Verwaltungsrat nimmt das Heft selber in die Hand

SCHÄCHENTAL ⋅ Die Raiffeisenbank investiert in die Planung eines Neubaus des Hauptsitzes in Bürglen. Gleichzeitig schliesst sie Ende 2016 ihre Geschäftsstellen Spiringen, Unterschächen und Urnerboden.

28. September 2016, 05:00

Qualifizierte Finanzberatungen werden von den Kunden der Raiffeisenbank Schächental grossmehrheitlich am Hauptsitz an der Klausenstrasse 146 in Bürglen nachgefragt. Das dortige Bankgebäude stösst aber bezüglich dieser Beratungsdienstleistungen an seine Grenzen. Das hat der Verwaltungsrat schon vor einigen Jahren erkannt und deshalb die Planung und die Vorabklärung eines Bankneubaus innerhalb des Projekts Pfarrmätteli der Kirchgemeinde Bürglen in Auftrag gegeben.

«Bedauerlicherweise steht das Projekt Pfarrmätteli auch nach sieben Jahren noch immer in der Planungsphase», schreibt der Verwaltungsrat der Genossenschaft Raiffeisenbank Schächental in einer Medienmitteilung. Um Rechts- und Planungssicherheit zu schaffen und die Zukunft aktiv mitgestalten zu können, habe der Verwaltungsrat bereits im Frühling entschieden, die Planung eines Neubaus des Hauptsitzes in Bürglen in Auftrag zu gegeben. In den nächsten Monaten soll das Vorhaben zur Baubewilligung eingereicht werden.

Eine eigene Lösung vorantreiben

«Raiffeisen Schächental plant die Eingabe in der Rolle als Bauherrin, die eigenständige Entscheide treffen und eine Alternative zum Pfarrmätteli vorantreiben kann», erklärte Verwaltungsratspräsident David Schuler gestern auf Anfrage. «Ob sich der Verwaltungsrat am Ende für den Neubau des Hauptsitzes oder für eine Beteiligung am Projekt Pfarrmätteli entscheidet, bleibt vorläufig aber noch offen.»

Zu zeitlichen Eckdaten des Bezugs der neuen Bank konnte sich Schuler gestern nicht äussern. «Das hängt ganz von der Projektentwicklung ab. Unser Ziel heisst ganz einfach: so schnell wie möglich.» Konkrete Zahlen zu den Investitionen für Planung und Bauvorhaben wollte Schuler keine nennen. «Ob Pfarrmätteli oder eigener Neubau: Wir streben grundsätzlich eine gut tragbare Lösung an.» Sollte das Projekt an der Klausenstrasse realisiert werden, würde dies ein Provisorium während der Bauzeit mit sich bringen. «Wir haben verschiedene Varianten diskutiert und führen mit möglichen Partnern Gespräche», so Schuler. Lässt sich die Planung eines Neubaus als ein zu erwartendes Ausklinken aus dem Projekt Pfarrmätteli interpretieren? «Nein», sagt Schuler. «Wir wollen nach wie vor beide Optionen offenhalten, denn beide beinhalten für die Raiffeisenbank Schächental Chancen.»

Drei Geschäftsstellen werden geschlossen

Dass mit der Planung eines Neubaus auch Druck auf die Verantwortlichen entsteht, will Schuler nicht a priori bestreiten. «Das heutige Bankgebäude in Bürglen stösst mit Blick auf die veränderten Kundenbedürfnisse an seine Grenzen. Wir müssen deshalb vorwärtsmachen.» Parallel zur Entwicklung der steigenden Nachfrage an qualifizierten Beratungsdienstleistungen am Hauptsitz in Bürglen haben die Geschäftsstellen in Spiringen, Unterschächen und Urnerboden in den vergangenen Jahren für die Kunden zunehmend an Bedeutung verloren. «Die Schalterstunden vor Ort werden kaum mehr genutzt», erklärt Schuler. In der Geschäftsstelle Urnerboden beispielsweise kommt es monatlich noch zu ungefähr zehn Bargeldtransaktionen. Ferner wären für die zeitgemässe Aufrechterhaltung des Schalterbetriebs umfassende Investitionen in Sicherheit und Infrastruktur notwendig. Die drei Geschäftsstellen werden deshalb per 31. Dezember 2016 geschlossen.

Neuer Bancomat soll an Klausenstrasse stehen

«Die Mitarbeitenden können sich so noch gezielter auf die Beratung der Kunden konzentrieren», betont der Präsident des Verwaltungsrats. «Die Dienstleistungen werden aufrechterhalten und gezielt ausgebaut», so Schuler. «Beratungsgespräche können wie bisher auch zu Randzeiten und beim Kunden zu Hause vereinbart werden.» Das Stockwerkeigentum der Raiffeisenbank im Gemeindehaus Unterschächen soll gemäss Schuler verkauft werden. «Wir wollen aber weiterhin einen Bancomaten betreiben, allerdings an einem idealeren Ort an der Klausenstrasse mit Parkmöglichkeiten», so Schuler. «Entsprechende Standortgespräche laufen.» Hingegen werden der aktuelle Bancomat-Standort beim Dörflihus in Spiringen zurückgebaut und das Stockwerkeigentum veräussert.

Bruno Arnold


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