Der FCA ist bereit für ein Fussballfest

FUSSBALL ⋅ Die Ausgangslage ist klar: Alles andere als ein Sieg von Servette gegen Altdorf kommt einer grossen Sensation gleich. FCA-Trainer Pedro Somoza sieht dennoch Chancen.
12. August 2017, 05:00

Philipp Zurfluh

philipp.zurfluh@urnerzeitung.ch

Der Schweizer Cup bietet die reizvolle Aussicht, einem «Grossen» und Höherklassigen ein Bein zu stellen. Vielerorts ist es ein eigentliches Dorffest, das elektrisiert, anzieht, obwohl das Ergebnis fast immer zu Gunsten des Favoriten ausfällt. Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Aussenseiter immer wieder mal für eine Überraschung gut ist. So hat beispielsweise der SC Buochs in der Cupsaison 2014/15 für viel Furore gesorgt. Die Mannschaft aus der 2. Liga interregional konnte in der zweiten Hauptrunde die Berner Young Boys mit 1:0 bezwingen.

Die wahrscheinlich grösste Sensation eines Zentralschweizer Vereins wurde 2005 Realität. Damals hat Küssnacht am Rigi aus der 2. Liga interregional in den Sechzehntelfinals den FC St. Gallen mit 2:1 aus dem Cup geworfen.

Letztjähriger Topskorer spielt jetzt bei YB

Für eine Überraschung will auch der FC Altdorf am Samstag gegen den traditionsreichen FC Ser­vette sorgen. Mit den Genfern ist eine Mannschaft zu Gast, die vor allem in den 1980er- und 1990er-Jahren ihre grössten Erfolge feiern konnte (siehe Ausgabe vom Donnerstag). Der Altdorfer Trainer Pedro Somoza zeigt sich optimistisch trotz klarer Rollenverteilung. «Im Fussball ist bekanntlich alles möglich, und wir gehen mit viel Selbstvertrauen und Zuversicht ins Spiel.» Sei eine Mannschaft klarer Favorit, bestehe immer die Gefahr, dass der Gegner unterschätzt werde. «Das ist unsere Chance.»

Laut Somoza, der die 1. Mannschaft des FCA innerhalb von zwei Jahren von der 3. Liga in die 2. Liga interregional führte, ist die defensive Stabilität ausschlaggebend für den Ausgang der Partie gegen Servette. «Können wir das 0:0 möglichst lange halten, wird der Glaube an die Sensation noch grösser.»

Die Genfer sind mit zwei Unentschieden (Vaduz und Chiasso) und zwei Siegen (Rapperswil und Wil) in die neue Saison gestartet und liegen auf dem dritten Tabellenplatz. Der sieben­fache Cupsieger unter ihrem Trainer Meho Kodro musste vor Saisonbeginn einen wichtigen Abgang verkraften. Durch seine 23 Tore in 31 Spielen hat sich Jean-Pierre Nsame in der Challenge League als Topskorer einen Namen gemacht. Dies ist auch den Young Boys nicht entgangen, und sie verpflichteten den Knipser. Trotzdem haben die Genfer einige technisch ungemein versierte Spieler. «Die Offensive ist um einiges stärker als ihre Defensive», meint Somoza.

Gute Leistung gegen Luzerner U21

Obwohl beim FCA die Saisonvorbereitung resultatmässig nicht wunschgemäss verlief, geht die Mannschaft mit Selbstvertrauen in das Spiel und wird sich nach allen Kräften bemühen, um dem Favoriten «in die Suppe zu spucken». Der FCA-Trainer sagt: «Trotz vieler Ferienabsenzen in der Saisonvorbereitung ist die Mannschaft in Form.» Das habe sie am Montag gegen die U21 von Luzern (1. Liga Classic) unter Beweis gestellt. Altdorf konnte mit viel Kampfgeist und auch spielerischen Elementen überzeugen und unterlag den Nachwuchs­talenten «nur» mit 2:4. Pedro Somoza ist voller Vorfreude auf den heutigen Samstag: «Das gibt ein richtiges Fussballfest, und wir wollen mit unserer Leistung dazu beitragen.»

Hinweis

Das Spiel FC Altdorf – Servette FC findet heute um 17 Uhr auf der Schützenmatte statt. Tickets (Erwachsene: 12 Franken; Kinder bis 16 Jahre: 6 Franken) sind noch an der Tageskasse erhältlich. Weitere Infos findet man auch auf www.fcaltdorf.ch.


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