Wolf kostet Uri Tausende Franken

JAGD ⋅ Jetzt ist die Rechnung da: Die Jagd auf den Wolf, der Ende Juli im Gebiet Surenen/Blackenalp erlegt wurde, kostet den Kanton Uri 43 500 Franken. Dafür kommt das Ausstopfen günstiger als erwartet.

15. Oktober 2016, 05:00

Am 28. Juli fällt der Schuss, der Urner Bauern aufatmen lässt: Ein Jäger hatte Wolf M68 erlegt. Dies, nachdem das Tier über 70 Schafe auf Urner Gebiet gerissen hatte. Jetzt steht fest, wie viel Geld der Kanton Uri dafür in die Hand nehmen muss: Die 23 Jäger, die hinter dem Tier her waren, rapportierten 316 Arbeitsstunden. Das kostet Uri etwas mehr als 8500 Franken. Doch das ist nicht alles: «Der Aufenthalt des Wolfes im Kanton Uri verursachte insgesamt externe Kosten von rund 18 500 Franken», sagt Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti auf Anfrage unserer Zeitung.

In diesem Betrag sind nebst den Entschädigungen für die Jäger unter anderem Aufwände für Helikoptertransporte, Fahrspesen und Kosten für Übernachtungen enthalten. Hinzu kommen Lohnaufwände für die Wildhüter und Jagdaufseher von 25 000 Franken. Diese hatten im Juni und im Juli fast 750 Arbeitsstunden für den Wolf aufgewendet – von der Beurteilung von Rissen über das Abklären von Schadensmeldungen bis hin zur Jagd. Summa summarum beläuft sich der Endbetrag für die Wolfsjagd also auf 43 500 Franken.

Sämtliche Wildhüter im Einsatz

Der Wolf machte viel Arbeit. Das unterstreicht auch die Tatsache, dass beide vollamtlichen sowie alle sieben nebenamtlichen Wildhüter im Einsatz standen. «Zuzüglich zu den 23 Jägern waren also insgesamt 32 Personen beteiligt», so Moretti. Zwei Wildhüter sowie der Jagdverwalter mussten gar Überstunden leisten. Die angeordnete Überzeit soll laut dem Regierungsrat mit Freizeit kompensiert werden: «Ist ein entsprechender Zeitausgleich bis Ende Jahr nicht möglich, werden pro Mitarbeiter maximal die angeordneten Überstunden vergütet», erklärt der Sicherheitsdirektor.

Der Wolf wird ausgestopft (Ausgabe vom 1. Oktober). Jetzt ist klar: «Tierpräparator Hansruedi Riebli aus Giswil wird die Aufgabe übernehmen.» Die Präparation wird rund 1500 Franken kosten.

Entschädigungen und Schutz kosten einiges

Doch damit nicht genug. Neben der Sicherheitsdirektion sind auch der Volkswirtschaftsdirektion respektive dem Amt für Landwirtschaft wegen des Wolfes Kosten entstanden. Diese sind jedoch noch nicht im Detail abgerechnet, wie Damian Gisler, Vorsteher Amt für Landwirtschaft, erklärt. Die externen Materialkosten beliefen sich auf rund 2000 Franken. Mit einem fünfstelligen Betrag rechnet er bei den Arbeitskosten von betroffenen Alpen in Zusammenhang mit dem Herdenschutz. Dieser wird aber grösstenteils vom Bund gedeckt. Hinzu kommt die Entschädigung für die Herdenschutzberatung, ebenfalls ein fünfstelliger Betrag. Was an Entschädigungen für die Schafsrisse bezahlt werden muss, ist ebenfalls noch nicht abschliessend bekannt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr wurden für 55 gerissene Schafe im Isenthal 37 500 Franken bezahlt (Transportkosten eingerechnet). Der Bund übernahm 32 700 Franken. Die diesjährigen Wolfsrissentschädigungen werden den Kanton somit einen vier- bis fünfstelligen Betrag kosten.

Kilian Küttel


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