Ein Ahnenforscher wird Ehrenbürger

UNTERSCHÄCHEN ⋅ Am Donnerstag wurden 25000 Franken für eine Stiftung gesprochen, die Alterswohnungen realisieren will. An der Sanierung des Kreisschulhauses Spiringen muss sich Unterschächen mit 2,2 Millionen Franken beteiligen.
20. Mai 2017, 10:45

Urs Hanhart

urs.hanhart@urnerzeitung.ch

Das bevorzugte Forschungsgebiet von Josef Muheim-Büeler, Greppen, ist die Geschichte des Schächentals, denn Unterschächen ist sein Bürgerort. 1981 ist sein Buch «Die Hänseler» erschienen, in dem er sich mit ­dieser grossen Unterschächner Familie und den mit ihr verbundenen Zu- und Übernamen beschäftigte.

In seinem neuen, sechsbändigen Werk «Güter und Familien von Unterschächen» vertieft der Wahlluzerner seine Studien im Schächental. Über die Bearbeitung von drei Quellen – Domus-Verzeichnis von 1804, Hypothekarbuch von 1864 und Familienforschung inklusive Mütter- und Töchterlinien – entstand ein eigentliches Lebenswerk. An der Gemeindeversammlung vom Donnerstag in Unterschächen wurde der unermüdliche Publizist für seine grossen Verdienste zum Ehrenbürger ernannt.

Werk ist auch für Nachwelt einzigartig

«Josef Muheim-Büeler hat für diese wertvollen und nachhaltigen Zeitdokumente einen enormen Aufwand betrieben», sagte Gemeindepräsident Ambros Arnold. «Unzählige Stunden hat er in Recherchen investiert und beachtliche Werke geschaffen, die nicht nur für uns, sondern auch für die Nachwelt einzigartig sind. Durch seine Verdienste hat er sich das Ehrenbürgerrecht vollauf verdient», so Arnold.

Muheim selber zeigte sich nach der Entgegennahme der Ehrenbürgerurkunde überwältigt: «Das geht mir richtig unter die Haut. Ich wurde regelrecht überrumpelt, als ich erfuhr, dass mir die Ehrenbürgerschaft verliehen werden soll. Damit hatte ich nicht gerechnet.» Und weiter meinte er: «Mit diesem Akt setzt die Gemeinde Unterschächen auch ein Zeichen. Man hat damit bewiesen, dass man sich vom Alltagskram nicht zudecken lässt und Platz für Kultur offen lässt.»

Schulhaus wird zur grossen Herausforderung

An der Versammlung wurde zudem über die geplante Sanierung des 1973/74 erbauten und 1991 mit einem Anbau erweiterten Kreisschulhauses Spiringen beraten. Die Gesamtkosten für dieses Grossprojekt sind mit 5,2 Millionen Franken veranschlagt, wobei die Standortgemeinde Spiringen 3 Millionen und Unterschächen 2,2 Millionen Franken tragen sollen. Die Sanierung soll nach Dringlichkeit in fünf Etappen erfolgen und bis 2025 abgeschlossen werden. Seit der NFA-Einführung im Jahr 2008 leistet der Kanton an Schulhausbauten keine Subventionen mehr. «Deshalb ist die Sanierung des Kreisschulhauses für die Gemeinden Spiringen und Unterschächen die grösste finanzpolitische Herausforderung, die sie je bewältigen mussten», sagte Verwalter Alois Arnold. Er wies darauf hin, dass nach heutigem Kenntnisstand bis 2020 keine Steuererhöhung vorgenommen werden müsse. Was danach geschehe, sei noch unsicher und hänge davon ab, ob der Kanton eine Sparübung auf dem Buckel der Gemeinden veranstalte. Unterschächen verfügt über ein Nettovermögen von 1,1 Millionen Franken. Man kann also die Hälfte des Sanierungsbeitrags aus eigenen Mitteln finanzieren. Die Abstimmung über den Kredit erfolgt am 24. September. Vorgängig wird das Projekt an einer Infoveranstaltung vorgestellt.

Startkapital für Stiftung gesprochen

Auf dem Areal des ehemaligen Hotels Brunnital soll ein zweites Mehrfamilienhaus entstehen. Dort sind auch Alterswohnungen vorgesehen. An der Versammlung wurde ein Gemeindebeitrag von 25000 Franken für die Gründung einer Stiftung genehmigt. Das Geld dient als Startkapital. Mit einer Stiftung im Rücken erhofft man sich eine positive Wirkung bei der Suche nach Geldgebern. Im Visier hat man insbesondere Stiftungen. Falls der erhoffte Effekt eintrifft, könnten die Alterswohnungen deutlich unter dem üblichen Marktpreis vermietet werden.

Gutgeheissen wurde auch die Gemeindeentschädigung zur Nutzung von öffentlichem Grund und Boden durch das Verteilnetz der Elektrizitätswerk Altdorf (EWA) AG. Künftig gelten leicht reduzierte Abgabesätze.

Zum vierzehnten Mal schwarze Zahlen

Die Gemeinderechnung 2016, die zum 14. Mal in Folge mit schwarzen Zahlen abschliesst, wurde genehmigt. Es resultierte ein Mehrertrag von 27000 Franken. Budgetiert war ein Plus von rund 5000 Franken.


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