Altdorf soll ein Kunstsilo erhalten

WERKMATT URI ⋅ Kunstmäzen Christoph Hürlimann kauft das ehemalige Getreidesilo im Eyschachen. Das freut nicht nur den neuen Besitzer, sondern vor allem auch den Kanton als Eigentümer der Werkmatt.
11. April 2018, 07:30

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Das ehemalige eidgenössische Getreidesilo im Altdorfer Eyschachen soll zur neuen Begegnungsstätte werden. Künstler sollen hier Ateliers betreiben und Ausstellungsräume erhalten. Erworben hat das Gebäude Kunstmäzen Christoph Hürlimann. Damit kann der Kanton als Eigentümer der Werkmatt Uri nach dem Verkauf der ersten Parzelle an die Kässbohrer Schweiz AG im Dezember 2017 einen weiteren Erfolg vermelden. Das denkmalgeschützte Gebäude, das Architekt Eduard Züblin im Jahr 1912 geschaffen hat, soll seine Funktion als Wahrzeichen für das Areal Werkmatt Uri behalten.

Der Urner Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind spricht von einem Glücksfall. «Das Getreidesilo ist sehr aufwendig im Unterhalt», erklärt er. «Wir konnten uns bisher nicht genau vorstellen, wozu man dieses brauchen könnte.» Umso mehr freut er sich, dass der Kanton nun so schnell einen Käufer finden konnte. Hürlimann habe bereits einen beachtlichen Leistungsausweis im Kunstbereich und geniesse Vertrauen.

Zeughaus Göschenen wurde zu einem Ort für Kunst

Hürlimann ist in Uri kein Unbekannter. Der im Kanton Zug lebende Mäzen hat 2012 die private Stiftung Kunstdepot mit Sitz in Göschenen ins Leben gerufen, um Künstlern aus der ganzen Welt eine vertiefte Auseinandersetzung mit ihrer Arbeit zu ermöglichen. Dazu hat er das ehemalige Zeughaus umgebaut, sodass es den Anforderungen der Kunstschaffenden sowie seiner Kunstsammlung im Kunstdepot Göschenen Rechnung trägt. Hürlimanns Vision ist ein «Weg der Kunst» im Kanton Uri. Dieser könnte beim Haus für Kunst Uri in Altdorf beginnen, sich fortsetzen zum Kunstsilo Altdorf in der Werkmatt Uri, über das Kunstdepot Göschenen führen und den Abschluss im Museum Sasso San Gottardo auf dem Gotthardpass finden. Die Hauptherausforderung bei der Realisierung des Projekts ist die Abwägung von Interessen des Denkmalschutzes einerseits und von Nutzungsmöglichkeiten andererseits. Seit fast drei Jahren arbeitet Hürlimann mit einem Team von Fachleuten an der möglichen Umnutzungen des Getreidesilos. Für weitere Auskünfte zum Projekt war Hürlimann gestern nicht erreichbar. Die aktive Umsetzung der Vision soll nach der kantonalen Gewerbeausstellung Uri 18 beginnen. Über die Höhe des Verkaufspreises des Gebäudes werden keine Angaben gemacht.

Kontakte ja, aber keine Verkaufsverhandlungen

Die Werkmatt Uri im Gebiet Eyschachen südwestlich des künftigen Kantonsbahnhofs Altdorf ist eine der letzten grossen Landreserven im Urner Talboden. Das 12 Hektaren umfassende Areal liegt zwischen den Bahngleisen der SBB und der A2. Innerhalb des Grossprojekts Entwicklungsschwerpunkt Urner Talboden hat das Areal Potenzial für Industrie, Gewerbe und Dienstleister. Die öffentliche Hand investiert in das Gebiet zwischen dem Kantonsbahnhof und dem neuen Autobahn-Halbanschluss Altdorf Süd einen zweistelligen Millionenbetrag in die Planung und Erschliessung. Der Landverkauf erfolgt durch den Kanton Uri. «Wir haben Kontakte mit verschiedenen potenziellen Interessenten», sagt Camenzind. Zurzeit sei aber kein weiterer Verkauf spruchreif.


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