Auch das Bistum hat seinen Segen gegeben

AUW ⋅ Der neue Spielplatz beim Schulhaus ist eingeweiht worden. Damit sind dort die Ausbaumöglichkeiten erschöpft. Das sei kein Problem, sagt der Vizeammann.
18. Mai 2017, 05:00

Die Auwer Schüler mussten sich gestern Vormittag noch einen Moment gedulden. Bevor sie die Bremer Stadtmusikanten besingen durften, verlangte die benachbarte Kirche Sankt Nikolaus die Aufmerksamkeit der Versammelten für ihr Glockenspiel. Nach ein paar Minuten legten die Schüler los und weihten damit den neuen Spielplatz neben dem Schulhausplatz ein. Er besteht aus mehreren Kletterelementen, wovon eines auch als Liege genutzt werden kann. «Zum Chillen», gab der Vizeammann Martin Abt die Verwendung in Jugendsprache wieder.

98000 Franken hat die Gemeindeversammlung vor einem Jahr für die Umsetzung gesprochen. Gemäss Vigi Doerig, dem lokalen Gartenbauer, der um die Umsetzung bemüht war, sei dieser Betrag nicht übertrieben gewesen. Er habe genau kalkulieren müssen. Schliesslich liegt dem Spielplatz nicht nur die Anschaffung von ein paar neuen Klettermöglichkeiten zu Grunde: Es wurde robuster Rollrasen verlegt, ein Zaun zur Abgrenzung von der Hauptstrasse gebaut, und darüber hinaus das Areal mit einem Weg und einer Treppe versehen. Letztere ist so bemessen, dass sich die Schüler für Unterricht im Freien gut hinsetzen können. Und schliesslich hat man, wie Doerig darlegt, die Rasenfläche in Richtung Strasse so abschüssig gestaltet, dass die Kinder erst gar nicht auf die Idee kommen, dort Fussball zu spielen.

Grosszügige Spenden

Die für die Schule zuständige Gemeinderätin Marlis Villiger sagte in Übereinkunft mit Vizeammann Abt, dass der Kredit problemlos reichen würde. Darüber hinaus sind dank Spenden über 8000 Franken zusammengekommen, die für den neuen Spielplatz aufgewendet werden. Villiger zeigte die Notwendigkeit dieser Unterhaltungsstätte für die 255 Primarschüler der Gemeinde auf. Denn das ehemalige Klettergerüst und weitere Spielfläche wurden der Anfang 2014 eingeweihten Turnhalle geopfert. Seither suchte man nach geeignetem Land für den neuen Spielplatz. Die Verhandlungen über das vom Gemeinderat bevorzugte Stück neben der Sprintbahn scheiterten, schliesslich habe man sich für die heutige Parzelle interessiert. Gemäss Marlis Villiger hätte dafür sogar das Bistum Basel sein Einverständnis geben müssen – weil ein Teil davon der Kirchgemeinde gehörte.

Auw wird nicht mehr stark wachsen

Die Einweihung der «Pausenplatzerweiterung», wie der Spielplatz auf Amtsdeutsch heisst, ist gleichbedeutend mit dem Ende der Ausbaumöglichkeiten des Schulhauses Auw. Mit der aktuellen Schülerzahl sei man ohnehin «am Limit», sagt Villiger. Gemäss Martin Abt würde sich die Lage in den nächsten Jahren von allein entschärfen. Bauland sei kaum mehr vorhanden, die Zeit des grossen Wachstums der Gemeinde entsprechend vorbei.

Dass die Einwohnerzahl von Auw in den letzten 15 Jahren um rund 800 Personen auf fast 2100 zugenommen hat, war den Schülern gestern herzlich egal. Sie erwarteten die Freigabe des neuen Spielplatzes durch Schulleiterin Kathrin Vogt und nutzten das Angebot anschliessend rege.

 

Raphael Biermayr

raphael.biermayr@zugerzeitung.ch


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