An Kreiselradien soll nichts geändert werden

KANTON ⋅ Der Schattdorfer SVP-Landrat Hans Gisler verlangt in einem Vorstoss grössere Radien bei Kreiseln und stellt die Fachkundigkeit der Planer und Zeichner in Frage. Der Regierungsrat sieht keinen Handlungsbedarf.
12. September 2017, 04:39

Am 19. April reichte Hans Gisler (SVP, Schattdorf) eine Parlamentarische Empfehlung zu Verkehrsgestaltung und Hindernisbauten auf Urner Strassen ein. Er bemängelt, dass die Kreisel im Kanton Uri gerade für Lastwagen und Busse zu eng konzipiert ­seien. «Der Kreisverkehr ist ein gutes Mittel für den Verkehrsfluss, aber ein sehr leidiges Thema im Kanton Uri für die LKW-Fahrer und Carchauffeure», sagt Gisler in seinem Vorstoss.

Das Befahren der engen Kreisel in Uri verlange von den LKW-, Car- oder Busfahrern grosses Fahrgeschick ab. Kreisel sollten nach Ansicht des Landrats so gestaltet werden, dass sie normal und ohne Schäden passierbar sind. Dies sei jedoch im Kanton Uri nicht der Fall, heisst es im Vorstoss weiter.

Der Regierungsrat betont in seiner Antwort, dass die Kreisel auf Urner Boden alle gemäss geltenden Normen gebaut wurden. Sie würden in ihrer Bauweise der Norm des Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute entsprechen.

Planung erbrachte Nachweis für Befahrbarkeit

Im Kanton Uri gibt es zehn Kleinkreisel sowie zwei Minikreisel (Kreisel Allmend in Flüelen und Kreisel Oberalp in Andermatt), für die bei der Planung der Nachweis erbracht wurde, dass sie mit Lastwagen und Sattelmotorfahrzeugen befahrbar sind, hält der Regierungsrat fest. Die Minikreisverkehrsanlage Oberalp – mit einem Durchmesser von 19 Metern der kleinste Kreisel in Uri – sei dank der Überfahrbarkeit der Kreiselmitte für Lastwagen kein Hindernis.

Ganz anderer Meinung ist Gisler: «Wenn ich an den neu ­erstellten Kreisel im Rynächt denke, wäre angesichts des vorhandenen Platzes sicherlich ein grösserer Radius angebracht gewesen.» Beim Kreisel Aschoren in Flüelen wie beim Kreisel Rynächt müsste der innere Streifen flacher angelegt werden, damit sich beim Auffahren von Anhänger- oder Aufliegefahrzeugen die Ladung nicht verschiebe, sagt Gisler. «Im Extremfall besteht sogar die Gefahr, dass ein Fahrzeug kippt.»

Wenn man von Wirtschaftsförderung im Urner Gewerbe spreche, müsse man sich bewusst sein, dass mit mehr Schwerverkehr zu rechnen sei. Somit müsse vermehrt das Augenmerk auf den Strassen-, sprich Kreiselbau gelegt werden. Gisler spart nicht mit Kritik: Er stellt das Fach- und Sachwissen der Planer und Zeichner in Frage. Landrat Gisler empfiehlt der Regierung, sich vor Ort ein Bild von der Befahrbarkeit der Kreisel zu machen, anschliessend mit Transporteuren das Gespräch zu suchen und ­seine Erkenntnisse den Ingenieurbüros zu vermitteln. Weiter soll der Regierungsrat Massnahmen aufzeigen, um allfällige Engpässe an Kreisverkehrsanlagen zu beheben oder die Befahrbarkeit der Kreisel zu verbessern.

Die Verkehrssicherheit wurde berücksichtigt

Der Regierungsrat bilanziert, dass bei den Kreiseln die lokalen Platzverhältnisse sowie die Anforderungen an die Verkehrssicherheit berücksichtigt würden. Bei der Projektierung und der Planung werde der Nachweis erbracht, dass die Kreisel mit Lastwagen und Bussen befahrbar seien. Ein Eingreifen hält die Regierung nicht für notwendig. Die aufgelisteten Anträge seien deshalb abzulehnen.

 

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

Hinweis

Die Parlamentarische Empfehlung von Hans Gisler wird in der Landratssession vom Mittwoch, 4. Oktober, behandelt.


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