Uri erhält 30 neue Arbeitsplätze durch die Kässbohrer Schweiz AG

ALTDORF ⋅ Die Kässbohrer Schweiz AG zieht vom aargauischen Möriken nach Altdorf. In der Innerschweiz entsteht somit ein eigentliches Kompetenzzentrum für Entwicklung, Bau und Unterhalt von Personentransportsystemen.
08. Dezember 2017, 19:12

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

«Pistenfahrzeugbauer will nach Uri ziehen»: So titelte unsere Zeitung am 7. April 2017. Im Sommer 2019 dürfte es definitiv so weit sein. Dann will die Käss­bohrer Schweiz AG ihre operative Tätigkeit im Kanton Uri aufnehmen und rund 30 qualifizierte Arbeitsplätze in den Bereichen Verwaltung, Verkauf, Service, Schulung, Endmontage und Produktion von Spezialfahrzeugen (hauptsächlich von Pistenfahrzeugen) schaffen. Am vergangenen Donnerstag, 7. Dezember, hat die Kässbohrer Schweiz AG den Kaufvertrag mit dem Kanton Uri für den Erwerb einer rund 6000 m2 grossen Industrielandparzelle in der Werkmatt Uri (siehe Box «Kanton verkauft Land») unterzeichnet.

Das international tätige Familienunternehmen Kässbohrer mit Hauptsitz im deutschen Laupheim hat den Schweizer Markt für Pistenfahrzeuge bis anhin vom aargauischen Möriken aus bearbeitet – mit Filialen in Chur und Sion. Aufgrund der langen Wege zu den Endkunden hat Kässbohrer einen neuen Standort gesucht und ist in der Werkmatt Uri in Altdorf fündig geworden. Sobald der neue Hauptsitz in der Werkmatt Uri fertiggestellt ist, wird Kässbohrer dort seine operative Tätigkeit aufnehmen.

Hart umkämpftes Ansiedlungsumfeld

«Heute ist ein grosser Freudentag für unsere Volkswirtschaft und insbesondere für alle, die in den letzten Monaten an der ­Verkaufsbereitschaft für die Werkmatt Uri mitgearbeitet ­haben», sagt der Urner Regierungsrat Urban Camenzind. «Ganz besonders freut mich, dass es der Volkswirtschafts­direktion in einem hart umkämpften Ansiedlungsumfeld gelungen ist, wertvolle Arbeitsplätze nach Uri zu holen. Ich danke den Verantwortlichen von Kässbohrer für den Standortentscheid und für das Vertrauen in unseren Wirtschaftsstandort.» Neben verfügbarem und bestens erschlossenem Industrieland in der Werkmatt Uri in Altdorf hat beim Entscheid auch die Nähe zu artverwandten Unternehmen eine Rolle gespielt.

Dank der Ansammlung von Know-how im Bereich Wintersporttechnik in der Innerschweiz entsteht ein eigentliches Kompetenzzentrum für die Entwicklung, den Bau und den Unterhalt von Personentransportsystemen, von Seilbahnsteuerungen und -antrieben, Beschneiungsanlagen und weiteren Infrastrukturen für Wintersportgebiete. Betreiber von grossen Skigebieten könnten künftig in der Zentralschweiz im Umkreis von 20 bis 25 Kilometern neben Kässbohrer in Altdorf auch die Doppelmayr-Garaventa-Gruppe in Goldau (Seilbahnbau), die ­Sisag in Schattdorf und die Frey AG in Stans (Steuerungen), die Techno alpin in Flüelen (Beschneiungsanlagen) und die ­Remec AG in Altdorf (Softwarelösungen für Risikomanagement und Sorgfaltspflicht bei Seilbahnen) erreichen.

Neubau soll 2019 bezugsbereit sein

«Für uns ist der Standort in der Werkmatt Uri ideal», betont Remo Bulgheroni, Geschäftsführer der Kässbohrer Schweiz AG. «Dank der zentralen Lage sind wir inskünftig in der Lage, die ­gesamte Kundschaft in maximal zweieinhalb Stunden zu erreichen.» Sobald Kässbohrer von der Baukommission Altdorf die Baubewilligung für ihren neuen Hauptsitz erhalten hat, wird mit der Detailplanung und dem Bau begonnen. Ziel ist es, den Neubau im Sommer 2019 zu beziehen.


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