Auch an die Nachkommen gedacht

BÜRGLEN ⋅ Die Arbeiten zum Neubau des Raiffeisen-Bankgebäudes an der Klausenstrasse kommen nach Plan voran. Am Dienstag wurde für die Nachwelt eine Zeitkapsel mit aktuellen Dokumenten vergraben.
09. Februar 2018, 06:55

Christian Hug

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«Ab jetzt geht es wieder nach oben», sagte David Schuler, Verwaltungsratspräsident der Raiffeisenbank Schächental, am vergangenen Dienstag in seiner Ansprache zur «Grundsteinlegung» für das neue Bankgebäude in Bürglen. Damit meinte er nicht etwa Aktienkurse, sondern den Grund und Boden, auf dem er sowie elf geladene Kaderleute und Verwaltungsräte der Bank, aber auch Vertreter des Schwyzer Architekturbüros Marty gerade standen. Mitte Oktober 2017 habe die Ausführung des Bauvorhabens mit dem Rückbau des alten Hauses begonnen, danach habe man sich mit den Aushubarbeiten in die Tiefe gegraben, erläuterte Schuler. «Jetzt kann Neues entstehen.»

Doch bevor es mit dem Neubau losgeht, wollte die Raiffeisenbank ein Zeichen setzen: Eine Zeitkapsel mit verschiedensten Dokumenten wurde in ein zuvor vom Bagger ausgehobenes Loch versenkt – ähnlich dem Jahrhunderte alten Brauch, beim Neubau oder der Renovation einer Kirche Zeitdokumente im Kirchturm einzulagern. «Einerseits ist diese Box ein Symbol für die gute Zusammenarbeit», sagte Schuler. Denn das Zusammenspiel von Planern, Behörden, Bauunternehmern und der Bank habe bisher hervorragend geklappt, und das solle weiterhin so bleiben. «Gute Zusammenarbeit ist der Grundstein des guten Gelingens.» Andererseits seien in der Zeitkapsel verschiedene Dokumente eingeschlossen, welche die Raiffeisenbank Schächental im Jahr 2018 erklären, sollte die Box in hundert oder zweihundert Jahren wieder ausgegraben werden. Ein Bild vom alten Gebäude, Porträts aller Mitarbeitenden und des Verwaltungsrats, der UW-Jahresrückblick 2017, eine Serie Münzen und Noten.

Ebenfalls in der wasserdicht verpackten Plastikbox befindet sich ein Tablet, in dem die Baupläne des neuen Gebäudes und weitere Bilder gespeichert sind – plus eine Anleitung, wie man ein Tablet richtig verkabelt und bedient. «Wir wissen ja nicht, wie der Stand der digitalen Geräte dereinst sein wird», erklärte Schuler mit einem Schmunzeln.

Zufrieden mit Verlauf des Neubaus

David Schuler und Theo Arnold, Vorsitzender der Bankleitung, legten nach der Ansprache gemeinsam die Zeitkapsel in das Erdloch, das anschliessend per Bagger wieder mit Erdreich aufgefüllt wurde.

Mit einem Apéro im Restaurant Tell fand die Zeremonie einen gediegenen Ausklang. Theo Arnold äusserte sich im Gespräch sehr zufrieden mit dem Verlauf des Projekts Neubau: «Unsere Kunden zeigen volles Verständnis für die besonderen Umstände. Der Betrieb des Container-Provisoriums im Wiligermätteli läuft absolut problemlos, unsere Bankomaten sind zentral und zugänglich.»

Aushubarbeiten sind fast beendet

Auch die Bauarbeiten kommen nach Plan voran, wie Bauleiter Christoph Pfaffen vom beauftragten Architekturbüro Marty in Schwyz bestätigt: «Die Aushubarbeiten sind fast beendet, zurzeit werden vier 160 Meter tiefe Erdsonden für die Heizung gebohrt.» Eine Herausforderung sei die Logistik: «Da die Baugrube bis an die Grundstücksgrenze heranreicht, bleibt wenig Platz für den Verkehr der Baugeräte und Lastwagen, da müssen wir uns gut organisieren.»

«Ungewöhnlich und sehr nachhaltig»

Ivan Marty, Inhaber und Geschäftsführer der Marty Architektur AG, freut sich auf das neue Haus: «Soweit möglich, werden alle Bauarbeiten von lokalen Unternehmen ausgeführt, sogar die Materialen bis hin zum Mobiliar werden von regionalen Herstellern geliefert. Das ist in dieser Konsequenz ungewöhnlich und sehr nachhaltig», erklärt er. Da können sich die Kunden der Raiffeisenbank Schächental drauf freuen.


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