Gotthard-Sanierung: Uri muss Abklärungen treffen

LANDRAT ⋅ Nächstes Jahr wird das Schweizer Stimmvolk über den Bau einer zweiten Gotthard-Röhre abstimmen. Der Urner Regierungsrat muss nun abklären, welche Auswirkungen die Sanierung ohne zweite Röhre auf den Kanton Uri hätte.

18. März 2015, 16:54

Nächstes Jahr wird entschieden, ob am Gotthard vor der Sanierung des Gotthardstrassentunnels eine zweite Röhre gebaut wird. Ohne diesen zweiten Tunnel müsste der bestehende wegen der Sanierung für eine längere Zeit gesperrt und ein Bahnverlad eingerichtet werden.

Landrat Daniel Furrer (CVP) hat an der Landratssitzung vom Mittwoch ein Postulat zu dem Thema eingereicht. Der Parlamentarier will von der Regierung unter anderem wissen, wie die konkrete Umsetzung der Gotthard-Sanierung mit Bahnverlad aussehen könnte.

Mit 37 Ja- zu 17 Nein-Stimmen wurde Furrers Postulat für gültig erklärt. Einzig die SVP-Fraktion stellte sich gegen das CVP-Postulat.

Die Urner Regierung muss in den kommenden Monaten unter anderem beantworten, wo die geplanten Verladestationen errichtet und wie diese betrieben werden sollen. Beantwortet werden soll auch die Frage, welche Folgen die zusätzlich benötigte Kapazität auf der Schiene auf den öffentlichen Verkehr haben wird.

FDP-Landrat Markus Zurfluh hatte ebenfalls einen Vorstoss zum Thema eingereicht. Er stellte in seiner Interpellation verschiedene Fragen "zur Haltung der Urner Regierung gegen den Bau eines zweiten Gotthard-Strassentunnels". Mit ihrer "ablehnenden Haltung und ihrer Argumentation gegen die Sanierungsröhre" manövriere sich die Urner Regierung möglicherweise in eine Sackgasse, aus der sie später nicht mehr herauskomme, erklärte Zurfluh.

Dritte Abstimmung seit 1994

Die Volksabstimmung über den Bau der zweiten Gotthard-Röhre findet voraussichtlich in der ersten Hälfte 2016 statt. Es ist bereits das dritte Mal nach 1994 (Alpenschutzinitiative) und 2004 (Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative), dass das Schweizer Volk direkt oder indirekt über den Bau eines zweiten Strassentunnels durch den Gotthard entscheiden kann. Die Urner sagten zuletzt 2011 Nein zu einer zweiten Röhre. Die Urner Regierung stützt bisher diese Haltung. (sda)


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