Die Pfadi wächst weiter

BÜRGLEN ⋅ Die Bundeskonferenz der Schweizer Pfadibewegung beschloss in Bürglen, im Jahr 2021 wieder ein Bundeslager durchzuführen, an dem etwa 25000 Pfadis teilnehmen werden.
15. Mai 2017, 04:38

Paul Gwerder

redaktion@urnerzeitung.ch

Am vergangenen Wochenende trafen sich die Kantonsleiter der 22 Kantonalverbände und zahlreiche Gäste zur alljährlichen Bundeskonferenz der Pfadibewegung (PBS) in Bürglen. Die kantonalen Verbände wurden von je einer Kantonsleiterin und einem Kantonsleiter vertreten.

Der Urner Kantonsleiter David Walker (Pfadiname Axel) hatte an diesem Wochenende viel zu tun, denn er war zugleich OK-Präsident des Anlasses. «Axel» sorgte mit seinen rund 30 Helferinnen und Helfern dafür, dass die etwa 100 Gäste aus der ganzen Schweiz den Kanton Uri in guter Erinnerung behielten. «Wir haben uns gefreut, dieses Treffen zu organisieren», sagte Walker, der als schönstes Pfadierlebnis das Bundeslager aus dem Jahr 2008 nannte.

Im Urner Kantonalverband engagieren sich rund 500 Pfadis, die in sieben Abteilungen organisiert sind. Für Kantonsleiterin Christine Bürli (Kassiopaja) ist das ein spannendes Wochenende. «Am Samstag wurden uns viele interessante Projekte vorgestellt, über welche wir am Sonntag abstimmen», erklärte die Kantonsleiterin. «Noch lieber verbringe ich den Samstagnachmittag normalerweise mit den jüngsten Pfadis, die ab dem grossen Kindergarten zu uns kommen können, und organisiere spannende und lustige Nachmittage.»

Bundeslager wird durchgeführt

Das Bundeslager (Bula) ist ein nationales Pfadilager der Pfadibewegung Schweiz und findet alle 14 Jahre statt. In diesem Lager treffen sich rund 25000 Pfadis aus der ganzen Schweiz und dem Ausland, um gemeinsam ein unvergessliches Lager zu erleben. Das letzte Bundeslager «Contura» war 2008 in der Linthebene. Co-Präsidentin Barbara Blanc erinnerte die Teilnehmenden daran, dass sie vor einem Jahr in Aar­au den Auftrag erhielten, am heutigen Tag den Verein Bula zu gründen. Die stimmberechtigten Kantonsleiter stimmten der Vereinsgründung nun einstimmig zu. Das bedeutet, dass im Jahr 2021 wieder ein Bundeslager in der Schweiz stattfinden wird.

Elf Kandidaten haben sich für den siebenköpfigen Vorstand gemeldet. Nach einem Hearing mit allen Kandidierenden wurde der neue Vorstand in folgender Besetzung gewählt: Luca Gambazzi (Gamba), Sébastien Lambelet (Nabarlek), Severine Schori-Vogt (Pippi), Susanne Meyer-Knoblauch (Peponi), Michael Hugentobler (Specht), Daniel Bammert (Zwäg) und Thomas Hirt (Kirk). Nach der Konstituierung des Vorstands beginnen umgehend die strategische Planung des grössten schweizweiten Pfadilagers und die Ausschreibung der operativen Lagerleitung.

Das Interesse von Kindern und Jugendlichen an der Pfadi nimmt immer noch zu: Seit dem Jahr 2012 konnte die Pfadibewegung Schweiz einen Mitgliederzuwachs von über 7 Prozent verzeichnen. Inzwischen zählt der Verband 45615 Mitglieder.

Grosses Lob vom Urner Landammann

Die Gründe dafür sind vielfältig: «Im Zentrum stehen das Engagement, die Motivation und die positive Ausstrahlung der jungen Pfadileiterinnen und -leiter», erklärte Blanc. «Abwechslungsreiche, vielfältige und spannende Aktivitäten motivieren die Kinder und Jugendlichen dazu, in die Pfadi zu kommen», so Thomas Gehrig, Co-Präsident der PBS.

Auch der Urner Landammann Beat Jörg war an der Bundeskonferenz in Bürglen zugegen. «Für mich ist die Pfadi einzigartig», sagte er bei der Begrüssung. Schon früh lernen die Kinder dort, insbesondere in den jährlichen Lagern, Verantwortung zu tragen und miteinander umzugehen. «Junge leiten Junge in der Pfadi, dies prägt die jungen Menschen und ist die beste Kinder- und Jugendförderung, denn dort lernen sie Verantwortung zu übernehmen, und das ist eine perfekte Lebensschule, und dadurch wachsen dort auch immer Führungspersonen für die Wirtschaft nach.» Trotz der Erfolge gebe es noch viel zu tun, denn man sei verpflichtet, sorgfältig mit der Umwelt umzugehen. «Wir müssen versuchen, die Welt besser zurückzulassen, als wir sie angetroffen haben», lautete der Appell von Jörg.


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