Beamer ersetzen die Wandtafeln

SCHATTDORF ⋅ Mehr als 17 Millionen Franken wurden in den Neu- und Umbau des Schulhauses Gräwimatt investiert. Die Gemeinde hat damit nun eines der modernsten Schulhäuser des Kantons.
15. September 2017, 08:52

Markus Zwyssig

markus.zwyssig@urnerzeitung.ch

Diese Woche legten die Handwerker noch da und dort im Schulhaus Hand an. Der Zeitdruck beim Um- und Neubau des Schulhauses Gräwimatt war gross. Und der Endspurt hatte einen guten Grund: Morgen Samstag muss alles bereit sein. Die Bevölkerung ist zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

«Es wurde Monat für Monat mehr als 1 Million Franken verbaut», gibt José Marinho, Gesamtleiter für das Büro Germann und Achermann AG, zu bedenken. Ausgeführt wurden die Arbeiten zu über 50 Prozent von Urner Firmen. Zum Start des neuen Schuljahres konnten die neuen Räumlichkeiten – nach einem Schuljahr im Provisorium – bezogen werden.

Winzige Details dank moderner Technik

Die Schulzimmer sind modern eingerichtet. Wandtafeln gibt es keine mehr. Weiterhin gibt es aber ein Whiteboard, eine mit speziellen Filzstiften beschreibbare Tafel. Neu gibt es in jedem Schulzimmer eine weisse Wand. Eine sogenannte Dokumentenkamera und ein Beamer sorgen dafür, dass der Lehrer einen geschriebenen Text, Seiten aus Büchern oder Lexika oder Objekte aller Art an die Wand projizieren kann. Durch die Schwenk- und Zoomfunktion sind selbst kleinste Details sichtbar. «Wir haben ein modernes Schulhaus gebaut, das mindestens die kommenden 20 Jahre von Lehrern und Schülern gut genutzt werden kann», so Walker.

Die Lehrer müssen sich aber nicht nur bei der Präsentation umgewöhnen. Neu ist auch, dass Unterrichtsmaterialien nicht mehr in den Schränken der Schulzimmer aufbewahrt werden, sondern in entsprechenden Lagerräumen. «Der vorhandene Raum soll für den Unterricht genutzt werden können», sagt Marinho. Alle Schüler erhalten zudem einen eigenen Garderobenkasten im Treppenhaus.

Mehrkosten liegen im Rahmen

«Zeitlich lagen wir im Plan», sagt Roman Walker erfreut. Der Gemeindevizepräsident ist Präsident der entsprechenden Baukommission. Zufrieden ist er auch, was das Finanzielle betrifft. «Wir können im Rahmen des Budgets abschliessen», sagt Roman Walker. Die Schattdorfer haben am 30. November 2014 einen Kredit von 16,56 Millionen Franken gutgeheissen. Der Kostenvoranschlag war mit einer Unsicherheit von plus/minus 10 Prozent berechnet worden. Anfallen werden nun Mehrkosten von zirka 890000 Franken, was einem Plus von 5 Prozent entspricht.

Weil ein Schaden festgestellt wurde, musste die Decke der Aula zusätzlich saniert werden. Zudem wurde ein neuer Boden eingesetzt. Massnahmen zur Erdbebensicherheit führten ebenfalls zu unvorhergesehenen Kosten. Bei der Aula musste ein neuer Fluchtweg gebaut werden. Das nutzen die Architekten, um beim Ausgang neu einen Begegnungsort zu schaffen, an dem beispielsweise auch ein Apéro durchgeführt werden kann.

Die Schulanlage Gräwimatt ist in mehreren Etappen erbaut worden. Der Grundstein dazu wurde vor über 40 Jahren gelegt. «Jetzt wurde die 36000 Kubikmeter grosse Anlage zu einem übersichtlichen Ganzen zusammengefügt», sagt Marinho.

Neu geschaffen wurde ein ebenerdiger Zugang mit einem grosszügigen Foyer. Die ursprüngliche Architektur mit den markanten Kuben, den charakteristischen Fensterfronten blieb erhalten. «Neu ist auch das Farbkonzept mit den Farben Gelb, Grün und Blau», erklärt Marinho. «Das bietet dem Besucher eine gute Orientierungshilfe.» Das neue Schulhaus wird zwar nun schon seit ein paar Wochen für den Unterricht genutzt. Trotzdem wird es noch Anpassungen im betrieblichen Ablauf geben. «Ein Schulhaus muss leben», sagt Roman Walker. Eines ist für ihn gewiss. «Mit dem Gräwimatt-Schulhaus hat nun Schattdorf eines der modernsten Schulhäuser im Kanton.»

Hinweis

Der Tag der offenen Tür beginnt morgen Samstag um 10.30 Uhr mit der Einsegnung. Ab 10.55 Uhr findet die Schlüsselübergabe von der Baukommission an die Einwohnergemeinde statt. Um 11.20 Uhr hält Landammann Beat Jörg eine Ansprache. Ab 12 Uhr können die Schulanlagen besichtigt werden.


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