Altdorf braucht mehr Klassenzimmer

VERSAMMLUNG ⋅ Bis 2020 rechnet Altdorf mit einem deutlichen Zuwachs der Schülerzahlen. Für den Unterricht soll nun mehr Platz geschaffen werden – dafür müssen Vereine, Private und die Musikschule aus dem alten Hagenhaus ausziehen.
16. Mai 2017, 06:58

Die neue Turnhalle Hagen war eines der schwerwiegendsten Projekte, welche die Gemeinde Altdorf je in Angriff genommen hat. Mittlerweile ist die Halle in Betrieb. Nun will die Gemeinde erneut ein Bauprojekt im Schulhausbereich in Angriff nehmen. Diesmal geht es um eine Erweiterung des Schulhauses Hagen. Der Gemeinderat rechnet damit, dass das Bauprojekt rund 4 Millionen Franken kosten wird. An der Gemeindeversammlung vom 1. Juni stimmen die Altdorfer vorerst über einen Planungskredit von 240000 Franken ab.

«Die Zunahme der Altdorfer Bevölkerung hat auch Konsequenzen für die Schule», schreibt der Gemeinderat in der Abstimmungsbotschaft. Zwei bis drei zusätzliche Klassenzimmer mit Nebenräumen seien notwendig, damit ab dem Schuljahr 2020/21 der normale Schulbetrieb möglich bleibe.

Im laufenden Schuljahr besuchen 196 Schüler den Kindergarten, 491 die Primarschule und 184 die Oberstufe. Diese sind aufgeteilt auf 10 Kindergärten, 26 Primar- und 11 Oberstufenklassen. Gemäss den aktuell bekannten Kinderzahlen muss auch für die folgenden Jahre mit 9 bis 10 Kindergärten gerechnet werden. In der Primarschule wird bereits im kommenden Schuljahr eine zusätzliche Klasse eröffnet. Im Schulhaus St. Karl wird dafür als Übergangslösung eine Primarklasse in einem Zimmer platziert, das zurzeit für den Fremdsprachenunterricht und als Gruppenraum genutzt wird.

Effizientere Nutzung ist nicht möglich

Für das Schuljahr 2020/21 muss mit der Führung von 28 Primarklassen mit zirka 540 Schülern ausgegangen werden. «Bereits sind alle Schulräume belegt und sämtliche Möglichkeiten zur effizienten Nutzung der Räume weitgehend ausgeschöpft», heisst es in der Abstimmungsbotschaft. Ein bis zwei zusätzliche Klassenzimmer mit Nebenräumen werden somit notwendig. Der Gemeinderat hat die Ausbau­möglichkeiten der Schulhäuser Florentini, Bernarda, Marianisten, St. Karl, Hagen und des Schwesternhauses Bernarda geprüft und sich nun auf eine Vergrösserung des Hagenschulhauses geeinigt. Im neuen Anbau sollen drei Klassenzimmer mit Gruppenräumen und ein Musikzimmer realisiert werden. Der Erschliessung dienen ein zusätzliches Treppenhaus und ein Lift. Damit wird das Schulhaus Hagen auch für Gehbehinderte zugänglich.

Für den Anbau muss das alte Hagenhaus abgebrochen werden, an welches das Schulhaus 1972 angebaut wurde. Das Haus befindet sich in einem schlechten baulichen Zustand. Seit Jahren wird nur noch der notwendigste Unterhalt realisiert, eine Umnutzung für Schulzwecke macht laut Gemeinderat keinen Sinn. Der Verein Spielgruppe, die Musikschule sowie weitere Vereine und Private nutzen heute die Räumlichkeiten des alten Hauses. Für sie werde nach Ersatzlösungen gesucht, verspricht der Gemeinderat.

3,1 Millionen im Plus abgeschlossen

Neben dem Planungskredit befinden die Altdorfer an der Gemeindeversammlung über die Rechnung 2016. Diese schliesst bei einem Aufwand von 34,1 Millionen mit einem deutlichen Gewinn von 3,1 Millionen Franken ab. Gerechnet worden war mit einem leichten Plus. Der Gemeinderat beantragt, damit zusätzliche Abschreibungen bei der neuen Turnhalle Hagen zu tätigen, sodass eine ausgeglichene Rechnung präsentiert wird.

Zudem soll die Verordnung über das Halten von Hunden angepasst werden. Neu soll die Hundesteuer 80 statt 40 Franken betragen. Die Erhöhung der Hundesteuer orientiert sich laut Gemeinderat an den jährlichen Aufwendungen der Gemeinde in Bezug auf die Entsorgung von Hundekot. Neu müssen auch Hunde spätestens drei Monate nach der Geburt oder bei einem Besitzerwechsel mit einem Mikrochip gekennzeichnet werden. Für speziell ausgebildete Hunde wie Behinderten-, Blinden- oder Rettungshunde soll keine Steuer mehr bezahlt werden müssen.

Einbürgern lassen wollen sich Jelena Milojevic (serbische Staatsbürgerin), Julia Novacic (Kroatien), Roberto Benucci (Italien), Maja Lazic mit den Kindern Filip und Mihajlo (Serbien) sowie Milan und Lucija Boljesic mit den Kindern Nicole und Marijana (Kroatien).

 

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Hinweis

Die Gemeindeversammlung findet am 1. Juni um 19 Uhr im Theater Uri statt.


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