Robert Schmid feiert den 100. Geburtstag

ERSTFELD ⋅ Als erster Mann konnte Robert Schmid im Spannort den 100. Geburtstag feiern. Dazu gratulierten ihm nicht nur Freunde und Bekannte, sondern auch Gemeindepräsidentin Pia Tresch.
07. Februar 2018, 07:17

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

Die Erstfelder Gemeindepräsidentin Pia Tresch freute sich, dass sie nach vier Frauen im vergangenen Jahr nun am Montag, 5. Februar, erstmals einem Mann zum 100. Geburtstag gratulieren durfte. Robert Schmid feierte dieses Jubiläum mit einigen Verwandten und seiner Tochter Sonja im Spannort. Der Jubilar zog erst vergangenen Mai von seiner Alterswohnung in das Betagtenheim.

Geboren ist der rüstige Mann im luzernischen Reiden. «Nach meiner Lehre als Maschinenschlosser bekam ich bei den SBB in Solothurn eine Stelle als Heizer. Dies war für mich eine der schönsten Zeiten, denn ich war begeistert von den Dampflokomotiven, insbesondere von der C 5/6, die auch als ‹Elefant› bezeichnet wurde. Die Arbeit war zwar nicht einfach, denn ich musste unzählige Dutzend Ster Buchenholz verheizen, da es während der Kriegsjahre für uns keine Kohlen gab», erklärte Robert Schmid.

Mit dem Güterzug über die Bergstrecke

1946 kam Schmid als junger Lokführer nach Erstfeld, wo er zuerst in einem Zimmer bei der Sattlerei Hohl lebte. Seine zukünftige Frau wohnte gerade nebenan, und nach der Hochzeit konnte er in das Haus seiner Schwiegereltern an der Gotthardstrasse ziehen, wo er bis vor ein paar Jahren wohnte. Dann zog er in eine Alterswohnung. «Ich fuhr hier am liebsten mit einem Güterzug über die Bergstrecke nach Chiasso», sagte der Jubilar. Personenzüge hätte er viel weniger geliebt, denn da hätte er unzählige Male anhalten müssen. «Natürlich vermisste ich am Gotthard meine Dampflokomotiven, dafür kam ich nach der Arbeit sauber und nicht wie ein Kaminfeger nach Hause».

Es sei schon etwas verrückt, was er in seiner Freizeit alles gemacht habe, so Robert Schmid. Es ist ihm nie langweilig geworden, denn der talentierte Handwerker baute an seinem Haus, schreinerte in der Werkstatt, arbeitete im Garten oder ging einem seiner Hobbys nach.

Er war einer der ersten im Dorf, der auf dem Dach seines Hauses eine acht Meter hohe Antenne selber hinstellte, damit er den UKW-Sender und später auch das Fernsehprogramm besser empfangen konnte. Viel Zeit verbrachte er zudem beim Bau seiner Modelleisenbahn oder beim Filmen.

Besitzer einer grossen Schallplattensammlung

Die Technik interessierte den Jubilar überhaupt schon immer. «Als ich eine Handorgel bekam, nahm ich diese lieber auseinander, als mit ihr zu spielen», erklärte Schmid, dem man stundenlang zuhören kann. Der redselige, geistig fitte Mann weiss immer etwas Spannendes zu erzählen. «Ich hatte auch eine grosse Schallplattensammlung, denn ich war begeistert von der Orchestermusik. ‹James Last› gefiel mir besonders gut.» Wenn es möglich war, besuchte er immer die Aufführungen im Theater Arth, wo die Erstfelderin Liliane Hafner häufig eine der Hauptrollen hatte. Robert Schmids Anekdoten nahmen kein Ende und im Beisammensein mit seinen Liebsten verbrachte er einen wunderbaren Tag.


Leserkommentare

Anzeige: