Einbrecher von Andermatt ist rechtskräftig verurteilt

OBERGERICHT ⋅ Nun ist es definitiv: Der umtriebige Rentner, der unter anderem in Andermatt eingebrochen war, ist schuldig. Das geht aus dem Beschluss des Obergerichts hervor.
14. Februar 2018, 07:49

19 Einbrüche oder Einbruchdiebstähle soll der 70-jährige Mann zwischen März 2016 und Februar 2017 begangen haben – sieben davon in Andermatt, weitere in anderen Zentralschweizer Kantonen, im Wallis, Graubünden und im Tessin. Sieben der ihm vorgeworfenen Taten gestand der Beschuldigte an der Gerichtsverhandlung in Andermatt. Das Landgericht Ursern sprach den Mann im August 2017 in acht Fällen schuldig.

Das Gericht sah es einen versuchten Hausfriedensbruch in Andermatt als erwiesen an, die restlichen sechs Einbrüche in der Gemeinde konnten dem Rentner nicht nachgewiesen werden. Bei den weiteren Delikten sprach ihn das Gericht mangels Beweisen frei – und verurteilte ihn wegen gewerbsmässigen Diebstahls beziehungsweise Diebstahlversuchs, mehrfacher Sachbeschädigung und mehrfachen Hausfriedensbruchs zu einer unbe- dingten Freiheitsstrafe von 15 Monaten. Da er bis zur Verhandlung bereits 158 Tage in Untersuchungs- beziehungsweise Sicherheitshaft gesessen hatte, blieben ihm damals noch gut 10 Monate Freiheitsstrafe.

Rentner wehrt sich, Staatsanwalt doppelt nach

Gegen dieses Urteil des Landgerichts legte der 70-Jährige Mitte November Berufung beim Obergericht ein. Er beantragte, die Verurteilung in einem der Fälle aufzuheben, eine unbedingte Freiheitsstrafe von höchstens 10 Monaten auszusprechen und die ihm auferlegten Verfahrenskosten von 12220 um mindestens 1140 Franken zu senken.

Eine Woche später legte die Urner Staatsanwaltschaft Anschlussberufung ein. Sie forderte, den Rentner wegen aller ihm vorgeworfenen Fällen zu verurteilen und ihn mit einer unbedingten Freiheitsstrafe von 20 Monaten zu verurteilen. Ausserdem stellte die Staatsanwaltschaft den Antrag, die Geschädigte des Einbruchs, von dem der Verurteilte freigesprochen werden wollte, als Zeugin zu befragen.

Berufung wird zurückgezogen

Eine weitere Woche später zog der Beschuldigte seine Berufung zurück. Was ihn zu diesem Schritt bewogen hatte, geht aus dem Beschluss des Urner Obergerichts nicht hervor. Mit dem Rückzug der Berufung werde auch die Anschlussberufung hinfällig, ist im Beschluss zu lesen. So hat sich das Berufungsverfahren erledigt, womit das Urteil des Landgerichts Ursern vom August 2017 rückwirkend in Rechtskraft erwächst. Die Kosten des Rechtsmittelverfahrens von 1010 Franken muss der 70-Jährige tragen.

 

Carmen Epp

carmen.epp@urnerzeitung.ch


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