Das Herz schlägt für Servette

FUSSBALL ⋅ Der grösste Teil der Zuschauer wird am kommenden Samstag dem FC Altdorf die Daumen drücken. Nicht so der Seedorfer Renato Walker: «Gegen jeden andern Gegner würde ich Altdorf den Sieg gönnen.»
10. August 2017, 05:00

Bruno Arnold

bruno.arnold@urnerzeitung.ch

Die Fussballer des Servette FC haben schon bessere Zeiten erlebt. 17 Mal wurde der Verein aus Genf Schweizer Fussballmeister – letztmals 1999. Ehemalige Servette-Spieler wie Alex Frei, Heinz Hermann, Kubilay Türkyilmaz, Andi Egli, Marco Pascolo, Jean-Paul Brigger oder Lucien Favre sind auch jüngeren Generationen ein Begriff. Und mit Karl-Heinz Rummenigge schoss Ende der 1980er-Jahre sogar ein Europameister und zweifacher Vizeweltmeister aus Deutschland Tore am Laufmeter für die Genfer.

Heute kämpfen Sally Sarr, Alexandre Alphonse, Steven Lang, Matias Vitkieviez, Sébastien Wüthrich und Co. in der Challenge League um Punkte. Vor Jahrzehnten spielten die Westschweizer jeweils vor im Schnitt über 10000 Zuschauern. Heute sind es auch schon mal nur ein paar hundert, die sich bei Heimspielen der Genfer im 31124 Zuschauer fassenden Stade de Genève verlieren.

Der Fanclub hat Urner Wurzeln

Sieben Mal hat Servette den Cupfinal gewonnen, letztmals 2001. Nun nehmen die Genfer einen neuen Anlauf. In der ersten Runde treffen sie auf den drei Ligen tiefer klassierten FC Altdorf. Der Zuschaueraufmarsch dürfte wohl durchschnittliches Challenge-League-Ausmass annehmen. Einer, der ganz sicher auf die Schützenmatte pilgern wird, ist der Seedorfer Renato Walker. Während der grösste Teil der Zuschauer dem FCA die Daumen drücken dürfte, hofft Walker als eingefleischter Servette-Fan auf einen Sieg der Oberklassigen. Für die Servette-Heimspiele besitzt er – wie seine Freundin Corina Wyser – eine Saisonkarte. Walker ist zudem Mitglied der Maroons, des Deutschschweizer Servette- Fanclubs. Die Maroons haben übrigens Urner Wurzeln. Sie wurden im Jahr 2002 von ehemaligen Mitgliedern des Servette-Fanclubs Deutschschweiz ’86 ins Leben gerufen. Dieser Verein ist seinerseits 1986 aus dem Servette-Fanclub Uri hervorgegangen.

Walker arbeitet als Berufsunteroffizier auf dem Waffenplatz Biére. Er wohnt während der Woche in Orbe, am Wochenende zieht es ihn aber nach Seedorf. Der ehemalige Junior des ESC Erstfeld und spätere NLB-Handballer beim KTV Altdorf verpasst nur wenige Heimspiele von Servette. Von Seedorf aus reist er zudem auch des Öftern zu Auswärtspartien der Grenats, wie die Genfer wegen ihrer granatroten Dresses auch genannt werden. Servette-Fan ist Walker nicht wegen seiner beruflichen Tätigkeit in Bière oder wegen eines Idols aus Servette-Kreisen geworden. «Schon als Kind haben mich das weinrote Dress und der Name Servette speziell beeindruckt. Servette ist halt nicht irgendein FC Soundso, sondern der Servette FC.»

Walker tippt auf 4:1-Sieg von Servette

«Dass die Genfer übermorgen erstmals in ihrer 127-jährigen Geschichte im Urnerland antreten, ist einfach genial», freut sich der Seedorfer auf die Partie. «Gegen jeden andern Gegner würde ich Altdorf den Sieg gönnen, nicht aber gegen Servette», betont Walker. Und nach seinem Tipp befragt, kommt es beim Artillerie-Ausbildner wie aus der Kanone geschossen: «Servette gewinnt 4:1.» FCA-Fans dürften an diesem Tipp nur wenig Freude haben…


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