Skiarena: Die erste Etappe nähert sich ihrem Ende

ANDERMATT ⋅ Die Bauarbeiten an den neuen Bahnen der Skiarena schreiten voran. Rund 200 Arbeiter sorgen dafür, dass nicht mehr viel bis zur Eröffnung fehlt. Ob sämtliche Bahnen bis Weihnachten in Betrieb genommen werden können, ist allerdings fraglich.
15. September 2017, 05:00

Matthias Stadler

matthias.stadler@urnerzeitung.ch

Zwischen Andermatt und dem Oberalppass wird in der Skiarena momentan gearbeitet, bis Hammer und Baggerschaufeln glühen. Auf acht Baustellen sind 200 Bauarbeiter angestellt, um diverse Sessel- und Gondelbahnen für die neue Skiverbindung Andermatt–Gütsch–Schneehüenerstock–Oberalppass fertigzustellen. Die Arbeiter trotzen dieser Tage Föhn, Regen und Schnee. Mindestens einmal pro Monat hat es laut den Verantwortlichen geschneit – auch im Sommer.

Gestern lud die Andermatt Swiss Alps AG zu einem Pressetermin, damit der Fortschritt der Arbeiten vor Ort aufgezeigt werden konnte. «Es ist das intensivste Baujahr in diesem Projekt», erklärte Geschäftsführer Franz-Xaver Simmen. Die Zahlen: 40 schwere Maschinen werden im Gebiet eingesetzt, pro Tag fliegen – wenn es das Wetter erlaubt – drei Helikopter Transporteinsätze, 15 Kilometer Graben werden ausgehoben, 51 000 Kubikmeter Aushub – wovon über die Hälfte aus Fels besteht – fallen an.

«Endlich eine komfortable, moderne Bahn»

Die emsige Bautätigkeit hängt mit dem erklärten Ziel zusammen, dass bis zum Beginn der Skisaison 2017/18 die einseitige Verbindung von Andermatt nach Sedrun steht. «Es ist für uns wichtig, dass wir von Andermatt endlich eine komfortable, moderne Bahn haben, um die Gäste auf den Gütsch zu befördern», führte Franz-Xaver Simmen aus. Vorher war dort unter anderem eine alte Zweier-Sesselbahn in Betrieb, neu sind Gondeln mit acht Plätzen pro Kabine vorgesehen. Dieser «Gütsch-Express» hat eine Transportkapazität von 2400 Personen pro Stunde. Diese Baustelle, wie auch die meisten anderen, bereitet den Verantwortlichen wenig Sorgen. Schwieriger ist die Situation weiter östlich bei der Bergstation am Schneehüenerstock auf rund 2500 Metern über Meer. Ob diese zusammen mit der dazugehörigen Sechser-Sesselbahn bis Weihnachten in Betrieb genommen werden kann, ist laut Simmen offen. «Das ist vom Wetter abhängig. Bei einem frühen Wintereinbruch wäre die Eröffnung zu diesem Zeitpunkt eine grosse Herausforderung.» Das Material müsse mit rund 5000 Helikopterflügen hinaufgeflogen werden. Hintergrund ist die Baubewilligung, welche für diese Bergstation erst Ende Mai dieses Jahres eintraf, vorher durfte also noch nicht gebaut werden.

Luftseilbahn Göschenen– Gütsch erst in 10 Jahren

Die erwähnten Bahnen sind mit der Lutersee-Sesselbahn zwischen dem Gütsch und Schneehüenerstock das Herzstück der neuen Verbindung Andermatt–Oberalppass–Sedrun. Ebenfalls installiert werden momentan Beschneiungsanlagen, die bis zu 270 Liter Wasser pro Sekunde verarbeiten. Einige Bahnen, etwa am Gemsstock, wurden bereits neu gebaut. Die geplante Gondelbahn vom Oberalp auf den Schneehüenerstock wird voraussichtlich in der Saison 2018/19 eröffnet. Damit wird die erste von zwei Etappen des Ausbaus der Skiarena abgeschlossen sein. Sie kostet 130 Millionen Franken, wovon 82 Millionen von der Skiarena finanziert werden. Weiter sprachen Uri und Graubünden A-fonds-perdu-Beiträge, der Bund stellte 40 Millionen Franken als zinsgünstige Darlehen zur Verfügung.

Länger warten müssen Schneesportler auf die Luftseilbahn von Göschenen auf den Gütsch, welche ein Teil der späteren, zweiten Etappe ist. Gesamtprojektleiter Peter Furger sagte gestern, das Bundesamt für Strassen brauche den Platz in Göschenen für den Bau der zweiten Gotthardröhre. «Der Bau dieser Bahn dauert sicher noch zehn Jahre.»

Video: Die höchsten Baustellen Andermatts

Im Skigebiet Andermatt-Sedrun wird daran gearbeitet, bis zum Beginn der Wintersaison 2017/2018 drei neue Bahnen mit den zugehörigen Pisten und die Beschneiung im Gebiet Nätschen – Gütsch – Schneehüenerstock fertigzustellen. Auf den acht höchsten Baustellen Andermatts sind über 200 Bauarbeiter mit rund 40 schweren Baumaschinen im Einsatz, damit die Skigebietsverbindung Andermatt-Sedrun Realität wird. (Sarah Ennemoser/sda, 14.09.2017)




Leserkommentare

Anzeige: