Die absoluten Wunschfahrzeuge erhalten

URI/TESSIN ⋅ Mit dem Empfang der zwei neuen Universallöschfahrzeuge im Werkhof Airolo feierte die Schadenwehr Gotthard zusammen mit vielen Gästen das 10-Jahr-Jubiläum.
07. Oktober 2017, 05:00

Strahlender Sonnenschein begleitete am Freitagmorgen die beiden nigelnagelneuen Feuerwehrfahrzeuge, als sie unter grossem Applaus vieler Feuerwehrleute und zahlreicher Gäste in den Werkhof Airolo einfuhren. Dort übergab Peter Jäggi, Geschäftsführer der Firma Feumotech AG, die beiden Fahrzeugschlüssel in einem symbolischen Akt an Josef Kägi, Einsatzoffizier bei der Schadenwehr in Göschenen und an Maurizio Ferrari, Schadenwehr Airolo.

«Dieses rund 700000 Tausend Franken teure Tanklöschfahrzeug Scania P450 BL 4x4 ist unser Wunschfahrzeug, das auf dem Stand der neuesten Technik ist», erklärte Josef Kägi. «Ein grosser Vorteil ist, dass die neuen Fahrzeuge an der Front an den Schlauch angeschlossen werden können, denn somit sind wir näher beim Ereignis.» Das Fahrzeug fasst 3000 Liter Löschwasser und 300 Liter Schaum­extrakt. Die beiden bisherigen 15-jährigen Universallöschfahrzeuge sehen zwar von aussen betrachtet immer noch fast wie neu aus, genügen aber den neusten Anforderungen nicht mehr.

«Das ist für mich ein absoluter Freudentag», erklärte der Urner Ausbildungschef im Bereich Feuerwehr, Stefan Tresch: «Seit fast zwei Wochen habe ich die Männer der Schadenwehr Göschenen an diesem Fahrzeug ausgebildet, und ich durfte dabei feststellen, dass die Mannschaft mit dem Auto sehr zufrieden ist.» Seit gestern Abend sind die beiden Löschfahrzeuge in Göschenen und in Airolo einsatzbereit.

Leistungsvereinbarung mit dem Astra

Im Werkhof Airolo begrüsste der Kommandant der Schadenwehr Gotthard, Fabrizio Lasia, viele militärische und politische Gäste sowie als wichtigste Personen die Urner und Tessiner Feuerwehrmänner zum 10-Jahr-Jubiläum. Die Schadenwehr Gotthard ist eine selbstständige Berufsfeuerwehr. Sie arbeitet im Auftrag des Bundesamts für Strassen (Astra) und gehört organisatorisch zum Armeelogistikcenter Monte Ceneri. Dieses hat eine Leistungsvereinbarung mit dem Astra abgeschlossen. Darin steht, dass die Schadenwehr Gotthard zuständig ist für die Feuerwehr, Ölwehr, Strassenrettung, Pannendienst, Sonderbewilligungen und das Thermoportal. An den beiden Standorten Göschenen und Airolo stehen rund um die Uhr je fünf Mann auf Pikett, die bei einem Ereignis innerhalb von 2 Minuten nach der Alarmierung ausrücken müssen. Insgesamt arbeiten in den beiden Werkhöfen 25 Feuerwehrmänner, dazu kommen noch neun Personen in Göschenen, die für die Sonderbewilligungen zuständig sind. Neben dem Pikettdienst übernehmen die Leute der Schadenwehr auch verschiedene Zusatzaufgaben im Bereich der militärischen Ausrüstungen für die Logistikbasis der Armee.

Schadenwehr Gotthard ist eine Erfolgsgeschichte

Jürg Röthlisberger, der seit dem 1. März 2015 Direktor des Bundesamts für Strassen ist, sprach von einer einzigartigen Erfolgsgeschichte: «Wir haben die Schadenwehr nach den grossen Unfällen aus dem Nichts aufgebaut. Heute können wir mit dem Ergebnis zufrieden sein», betonte Röthlisberger. «Für uns hat die Sicherheit im Tunnel oberste Priorität, und ich bin froh, dass der Gotthard-Strassentunnel durch den Bau der zweiten Röhre noch einmal sicherer wird.» Röthlisberger erinnerte daran, dass die Schadenwehr nicht nur für den Strassentunnel, sondern auch für die beiden Zufahrtsstrecken zuständig sei, also für insgesamt 77 Kilometer. «Um die Sicherheit zu gewährleisten, lässt sich das Astra dies auch einiges kosten, denn zusammen mit den Investitionen haben wir ein jährliches Budget von 5 Millionen Franken.

Thermoportal hilft Brände zu vermeiden

Beim Gotthard-Nordportal in Göschenen, aber auch auf der Südseite ist ein sogenanntes Thermoportal installiert. Dieses schlägt Alarm, wenn überhitzte Lastwagen den Strassentunnel durchfahren wollen. Es hilft damit Brände zu vermeiden. Das Thermoportal ist jeweils von 5 bis 20 Uhr von einem Mitarbeiter der Schadenwehr besetzt. Jährlich müssen rund hundert Fahrzeuge vor dem Tunnel aus dem Verkehr gezogen werden. Damit konnten in den letzten Jahren vermutlich einige Brände vermieden werden. Die Schadenwehr Gotthard leistet jährlich rund 130 Einsätze, dazu kommen noch doppelt so viele Einsätze im Pannendienst.

Der Tessiner Staatsrat und Polizeidirektor Norman Gobbi erklärte den Unterschied zwischen den nord- und südwärts fahrenden Autos: «Die Autofahrer aus dem Norden fahren meistens in den Süden, um dort ihre Ferien zu geniessen, während die Tessiner den Tunnel brauchen, um in der Deutschschweiz der Arbeit nachgehen zu können. Deshalb ist es zwingend notwendig, dass dieser Tunnel einfach funktionieren muss», forderte der Tessiner Politiker.

 

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch


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