Altdorf: «Costa Rica» wird neu zum «Trämli»

GASTRONOMIE ⋅ Zwei junge Lüftungsanlagenbauer wollen frischen Wind ins Altdorfer Nachtleben bringen. Der Name ihrer Event-Bar erinnert jedoch an vergangene Zeiten.
14. Juni 2017, 04:39

Die «Spinne» war einst eine berüchtigte Bar. Im Kellergeschoss des heutigen Brillengeschäfts ­Sélébam inmitten von Altdorf stiegen schon in den 1970er-­Jahren die Partys. Später wurde karibisches Flair in die Räume im Untergeschoss gebracht und die Bar neu «Costa Rica» getauft, wie sie noch heute heisst. In letzter Zeit allerdings wurde es eher still um das Nachtlokal. Ende Mai schloss die Bar.

Nun wollen zwei junge Urner dem Lokal neues Leben einhauchen und «neuen Wind hineinbringen», wie Fabio Dittli (20) sagt. Zusammen mit Daniel Baumann (21) wird er das Lokal ab 4. August für mindestens ein Jahr mieten. Bis zur Neueröffnung sind Sanierungsarbeiten im Gang. Ihr Konzept: «Wir wollen, dass in Altdorf wieder mehr Livekonzerte stattfinden», sagt ­Dittli. «Wir wollen vor allem Künstlern aus Uri und der Zentralschweiz die Möglichkeit bieten, vor einheimischem Publikum aufzutreten.» Damit sollen junge Talente gefördert werden.

Doch auch vor grossen Namen schrecken die neuen Bar­betreiber nicht zurück: Am 6. Oktober ist Damian Lynn in der neuen Event-Bar zu Gast. Der Luzerner Singer-Songwriter wurde bei den Swiss Music Awards zum «Best Talent 2016» erkoren und trat im Frühling am Altdorfer Tonart-Festival auf.

Ein Name mit Geschichte

Zum «neuen Wind» der beiden jungen Urner gehört auch ein neuer Name. So wird die Bar künftig «Trämli» heissen. «Wir haben nach einem Namen gesucht, der etwas mit der Altdorfer Geschichte zu tun hat.» So soll die Bar an die einstige Tram­verbindung zwischen dem Telldenkmal und Flüelen erinnern.

Die zwei Altdorfer sind Quereinsteiger in der Gastronomie. Beide absolvierten eine Ausbildung als Lüftungsanlagenbauer – und konnten sogar bei den Schweizer Berufsmeisterschaften Erfolge feiern. Während Daniel Baumann weiter 100 Prozent arbeiten wird, will Fabio Dittli die Berufsmatura absolvieren. Die Bar werden sie in ihrer Freizeit betreiben. Sie soll lediglich am Freitag- und Samstagabend geöffnet haben. Dass ihr Vorhaben auch Risiko mit sich bringt, ist den Barbetreibern bewusst. «Aber für uns ist es eine einmalige Chance, die wir nun packen wollen», so Dittli. Eröffnet wird am 4. August. Am Nationalfeiertag am 1. August betreiben die beiden ein Barzelt. (zf)


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