Brauchtum, Tanz und Bekanntschaft

URNERBODEN ⋅ Die 26. Ausführung des Älpler-Wunschkonzerts entpuppte sich als voller Erfolg und zog wiederum 2500 Besucher an. Für den neuen OK-Präsidenten Markus Walker gibt es nur einen kleinen Wermutstropfen.
07. August 2017, 21:15

Florian Arnold

florian.arnold@urnerzeitung.ch

Eine Fahrt über den Klausenpass hätte sich beim gestrigen Wetter ohnehin gelohnt. Viele haben aber vor allem den Weg auf sich genommen, um am 26. Älpler-Wunschkonzert auf dem Urnerboden dabei zu sein. An den Autonummern war zu erkennen, dass die Veranstaltung Zentral-, Ost- und Westschweizer genauso anzieht wie Walliser oder Gäste aus dem nahen Ausland. OK-Präsident Markus Walker hat dafür eine Erklärung: «Das Älpler-Wunschkonzert kommt deshalb so gut an, weil es noch etwas Natürliches ist.» Es sei nicht einfach eine Show, sondern passe sehr gut auf den Urnerboden.

«Es ist einfach ein gemütliches Zusammensein, und man kann mit Jung und Alt Sprüche klopfen», sagt der 20-jährige Fredy Meyer aus Adligenswil und fügt mit einem grossen Grinsen an: «Man kann hier mit jeder tanzen – fast keine sagt Nein.» Die 22-jährige Manuela Zemp ist mit ihren Arbeitskolleginnen eines Seniorenzentrums angereist. «Wir geniessen die Stimmung und werden in Zelten übernachten.» Eine etwas kürzere Anreise hatte Rosy Arnold: «Ich tanze gerne und komme deshalb jedes Jahr wieder», so die Attinghauserin.

Helfer übertreffen Einwohnerzahl bei weitem

Damit die rund 2500 Leute ihr Fest gestern geniessen konnten, waren rund 150 Helfer im Einsatz. «Bis jetzt hatten wir immer das Glück, dass sehr viele gerne mithalfen», sagt OK-Präsident Walker. Dies hängt auch mit den lokalen Vereinen zusammen. So zählt der Skiklub 330 Mitglieder und der Verkehrsverein 180 – dies bei einer ständigen Bevölkerungszahl von gerade mal 25 Personen. Für viele ehemalige Urnerbödeler ist der Helfereinsatz Ehrensache, wie etwa für Otto Schuler, der heute in Schattdorf lebt. «Vor 26 Jahren wurde ich vom Skiklub aufgeboten und war seither jedes Mal dabei», so Schuler. «Hier trifft man Leute, die man sonst selten sieht.» Für ihren Einsatz werden die Helfer später mit einem Ausflug belohnt. Das Wunschkonzert stärke den Zusammenhalt und sei wichtig für die Region, sagt der OK-Präsident. Trotz des grossen Erfolgs hat das OK aber auch mit weniger Erfreulichem zu kämpfen. «Ein grosses Problem ist es, Bewilligungen für Reisecars zu erhalten, welche Leute ans Wunschkonzert bringen», so Walker. Den Behörden sei offenbar nicht bewusst, was die Hürden des Verkehrsregimes für die Region bedeuteten. «Alle sprechen von Tourismusförderung. Aber mit solchen Vorschriften schneidet man uns die Beine ab», so Walker.

Der Stimmung schadete dies gestern aber nicht. Schon vor dem eigentlichen Mittelpunkt, der Radiosendung live aus dem Festzelt, geriet die Stimmung schon fast an den Siedepunkt. «Es ist eine extreme Situation für einen Moderator», gibt Beat Tschümperlin zu, der mit Christine Gertschen durch die Livesendung führte. «Man muss sehr laut sprechen und darf nicht erwarten, dass einem das ganze Festzelt zuhört.» Etwas undankbar sei der hohe Stimmungspegel auch für die Jodler der Sendung. Aus diesem Grund gab das Jodlerquartett Quellfrisch gestern im Anschluss an die Radiosendung noch ein Konzert in der Kapelle. «Für viele Jodlerfans ist dies das eigentliche Highlight, während andere bis in die Morgenstunden tanzen.»

  • Die Kapelle Wilti-Gruess spielt auf. (© Florian Arnold (Urner Zeitung))
  • (© Florian Arnold (Urner Zeitung))
  • (© Florian Arnold (Urner Zeitung))

Das Älpler-Wunschkonzert auf dem Urnerboden zog rund 2'500 Besucher an. Die Radiosendung live aus dem Festzelt war dabei nur ein Teil des Brauchtums. Das Volksfest war bereits vor der Sendung in Gange und dauerte danach noch an: Tanzen, Jassen, Schnupfen, Sprüche klopfen gehört dazu.


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