Seerose soll in Flüelen überwintern

URI ⋅ Das Muth-Festival auf der Seerose in Flüelen ist Geschichte. Die Organisatoren ziehen eine grundsätzlich positive Bilanz. Besonders das vergangene Wochenende hat sie mächtig aufpoliert.
27. September 2016, 05:00

«Wir haben uns in Flüelen willkommen gefühlt. Den Urnern gefiel es offenbar, dass die Seerose wieder belebt wurde», sagt Fabio Küttel, Geschäftsführer des Nationalen Zentrums für Jugend, Musik und Theater (Muth). Dessen Trägerverein veranstaltete während der vergangenen drei Wochen das Muth-Festival: Vom 9. bis zum 25. September traten auf der Seerose neun Formationen aus der Schweiz und Deutschland auf. Von Chor- über Blasmusik bis hin zu Big-Band-Sound, Pop und Rock waren etliche Stile vertreten. «Wir waren vom Gebotenen wirklich sehr angetan», so Küttel.

Was den Besucheraufmarsch angeht, sieht die Bilanz durchzogener aus – allerdings immer noch positiv. Und das dank dem vergangenen Wochenende. «Der Sonntag war der am besten besuchte Tag. Das Frühschoppenkonzert war mit 250 Besuchern ausverkauft», sagt Küttel.

Zwei Wochen Vorlaufzeit waren nötig

Die anderen Wochenenden seien indes nicht so gut frequentiert gewesen. Was nicht zuletzt am Wetter gelegen haben dürfte: «Das mittlere Wochenende war besonders durchzogen.» Dass es am meisten Zuschauer am vergangenen Wochenende nach Flüelen gezogen hatte, liegt aber gemäss dem Organisator nicht nur am Wetter: «Wir brauchten eine gewisse Vorlaufzeit, bis den Leuten wirklich klar war, dass auf der Seerose etwas los ist.»

Im Hinblick auf die Vorgeschichte zum diesjährigen Muth-Festival scheint dieser Wermutstropfen aber verschmerzbar: Nachdem bekannt wurde, dass die Seerose aufgrund einer Einsprache nicht in Vitznau ankern durfte und Flüelen als Ersatzort in die Bresche sprang, hatten die Verantwortlichen genau vier Wochen Zeit, umzudisponieren. Küttel ist dankbar, dass alles geklappt hat: «Viele Leute haben sich sehr viel Mühe gegeben, damit wir das Festival durchführen konnten.»

Der Gerichtsentscheid ist noch ausstehend

Nun ist das Muth-Festival 2016 Geschichte. Da stellt sich die Frage, wie es weitergeht. Denn ob das Festival im kommenden Jahr wieder in Vitznau über die Bühne gehen kann, ist ungewiss. Der Ball liegt beim Luzerner Kantonsgericht: «Den ausstehenden Entscheid zur Einsprache in Vitznau warten wir jetzt ab. Aber wir haben für die Ausgaben 2017 und 2018 bereits im Voraus das entsprechende Gesuch gestellt.»

Seerose überwintert wohl in Flüelen

Noch ist vieles unklar. Was aber ziemlich unbestritten ist: Der Winter kommt. Und damit muss ein geeigneter Lagerplatz her. Wofür sich wiederum Flüelen aufdrängt. Küttel erklärt: «Die Seerose lag ja bereits im vergangenen Winter hier vor Anker. Momentan sind wir daran, die Bewilligung für den kommenden Winter zu verlängern.»

Kilian Küttel


Leserkommentare

Anzeige: