Tempo-30-Gegner wollen Kompromiss

BÜRGLEN ⋅ Ein Komitee hat in einem Bericht 19 Massnahmen erarbeitet, die ohne Tempo 30 zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit im Dorfkern beitragen könnten. Zudem führen sie ein neues Gutachten und 900 Unterschriften ins Feld.
12. April 2017, 05:00

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Die Gegner der Tempo-30-Zone in Bürglen haben sich im «Komitee für ein Verkehrskonzept ohne 30er-Zone auf der Kantonsstrasse» zusammengetan. «Wir wollen eine tragbare und vernünftige Kompromisslösung für alle», sagt Mitglied Bernhard Epp.

Deshalb habe das Komitee in den vergangenen Monaten keinen Aufwand gescheut und einen Bericht mit 19 Massnahmen ­erarbeitet. Diese Massnahmen könnten anstelle der Tempo-30-Zone zu einer massgeblichen Erhöhung der Sicherheit beitragen – sowohl als Gesamtpaket als auch als einzelne Massnahme.

Unter anderem eine Bushaltebucht

Vorgeschlagen wird etwa eine Bushaltebucht Richtung Schächental im Bereich des Restaurants Schützenhaus. «Damit gäbe es keine Fahrbahnquerung der Busse beim Postplatz mehr», sagt Epp. Als weitere Massnahmen sieht er auch die Verlegung des Fussgängerstreifens beim Gasthaus Tell, eine Verbesserung der Kirchenplatz-Ein- und Ausfahrt oder Optimierungen für die Fussgänger beim Aufgang vom Sportplatz Loch her.

Gemäss einer Medienmitteilung liegt dem Komitee zudem ein neu erstelltes Gutachten von zwei TCS-Verkehrsingenieuren vor. «Sie kommen zum Schluss, dass im Tempo-30-Gutachten, das von der Baudirektion in ­Auftrag gegeben wurde, elementare und fundierte Gründe für eine Tempo-30-Zone fehlen», schreibt das Komitee. «Für die Verkehrsingenieure gehen die zahlreichen neu erarbeiteten Massnahmen sowie eine Temporeduktion auf 40 km/h wesentlich besser auf die lokalen Sicherheitsdefizite ein als die geplante Tempo-30-Zone.» Die Verkehrssituation müsse gesamtheitlich angeschaut werden, zudem seien verschiedene Massnahmen umzusetzen.

«Im laufenden Verfahren gingen die Behörden davon aus, dass die Tempo-30-Zone bei der Bevölkerung in Bürglen wenig bestritten sei», so das Komitee. Dass die Variante Tempo 30 wesentlich kritischer beurteilt werde als bisher angenommen, beweise eine am Montag dem Gemeinderat übergebene Petition mit über 900 Unterschriften von stimmberechtigten Bürglern. Verlangt wird eine Erhöhung der Sicherheit ohne Tempo-30-Zone auf der Kantonsstrasse. Die Sicherheit könne in Bürglen mit Tempo 40 und den 19 Massnahmen markant erhöht werden. Aus Sicht des Komitees sei ein Kompromiss wesentlich wirkungsvoller als ein langwieriges juristisches Verfahren. «Die Kompromisslösung kann zeitnah die Sicherheit im Dorfkern von Bürglen erhöhen.» Der erarbeitete Massnahmen­bericht sei mit den prozessführenden Parteien TCS Uri und Komitee Pro Klausenstrasse abgestimmt und besprochen.

Komitee hofft auf gründliche Prüfung

Das Komitee hat den Massnahmenbericht und das Gutachten der Verkehrsingenieure nicht nur dem Gemeinderat Bürglen, sondern auch der Baudirektion Uri und dem Obergericht Uri zukommen lassen. «Wir hoffen, dass unsere Verbesserungsmassnahmen gründlich geprüft werden und dass es zu einer schnellen ­Einigung und Lösungsfindung kommt», sagt Epp.


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