Ehemalige Würdenträger leben auf

URI ⋅ An den Tagen des Denkmals wurde ein vielfältiges Programm geboten. Nebst mehreren Führungen und Besichtigungen von Bauten und Bauwerken gab es auch eine speziell konzipierte Ausstellung zu sehen.
11. September 2017, 07:45

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Das Staatsarchiv Uri besitzt eine Sammlung historischer Porträts von Persönlichkeiten aus Urner Familien sowie Gemälde aus Ortsansichten vergangener Tage. Für die Tage des Denkmals wurde aus diesem Bestand eigens eine Ausstellung zusammengestellt. Besichtigt werden konnte sie im ehemaligen Frauenkloster St. Karl in Altdorf.

An der Eröffnung vom Freitag sagte Melanie Widmer, Kuratorin Staatsarchiv Uri, zum Ausstellungskonzept: «Wir haben darauf geachtet, möglichst viele Aspekte zu berücksichtigen. So stammen die Gemälde aus unterschiedlichen Jahrhunderten, und auch die Darstellungsweisen sowie Maltechniken sind zum Teil ganz unterschiedlich.»

Kurzbiografien zeigen viel Interessantes

Das älteste Ölgemälde, das bestaunt werden konnte, stammte aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Porträtiert wird Jost Schmid, der zu Lebzeiten sowohl das Amt des Urner Landammanns als auch das des Landschreibers von Uri besetzte. 1522 war er Hauptmann in der Schlacht von Biocca, in der er zu Tode kam. Welcher Künstler Schmid seinerzeit gemalt hat, ist nicht bekannt.

Bei der Gestaltung der Ausstellung wurde auch darauf Wert gelegt, für eine geschlechtliche Durchmischung zu sorgen. Allerdings standen deutlich mehr Männer- als Frauenporträts zur Auswahl. Bei der Eröffnung waren rund zwei Dutzend Kunst- und Kulturinteressierte zugegen. Dank den aufgelegten Kurzbiografien zu den gezeigten Gemälden konnte man viel Interessantes über die Personen und Würdenträger in Erfahrung bringen. Am Samstag und Sonntag bot Widmer mehrere Führungen durch die Ausstellung an. Dabei zeigte sie unter anderem zeitgeschichtliche und gesellschaftliche Verhältnisse der damaligen Epochen auf.

Kaserne Altkirch öffentlich zugänglich

Die diesjährigen Denkmaltage standen unter dem Motto «Macht und Pracht». Zu diesem Thema wurden im Kanton Uri übers Wochenende mehrere Führungen und Exkursionen organisiert. So konnte in Altdorf das Zierihaus besichtigt werden. Dessen Geschichte lässt sich bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen. Zudem bestand im Urner Hauptort Gelegenheit, das Haus Eselsmätteli zu besuchen. Dieses barocke Gebäude wurde Ende des 17. Jahrhunderts erbaut.

Öffentlich zugänglich war für einmal auch die Kaserne Altkirch in Andermatt. Diese gehört zu den architektonisch bedeutendsten Gebäuden im Urserntal und wird nach wie vor durch die Armee genutzt. Viel Spannung versprach die Exkursion zum Turm von Hospental. Dort wurden nämlich neueste Forschungsergebnisse zu diesem imposanten Bauwerk präsentiert. Abgerundet wurde das Programm mit Besichtigungen von Bahn-Stahlbrücken in Göschenen und Erstfeld.


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