Weihnächtliche Privatsammlung im Historischen Museum

ALTDORF ⋅ Pfarrer Hans Aschwanden war zeitlebens ein begeisterter Sammler von Weihnachtsschmuck. Nun ist ein Teil seines riesigen Fundus im Historischen Museum Uri zu sehen.

01. Dezember 2016, 05:00

Fans und Liebhaber von adventlichem und weihnächtlichem Ambiente sowie Schnickschnack kommen derzeit im Historischen Museum Uri in Altdorf voll auf ih­re Kosten. Ja, es droht sogar eine Sinnesüberreizung, denn es gibt unglaublich viel zu entdecken.

Im Hauptraum des Museums wimmelt es nur so von Christbaumschmuck aller Art, Ad­ventskränzen, Krippen, Glocken­spielen, Weihnachtspyramiden, Weihnachts- und Neujahrkarten. Zu bestaunen gibt es rund tausend zum Teil sehr erlesene Objekte. Sie alle stammen aus der gigantischen Sammlung des 2015 in Schattdorf verstorbenen Geistlichen Hans Aschwanden, der in Oerlikon und Grossteil als Vikar und dann später in Beckenried als Pfarrer wirkte. Er schenkte alles dem Historischen Museum.

Er bastelte Schmuck und sammelte Raritäten

Aschwandens Interesse an Kunst und sein handwerkliches Geschick brachten ihn dazu, in seiner Freizeit Kunstgegenstände, vor allem Klosterarbeiten und filigranen Weihnachtsschmuck, selber herzustellen. Er fertigte Christbaumschmuck aber nicht nur an, sondern begann schon in jungen Jahren, Raritäten zu sammeln. Zusammen mit seiner Schwester Marie besuchte er Flohmärkte und Antiquitätenmessen in ganz Europa.

An der Vernissage, die am Dienstag im Beisein von Hans Aschwandens Schwester Cécile Bissig-Aschwanden sowie von Nichten und Neffen des Sammlers über die Bühne ging, verriet der Ausstellungsverantwortliche Walter Bär, der das Ganze unterstützt und mit einem kleinen Team realisiert hat: «Die Auswahl ist uns sehr schwer gefallen, denn der Fundus von Hans Aschwanden ist riesig.» Dieser umfasse rund 3000 Sammelstücke. «Wir haben bewusst darauf verzichtet, etwas ins Zentrum zu rücken. Bei der Gestaltung war es uns ein Anliegen, eine breite Palette zu zeigen. Zahlreiche Objekte haben Pfarrer Aschwanden und seine Schwester selber hergestellt.» Beim Aufhängen und Aufstellen der teils recht wertvollen Stücke mussten Bär und seine Crew behutsam vorgehen, um das Risiko zu minimieren, dass etwas in die Brüche geht. Viele Stücke buhlen in Vitrinen um das Interesse der Besucher. Einiges hängt an teils recht futuristisch anmutenden Christbäumen.

Ausstellung als Andenken an ein treues Vereinsmitglied

«Pfarrer Hans Aschwanden hat uns einen ausserordentlich reichen Schatz an Weihnachtsschmuck hinterlassen», sagte Matthias Halter, Präsident des Historischen Vereins Uri. «Unser Verein ist sehr dankbar, dass er in Form eines Geschenks in den Besitz dieser wunderbaren Objekte gekommen ist.» Die Ausstellung sei auch ein Andenken an Pfarrer Hans Aschwanden, der viele Jahre ein treues Mitglied des Vereins gewesen und schliesslich sogar zum Ehrenmitglied ernannt worden sei. «Den Ausstellungsgestaltern gebührt ein grosses Lob», so Halter. «Sie haben viel Arbeit und auch Herzblut in dieses Projekt investiert.»

Hinweis

Die Ausstellung ist mittwochs, samstags und sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet, auch am 25. und 26. Dezember. Sie dauert bis am 8. Januar 2017.

Urs Hanhart


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