Abfallberge sollen kleiner werden

ALTDORF ⋅ Das Umweltrecht macht klare Vorgaben, was bei Bauvorhaben zulässig ist. Damit die Umsetzung in der Praxis sachgerecht erfolgt, lud das Amt für Umweltschutz verschiedene Player zu einer Infoveranstaltung ein.
10. November 2017, 08:39

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Mit Abfall soll im Kanton Uri künftig anders umgegangen werden als heute. «Das Ziel besteht darin, dass die Abfallwirtschaft zu einer Ressourcenwirtschaft wird, die geschlossene Kreisläufe entwickelt», sagte gestern Alexander Imhof, Vorsteher Amt für Umweltschutz (AfU). «Noch grössere Abfallberge sollen damit verhindert werden.» Einen Teil dazu beitragen kann auch die Baubranche. Deshalb führte das AfU gestern eine Informationsveranstaltung für Baubewilligungsbehörden und Bauabteilungen, für Bauplanungsbüros sowie weitere betroffene Firmen des Kantons zu aktuellen Umwelt-themen durch.

Im Zentrum standen der Umgang mit Bauabfällen sowie die Entwässerung von Liegenschaften im ländlichen Raum. Dies im Zusammenhang mit Anpassungen im Umweltrecht. «Die neue Abfallverordnung stellt eine Vermeidung, Verminderung und eine gezielte Verwertung von Abfall in den Vordergrund», führte Imhof aus.

Für die Abfallplanung in Uri wurde eine Projektorganisation gebildet. Zudem ist auch eine Begleitgruppe eingesetzt worden, der Vertreter der Urner Abfallbranche von Wirtschaft Uri angehören. Die neue Abfallplanung soll dem Regierungsrat Ende 2018 unterbreitet werden. Bei den Deponien bestehe zurzeit kein unmittelbarer Handlungsbedarf, so Imhof.

Hälfte der Bauabfälle wird schon verwertet

Schweizweit stehen Neuerungen im Umgang mit Bauabfällen an. An der Infoveranstaltung wurde aufgezeigt, welche Hilfeleistungen und Unterstützungen das Amt für Umweltschutz den Gemeinden bieten kann. Jährlich fallen im Kanton Uri rund 80 000 Tonnen Bauabfälle an. Mehr als die Hälfte davon wird bereits heute wiederverwertet. Die übrigen Abfälle müssen fachgerecht entsorgt oder auf einer Deponie abgelagert werden. «Neu ist, dass von der Bauherrschaft bereits bei der Baueingabe Angaben über die Menge und Art der anfallenden Bauabfälle gemacht werden müssen», erklärte Abteilungsleiter Niklas Joos. Sie habe festzulegen, wie deren Entsorgung organisiert werde. Dies verlange das neue Abfallrecht des Bundes.

Ein weiteres Thema waren Bauvorhaben an Orten, an denen früher Abfälle gelagert wurden. «Solche Bauvorhaben bedingen eine Abstimmung auf die Altlastensituation», sagte Referent Simon Walker. «Die Altlastenthematik sollte frühzeitig im Bauplanungsprozess berücksichtigt werden, um gesetzeskonform, kosteneffizient und termingerecht planen und bauen zu können.» Bauen auf belasteten Standorten erfordere eine enge Zusammenarbeit zwischen Bauherrschaft, externen Fachpersonen, Gemeinde und der zuständigen kantonalen Fachstelle beim Amt für Umweltschutz.

Thematisiert wurde auch die Entwässerung von abgelegenen Wohn- und Ferienhäusern oder Gastronomiebetrieben, die über keinen Kanalisationsanschluss verfügen. In solchen Fällen sind Lösungen zur Abwasserbehandlung und -entsorgung gefragt wie etwa Kleinkläranlagen. Rein technische Systeme bis zu Pflanzenkläranlagen sind möglich. Die Wahl des richtigen Systems hängt von verschiedenen Faktoren ab, die im Einzelfall zu beurteilen sind. Wie diesbezüglich vorgegangen wird und welches Verfahren unter welchen Voraussetzungen zur Anwendung kommt, wurde an der gestrigen Veranstaltung übersichtlich aufgezeigt.


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