Ein Hauch von Japan am Jahreskonzert

SEEDORF ⋅ Der Musikverein hat sich für sein Konzert vom kommenden Wochenende von der japanischen Blasmusik inspirieren lassen. Dabei wird auch an das Fukushima-Unglück von 2011 gedacht.
17. April 2018, 08:02

Das Motto Japan hat sich der Musikverein Seedorf bei seinem Jahreskonzert auf die Fahne geschrieben und präsentiert dabei eine überraschende Seite des Landes der aufgehenden Sonne.

Es ist das Land der Autobauer, das Land der Elektronikhersteller und bekanntlich das Land der aufgehenden Sonne. Doch das ostasiatische Land ist auch jenes Land, welches in musikalischer Hinsicht überraschen und überzeugen kann. Dies zeigt sich in der Blasmusik, die dort fleissig gepflegt wird. Der Musikverein Seedorf unter der Leitung von Michel Truniger widmet sich deshalb dieses Jahr der japanischen Blasmusik, wie er in einer Mitteilung schreibt.

Der Wettstreit zwischen Abschottung und Öffnung gegenüber dem Westen spiegelt sich auch in der japanischen Musik wider. Zu hören ist dies gleich zu Beginn des Konzerts in «Fantasy on a Japanese Folksong» von Samuel R. Hazo, wie es in einer Mitteilung des Vereins heisst. Dieses Werk erzählt von einer jungen Japanerin, welche sich in einen Amerikaner verliebt und hin- und hergerissen zwischen den beiden Kulturen ist.

Eine Liebesgeschichte liegt auch «The Seventh Night of July» zugrunde. Darin hat Itaru Sakai eine romantische Legende über zwei durch die Milchstrasse getrennte Liebende vertont. Bildgewaltig wird das «Symphonic Poem» des japanischen Komponisten Satoshi Yagisawa, der sich immer wieder die Natur als Vorbild nimmt.

Dominik Bissig führt durch das Programm

Die Natur und ihre Zerstörung ist ebenfalls Thema in «The Sun Will Rise Again». Geschrieben wurde das Stück vom britischen Komponisten Philip Sparke in Gedenken an die Atomkatastrophe von Fukushima 2011. Und auch die japanische Comicserie «Princess Mononoke», aus welcher der Musikverein Seedorf eine Auswahl spielt, widmet sich der Umweltzerstörung und der Frage nach der Koexistenz von Mensch und Natur.

Ein zweites Mal hat Satoshi Yagisawa am Konzert seinen Auftritt mit dem 2001 verfassten «March-Bou-Shu», dem ein Volkslied aus seiner Heimat zugrunde liegt. Mit «At the Mambo Inn», arrangiert von Toshio Ma­shima, wird sich der rund 60-köpfige Musikverein Seedorf verabschieden. Dominik Bissig führt das Publikum während des Konzerts durch das japanisch angehauchte Programm. (red)

Hinweis

Die Jahreskonzerte des MV Seedorf finden am Freitag und Samstag, 20. und 21. April, jeweils um 20 Uhr in der Mehrzweckhalle Seedorf statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.mvseedorf.ch


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