Beim Urner Jägerverein gibt es viele Wechsel

WASSEN ⋅ Gleich sechs neue Mitglieder wurden in die Schiesskommission gewählt. Eine spezielle Ehrung wurde Max Arnold, langjähriger Obmann der Wildnachsuche, zuteil.
16. April 2018, 05:00

Georg Epp

redaktion@urnerzeitung.ch

Hanspeter Schuler, der neue Präsident des Urner Jägervereins, freute sich, 205 Jägerinnen, Jäger und Gäste zur 112. Generalversammlung im Mehrzweckgebäude Wassen zu begrüssen. Die Jagdhornbläsergruppe Bärgarvä lieferte den musikalischen Willkommgruss. Unter der Regie von OK-Präsident Peter Mattli, Fahnengötti und Ehrenmitglied im Urner Jägerverein, hatten die Wassner Jäger das Tagungslokal in eine kleinere Trophäenschau verwandelt. «Der Bär hat sich wohl wieder aus dem Meiental entfernt, weil er wusste, dass sich hier heute Abend über 200 Jäger versammeln», meinte Mattli.

Die Versammelten gedachten neun verstorbener Vereinsmitglieder, unter ihnen auch Ehrenmitglied Josef Imhof, Seedorf, und die ehemalige «Standel»-Wirtin Astrid Epp, Silenen. Neun Neumitgliedern standen 29 Abgänge gegenüber, der Mitgliederbestand sank auf 644 Jägerinnen und Jäger (–20).

Entschädigung soll neu ausgehandelt werden

Obwohl Finanzchef Philipp Lussmann ein kleines Defizit von 2513 Franken präsentierte, darf die finanzielle Situation als stabil bezeichnet werden. Die Schiesskommission schloss mit einem Plus von 1059 Franken und die Hegekommission mit einer Vermögensabnahme von 466 Franken. Die Anregung von Schiesskommissionsmitglied Richard Dittli, die Entschädigung der Mitbenützer der Jagdschiessanlage Standel Wassen, Militär und Polizei, nach vielen Jahren neu auszuhandeln, wurde vom Vorstand entgegengenommen. Eine kleine Statutenrevision wurde ohne Wortmeldungen akzeptiert. Die Revision beinhaltet unter anderem die Anpassung geltender Begriffe gemäss Zivilgesetzbuch (ZGB). Neu ist es nicht mehr die Generalversammlung, sondern die Vereinsversammlung. Die Wahlen werden so aufgeteilt, dass nicht das gesamte Gremium demissionieren kann. Das OK Trophäenschau ist neu fester Bestandteil der neuen Statuten. In der Schiesskommission mussten sechs der 14 Mitglieder ersetzt werden.

Die Differenzen zwischen Schiesskommissionspräsident Max Baumann und Präsident Hanspeter Schuler wurden in einem Gespräch bereinigt. Demissioniert haben Präsident Max Baumann und die Mitglieder Oswald Lussmann, Richard Dittli, Kurt Waser, Bernhard Gander und Marco Kieliger. Neu in der Schiesskommission Einsitz nehmen Lilo Schwarz, Schattdorf, Xaver Scheiber, Seedorf, Werner Kempf, Altdorf, Bruno Planzer, Bürglen, Fabian Wyrsch, Altdorf und Luca Gisler, Erstfeld. Nach dem tragischen Tod von Josef Gisler (Stiniger) musste dem Regierungsrat ein neues Mitglied in die Wildschadenkommission vorgeschlagen werden. Zur Verfügung stellt sich Ehrenmitglied und alt Hegekommissionsmitglied Matthias Baumann.

Arnold wird Ehrenobmann der Schweisshundeführer

Ramon Russi war es vorbehalten, das Schaffen des im vergangenen Jahr abgetretenen Obmanns der Schweisshundeführer, Max Arnold, zu würdigen. 17 Jahre hat «Bärcheler Max» das Nachsuchewesen mit viel Engagement als Obmann aufgebaut und geleitet. In dieser Zeit wurden über 600 Nachsucheinsätze geleistet und heute stehen rund 25 Hunde und Betreuer bereit, um Einsätze zu leisten. Max Arnold wurde zum Ehrenobmann ernannt.

Für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurden Markus Bissig, Seedorf; Mario Garrisi, Erstfeld und Franz Kuriger, Seedorf. 13 Jäger konnten für 45-jährige Mitgliedschaft im Urner Jägerverein als Freimitglieder geehrt werden: Hans Arnold, Schattdorf, Felix Arnold, Schattdorf, Beat Arnold, Haldi, Peter Arnold, Haldi, Max Arnold, Erstfeld, Josef Gisler, Bürglen, Karl Imholz, Altdorf, Josef Indergand, Gurtnellen, Franz Lussmann, Bristen, Franz Püntener, Attinghausen, Josef Scheiber, Haldi, Hans Schuler, Erstfeld und Anton Walker, Schattdorf. Mit grossem Dank wurden die abgetretenen Schiesskommissionsmitglieder, aber auch der zurückgetretene «Standel»-Wirt Ernst Zgraggen verabschiedet.

Herdeschutzhunde: Problem hat sich abgeschwächt

Präsident Hanspeter Egli überbrachte die Grussworte von Jagd Schweiz. Der Vorschlag des Bundesrats zur Teilrevision des eidgenössischen Jagdgesetzes ist seiner Meinung nach eine gute Grundlage, Management und Regulierung geschützter Arten, insbesondere der Grossraubtiere zu verbessern und die Handlungsfähigkeit der Kantone zu stärken.

Sicherheitsdirektor Dimitri Moretti überbrachte die Grüsse der Urner Regierung. Er freute sich, erstmals bei der GV der Urner Jäger dabei zu sein. Hans Regli, Talammann der Korporation Ursern, ist überzeugt, dass sich das Problem mit den Herde­schutzhunden im Tourismusgebiet abgeschwächt hat. Der Schafhirt setzt dieses Jahr keine Schutzhunde mehr ein.

Jagdverwalter Josef Walker orientierte über die Zuteilung des Reduktionsabschusses des Steinwilds. Es ist vorgesehen, 46 Tiere zu schiessen, alle Abschüsse konnten vergeben werden.


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