Volksmusik trifft auf Beatboxing

ALTDORF ⋅ Das Sextett Chammerart hat mit seinem Konzert im Kellertheater das Publikum begeistert. Mitverantwortlich dafür waren auch zwei Beatboxer.
20. März 2017, 08:19

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

Chammerart, ein zentralschweizerisches Profi-Sextett mit Klarinetten von gross bis klein, Klavier und Schlagzeug spielte am vergangenen Freitagabend moderne Schweizer Volksmusik im Kellertheater Altdorf und traf dabei mit seiner Musik den Puls des Publikums voll und ganz. Für die Begeisterung des Publikums sorgten der Urner Michel Truniger, Caroline Krattiger, Roman Blum, Christoph Marty mit ihren Klarinetten sowie die einheimische Rebekka Mattli am Klavier und Martial Kuhn am Schlagzeug.

Die Musiker, die allesamt klassisch ausgebildet sind, interpretierten virtuose Arrangements und dazu eigens in Auftrag gegebene Kompositionen mit volkstümlichen Wurzeln in neuem Gewand. Das Besondere an diesem Konzert war, dass Nicola Katz mit seiner Bassklarinette vom Nexus Reed Quintet mit dabei war. Er war als Ersatz gekommen, da bei Christoph Marty keinen Moment sicher war, wann sein Kind auf die Welt kommt.

Was die Musiker den Musikbegeisterten boten, hört man nicht alle Tage. Meist stellt man sich unter Volksmusik Ländler vor. Dabei bekam das Publikum vom Ensemble, das im Jahr 2010 gegründet wurde, einen gerissenen Klangmix zwischen klassischer und volkstümlicher Musik zu hören. Die Profimusiker, bekannt für innovative Musik, spielten eine Art Volksmusik, die «kulturschockig» auf das fachkundige Publikum wirkte. Die felsigen Gemäuer im «Vogelsang» gaben der modernen Musik noch das spezielle Ambiente dazu. Christoph Marty kündigte auf humorvolle Art jeweils die fetzigen Titel an, welche das zahlreiche Publikum von Jung bis Alt voll begeisterten.

Experiment mit Beatboxern ging auf

Als dann noch die beiden Beatboxer Roberto Stella und später Mike Wipfli dazustiessen, gab es ein richtiggehendes Feuerwerk. Das Experiment, gemischt mit klassischer Musik und gepaart mit Volksmusik und den beiden Hip-Hoppern, löste im Publikum Begeisterungsstürme aus. Der Altdorfer Roberto Stella mischte mit seinen Einlagen den Abend richtig auf und sorgte dabei für einen kleinen Kulturschock.

Nach dem rund einstündigen Konzert forderten die Anwesenden mit ihrem Applaus eine Zugabe um die andere und bewiesen damit, dass sie vom Gezeigten im Kellertheater sehr angetan waren. Zum Abschluss experimentierte Roberto Stella mit einem Freestyle-Stück, das Beifallsstürme auslöste.

«Für uns war die Stimmung einfach super, und das Konzert bewies einmal mehr, dass Musik keine Grenzen kennt», sagten die beiden Beatboxer gleich nach dem Konzert. Die Besucher sahen das wohl ähnlich und gingen nach dem Konzert nicht sofort nach Hause, sondern diskutierten und feierten an der Bar weiter.


Leserkommentare

Anzeige: