doof. Trotzdem sassen am Donnerstagmorgen 260 Urner Schüler, vom Drittklässler bis zum Oberstufenschüler, in der Kirche Sankt Peter und Paul in Andermatt und lauschten klassischen Klängen. Denn Urner Schulklassen hatten die Möglichkeit, die Hauptprobe des Ensembles Arte Diversa zu besuchen. Die Formation hatte am Donnerstagabend ihren Auftritt am Klassik-Osterfestival in Andermatt.

Die Veranstalter wollten im Rahmen des Festivals nicht nur älteren Klassik-Fans etwas bieten. «Das ist die perfekte Gelegenheit, um Kindern und Jugendlichen die klassische Musik näherzubringen», sagt Danièle Florence Perrin vom Swiss Chamber Music Circle, der das Festival organisiert hat.

Die Musiker des Ensembles kommen aus der Slowakei, Ungarn und Russland und spielen bekannte Stücke aus den Bereichen Klassik bis World Music. «Wir haben diese Gruppe für das Schülerkonzert ausgewählt, weil sie peppige und eingängige Interpretationen von klassischen Werken vorführen», sagt Perrin.

Musiker erzählten von ihrer Karriere

Zu Beginn des Schülerkonzerts stellte Jörg Conrad, Intendant des Klassik-Osterfestivals, den Kindern die Berufsmusiker und ihre Instrumente vor. Die Schüler staunten, als alle Musiker erzählten, dass sie bereits in eine Musikerfamilie hineingeboren wurden und sie so zu ihren Instrumenten fanden.

Stefan Buga (Violine), Istvan Bertok (Piano) und Eric Hasala (Kontrabass) hatten aber noch zwei weitere Musiker dabei, mit Instrumenten, die man nicht unbedingt in einem klassischen Ensemble vermuten würde. Die beiden gebürtigen Russen Sergej Simbirev und Sergej Kondratyev führten mit Akkordeon und Balalaika einen volkstümlichen Sibirischen Tanz auf.

Das Ensemble spielte klassische Stücke wie die Ouvertüre aus «Dichter und Bauer» von Franz von Suppé oder «Caprice Nr. 24» vom «Teufelsgeiger» Niccolò Paganini. Die eigenen Arrangements hatten immer eine grosse Portion Schalk dabei.

Die Schüler mussten aber nicht eine Stunde lange stillschweigend in den Kirchenbänken sitzen. Vor allem als die jungen Musiker nach der Pause vorführten, wie sich ihre Proben angeblich abspielten, gab es einiges zu lachen. Sie alberten herum, spielten absichtlich falsche Töne und stritten sich spasseshalber auf der Bühne. Der Pianist begann mitten in klassischen Stücken, den «Ententanz» oder den Schlagersong «Ein Stern» von DJ Ötzi zu spielen. Mit dieser Mischung aus klassischer Musik und Komik waren die Schüler bestens unterhalten.


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