Messeleiterin der Luga meint: «Es reicht nicht mehr, bloss Stand an Stand zu reihen.»

URI 18 ⋅ Luzia Roos organisiert als Messeleiterin bereits ihre sechste Luga. Sie gibt preis, um was sie die Organisatoren der Urner Wirtschafts- und Erlebnismesse beneidet und wie sich das Messegeschäft in den letzten Jahren verändert hat.
02. Dezember 2017, 09:17

Tipps geben will Luzia Roos keine. «Die Urner Kollegen wissen am besten, wie ein solcher Anlass zu organisieren ist», so die langjährige Messeleiterin der Luga, der grössten Zentralschweizer Frühlingsmesse. Und schliesslich sei auch ihre Ausgangslage eine ganz andere. Roos organisiert seit 2013 die jährlich stattfindende Luga, wo mittlerweile 450 Aussteller um die Gunst der rund 115000 Messebesucher buhlen.

Wenn die Wirtschafts- und Erlebnismesse Uri 18 im nächsten September in Altdorf ihre Tore öffnen wird, werden hingegen zwölf Jahre vergangen sein seit ihrer letzten Ausgabe. Während vier Tagen werden dann 200 Aussteller das Urner Gewerbe und seine Errungenschaften im besten Licht präsentieren. Auch das Rahmenprogramm und das Gastroangebot sollen mithelfen, rund 20000 Besucher anzuziehen.

Luga muss stetig neue Aussteller finden

Dass die Urner Messe nicht häufiger stattfindet, habe auch Vorteile, findet Roos. Weil sich die Chance nicht jedes Jahr bietet, würden wohl viele Unternehmen nicht auf einen Messeauftritt verzichten wollen. An der Luga ­hingegen gibt es immer wieder Wechsel, obschon die grosse Mehrheit an Ausstellern jedes Jahr dabei ist: «Wir sind aufgrund des Jahresrhythmus gefordert, die Luga stetig weiterzuentwickeln und neue Aussteller zu begeistern», sagt Roos, die zwar nicht mit Ratschlägen hausieren will, in ihren knapp sechs Jahren als Messeleiterin aber einiges erlebt – und viel dazugelernt hat. So zum Beispiel auch, wie entscheidend eine gute Kommunikation ist, sowohl gegen aussen wie auch den Ausstellern gegenüber. «Welche Botschaft will die Messe ihrem Publikum vermitteln? Welches Konzept liegt ihr zugrunde?» Je klarer man diese Fragen beantworten könne, so Roos, desto einfacher sei es letztlich für alle Beteiligten.

Was Roos weiter beobachtet: Das Messepublikum ist anspruchsvoller geworden. «Es reicht nicht mehr, bloss Stand an Stand zu reihen. Man muss eine angenehme Atmosphäre schaffen.» Zudem wirke sich der Onlinehandel auch auf die Messe aus. «An die Luga geht man in erster Linie noch immer, weil man etwas kaufen will», weiss Roos. Oftmals teste man hier Produkte, lasse sich beraten – kaufe dann aber doch im Internet. «Da müssen Aussteller ihr ganzes Geschick ausspielen, um den Verkauf noch an Ort und Stelle zu besiegeln.» Auch wenn jene Stände am besten funktionieren, an denen Besucher selber etwas machen können: anfassen, probieren, rätseln. «Noch entscheidender ist, dass die Leute hinter den Ständen die Besucher für sich gewinnen können, mit Motivation und Freude», so Roos. Dieser persönliche Austausch sei ein Vorteil, der die Messe auch künftig noch positiv vom Digitalen abheben werde.

 

Raphael Zemp

redaktion@urnerzeitung.ch

Hinweis

Die «Urner Zeitung» und das «Urner Wochenblatt» publizieren im Vorfeld der Uri 18 unter der Rubrik «Noch x Tage bis zur Uri 18» mehrere gemeinsame Beiträge zur Urner Wirtschafts- und Erlebnismesse im September 2018.


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